Trendsportarten: Frisbee und Golf mal anders

Sport  Unsere Übersicht beweist, dass nicht nur Kleider der Mode unterliegen. Ob Minigolf im Schwarzlicht, Frisbee ohne Schiedsrichter oder das Videospiel im echten Leben, es gibt viele Bewegungsformen, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.

Von Sebastian Kohler

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Schwarzlicht-Minigolf

Ungewohntes Ambiente. Ganzjährig, da indoor, funktioniert das mit Leuchtelementen aufgepeppte Schwarzlicht-Minigolf. Foto: dpa

Als ob Minigolf nicht aufregend genug wäre. Eine ausgefallene Version des etwas biederen Präzisionssports ist Schwarzlicht-Minigolf. Auf dunklen Bahnen mit grellen Highlights und munterer Dekoration wird dem altbackenen Volkssport zu neuem Glanz verholfen. Wer Lust hat, den Schläger durch die Düsternis zu schwingen, kann das beispielsweise in Schwäbisch Gmünd oder Asperg tun.

 

Stand-up-paddling

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Gemütlich lassen es hier zwei Buga-Besucher beim Stand-up-paddling auf dem Karlssee in Heilbronn zugehen. Foto: Archiv/Mugler

Auf dem Neckar durfte man den gemächlicheren Bruder des Surfens bereits beobachten. Stand-up-paddling (zu Deutsch: Stehpaddeln) ist eine Mischung aus Wellenreiten und Paddeln. Die Sportler stehen dabei wie venezianische Gondoliere aufrecht auf dem Brett und befahren Seen, Flüsse und sogar Meere. Erfinder des Fortbewegungsmittels waren im 20.Jahrhundert tahitianische Fischer, Trend wurde Stehpaddeln aber erst deutlich später in Europa und den USA.

 

Disc-Golf

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Über Stock und Stein - und dazu noch im legeren Outfit. Disc-Golf ist die perfekte Aktivität für einen gemütlichen Sommertag. Foto: Archiv/Mugler

Stimme-Redakteurin Elfi Hoffmann durfte sich bereits an der Frisbee-Version des Golfsports probieren. Zwischen 55 und 85 Meter lang sind die neun Bahnen im „DiscGolfPark“ im Bad Rappenauer Kurpark. Durch natürliche Barrieren in Form von Hecken und Bäumen erhält sich der neue Sport seinen rustikalen Charme. Wer den flippigen Trendsport ausprobieren möchte, wird die an Basketballkörbe erinnernden Ziele kaum verfehlen.

 

Zumba

Südamerikanische Klänge und schweißtreibende Tänze: Das Rundum-Workout Zumba funktioniert bei wärmeren Temperaturen auch einwandfrei draußen. Foto: privat

Bereits in den 1990er-Jahren konzipierte der Kolumbianer Alberto Peréz den Fitness-Tanz-Sport Zumba. Der Choreograf ließ sich den Begriff sogar markenrechtlich schützen. In Mode kam Zumba in Europa in den letzten Jahren. Das schweißtreibende Ganzkörper-Workout erfolgt zu südamerikanischer Merengue-Musik und kann je nach Wunsch unterschiedlich intensiv dosiert werden.

 

Spikeball

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Das Runde muss ausnahmsweise nicht ins Eckige. Beim Spikeball wird der Ball ins Rundnetz geschmettert, auch die Fußballer der Neckarsulmer Sport-Union haben es schon ausprobiert. Foto: Archiv/privat

Nachdem der von Volleyball inspirierte Sport in den 90er-Jahren seinen Höhepunkt überschritten hatte, feiert er derzeit ein Revival. Ziel ist es, den Spielball so in das Rundnetz knapp über dem Boden zu schlagen, dass das gegnerische Zweier-Team keinen Return schafft. Als klassischer Freizeit- und Sommersport wird Spikeball am besten am Strand oder im Freibad gespielt. Der simple Aufbau verspricht spontanen Spaß zu viert.

 

Bubble-Fussball

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Beim Bubble-Fussball sind Kollisionen der springende Punkt. Die federnden Luftblasen bilden den perfekten Schutz und laden zum Frontalzusammenstoß ein, wie hier beim Turnier 2018 in Zaberfeld. Foto: Archiv/Könnecke

„Zorbing“ nennt sich der Sport, bei dem eine oder mehrere Personen in einer luftgefüllten Blase Berge hinabrollen. Aus der Downhill-Aktivität hat sich in der Horizontalen schließlich die Bubble-Fußball entwickelt. Jede Menge gepolsterter Kollisionen und wildes Umherhüpfen verspricht die innovative Kickerei. Der 2011 in Norwegen erdachte Sport lässt sich auch als Bowling- oder Sumo-Version spielen. Gespielt werden kann sogar in der Region, ab 179 Euro bietet das Soccer Center in Flein den aufgeblasenen Freizeitspaß an.

 

Ultimate Frisbee

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Kein Schiedsrichter, keine Fouls. Beim Ultimate Frisbee stehen Fairplay und Spaß im Vordergrund. Foto: Archiv/Veigel

Wie Disc Golf ist auch Ultimate Frisbee unter dem Dach des Deutschen Frisbeesport-Verbands organisiert. Bespielt wird wie beim Football oder Rugby jeweils eine Endzone, so heftig geht es körperlich aber nicht zu. Stattdessen steht der „Spirit oft the Game“ – Sportsgeist im Vordergrund. Ultimate – wie das Spiel mit der Scheibe kurz heißt – ist in der Region mittlerweile fest verwurzelt. „Bad Skid“ nennt sich das Team aus dem Raum Heilbronn, das zwischen 2011 und 2019 in der Outdoor-Version alle Deutschen Meisterschaften errang.


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