Sieben Tricks für mehr Bewegung

Region  DHBW-Professor Dirk Schwarzer hat Tipps für alle, die endlich ihren inneren Sportmuffel besiegen möchten. Seine Vorschläge sind für jeden direkt umsetzbar.

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Immer weniger Menschen bewegen sich ausreichend – für immer mehr wird die regelmäßige sportliche Aktivität jedoch zur medizinischen Notwendigkeit: Weil sie starkes Übergewicht haben und dadurch eine Reihe von Wohlstands-Erkrankungen drohen oder weil dauerhafte Inaktivität chronische Schmerzen zur Folge haben kann. Doch wie wird man zum bewegten Menschen? Das sei auch in der Sportwissenschaft eine der zentralen Fragen, sagt Dirk Schwarzer, Professor für Sportmanagement an der DHBW Heilbronn. Er hat Tipps, wie gute Vorsätze in dauerhaftes Handeln umgesetzt werden können.

Absicht klar formulieren: Man sollte sich selbst klar machen, welchen Nutzen es bringt, wenn man sich mehr bewegt und dadurch fitter wird. Ein Ziel kann zum Beispiel sein, wieder mit den Enkeln Rad fahren zu können, ein anderes, Schmerzen durch gezielten Gesundheitssport zu reduzieren.

Nicht zu viel wollen: Am Anfang reichen kurze Einheiten, um in Bewegung zu kommen. Foto: dpa

Großes Ziel in Teilziele zerlegen: Radfahrer, die eine schwere Bergetappe vor sich haben, denken häufig nur bis zur nächsten Kurve. Wenn sie die geschafft haben, peilen sie das nächste Zwischenziel an – und so weiter. Ähnlich können Sport-Anfänger das angehen: Erstmal nur drei Kilometer walken statt sich gleich voll zu verausgaben. Aber das täglich tun, das schafft Gewohnheit.

 

Am besten die Schuhe schon am Vorabend hinrichten, wenn man morgens joggen gehen möchte und so den Sportmuffel in sich austricksen. Foto: dpa

Es sich leicht machen: Man kennt das – eigentlich wollte man ja am Morgen joggen gehen, aber dann regnet es, und der Kaffee im warmen Wohnzimmer erscheint als verlockendere Alternative. Um solche Ausweichmanöver erst gar nicht zuzulassen, sollte man es sich so leicht machen wie möglich. Also zum Beispiel Schuhe und Sportkleidung am Vorabend schon bereitlegen, so dass man gar nicht anders kann, als hineinzuschlüpfen und raus vor die Tür zu gehen.


Sozialen Druck aufbauen:
Das kann zum Beispiel gelingen, indem man seiner Familie und seinen Freunden von dem Ziel erzählt und diese wenn möglich sogar einbezieht. Und: Wer zum Joggen verabredet ist, überwindet sich im Zweifel leichter, auch bei widrigen Bedingungen loszugehen.


Technische Hilfsmittel:
Manche Menschen befassen sich gern mit Daten. Ihnen helfen womöglich sogenannte Wearables oder andere Fitness-Tracker, die gelaufene Kilometer, Puls etc. anzeigen und aufzeichnen. So kann man eigene Ziele und mögliche Leistungssteigerungen gut nachverfolgen. Dirk Schwarzer rät jedoch dazu, das in Maßen zu tun. Ein reiner Wettlauf gegen die Uhr, bei dem man die Natur nicht mehr wahrnehme, sei sicher nicht sinnvoll.

 

Ein Tipp: Flexibel sein. Auch zuhause gibt es Möglichkeiten, sich fit zu halten. Foto: Mrs.Sporty GmbH

Flexibel bleiben: Man hat aufgrund seiner Lebenssituation keine langen Zeitfenster für Sport zur Verfügung? „Bleiben Sie flexibel“, rät Schwarzer. Auch kurze, aber regelmäßige Gymnastikeinheiten im eigenen Keller seien besser als nichts. Oder die tägliche Radfahrt zum Arbeitsplatz, auch wenn die Strecke nicht weit ist. 


Visualisierung und Selbstgespräche
: Diese Methoden kommen im Spitzensport zum Einsatz, helfen vielleicht aber auch manchem Breitensportler. Man könne sich zum Beispiel vorstellen, was für ein gutes Gefühl es sei, wenn man nach einem Lauf nach Hause komme und dann ohne schlechtes Gewissen nach einer warmen Dusche frühstückt, sagt Schwarzer. Bei motivierenden Selbstgesprächen gehe es darum, sich selbst in seinem Tun zu bestärken – so wie das ein guter Coach oder Trainer tun würde - und sich zum Beispiel zu sagen: „Beim letzten Mal habe ich es schon ziemlich gut geschafft, heute sind bestimmt noch zwei Minuten mehr drin.“


Valerie Blass

Valerie Blass

Autorin

Valerie Blass ist Autorin im Politik-Team. Ihr besonderes Interesse gilt Themen aus dem Bereich Gesundheit.

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