Weindorf-Streit: Wer darf Curry-Wurst verkaufen?

Heilbronn  Auf dem Heilbronner Weindorf herrscht Unruhe unter den Imbissständen-Betreibern: Auslöser sind die Curry-Knacker an einem Stand. Wie kam es zu dem Krach?

Von Kilian Kauth
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Die Imbissbetreiber sind meistens positiv gestimmt. Doch diese Woche verfinsterten sich ihre Mienen: Nicht wegen der vielen Wolken am Heilbronner Himmel, sondern wegen Uwe Nothwang. Der Metzgermeister bietet in seinem Weindorf-Stand nämlich ein Produkt namens Kochendorfer Curry-Knacker an. Die fast alle miteinander verwandten Heilbronner Imbiss-Anbieter gehen dagegen beinahe auf die Barrikaden. „Claudia Damerau, Marion Rathgeber und ich“, so berichtet Heidi Silzer, hätten dem Kochendorfer Unternehmer ganz schön die Meinung gesagt.

Um was geht es? 

Die große Imbissfamilie findet es laut Heidi Silzer schlichtweg „unkollegial“, dass Nothwang neuerdings auch Curry-Würste anbietet. Er verstoße damit gegen eine alte Absprache, wonach dies nur bestimmte Betriebe dürften. Auch die erst später ins Weindorf eingestiegenen Schwestern Hanne und Uschi Schröter würden sich daran halten.

Silzer, deren Vorfahren die Curry-Wurst einst von der Spree an den Neckar gebracht hatten, fürchtet nun einen Präzedenzfall und warnt, dass man sich gegenseitig die Butter vom Brot nimmt. Uwe Nothwang betont indes, dass die Heilbronn Marketing GmbH (HMG) seine Speisekarte ohne Einwand übernommen habe. Er verstehe die Aufregung nicht, Wengertern würde man doch auch nicht vorschreiben, dass sie keinen Trollinger und Riesling verkaufen dürften. „Und Metzger verkaufen eben Wurst, warum nicht Curry-Wurst?“

Wegen der großen Nachfrage habe er sein Sortiment entsprechend abgerundet.

Die Festveranstalter wollen den Ball flach halten. HMG-Chef Steffen Schoch sagt, dass es keine festen Speisekarten-Regeln gebe. „Wir müssen über die Sache aber reden, auch in der Beschicker-Versammlung.“ Verkehrsvereins-Chef und Jurist Nico Weinmann will abwiegeln. „Beide Seiten haben miteinander gesprochen. Ich gehe davon aus, dass jetzt alles wieder gut ist.“ Nothwang äußert sich ähnlich, die Imbiss-Verkäuferinnen anders. Sie sind sauer. 


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