Gute Weindorfbilanz mit 270.000 Besuchern

Heilbronn - Genau 53.255 leere Flaschen haben Helfer bis in die Morgenstunden des Sonntags eingesammelt - 25 Flaschen weniger als 2010. Mit rund 270.000 Besuchern kann die 41. Auflage fast an den Vorjahreserfolg anknüpfen.

Von Bärbel Kistner
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Heilbronn - Die Helfer des Tauchclubs und der Union Heilbronn haben genau Buch geführt: 53 255 leere Flaschen haben sie bis in die Morgenstunden des Sonntags eingesammelt, exakt 25 Flaschen weniger als im Vorjahr. Und 2010 war ein überdurchschnittlich gutes Weindorf-Jahr gewesen. Mit rund 270 000 Besuchern kann die diesjährige 41. Auflage fast an den Vorjahreserfolg anknüpfen.
 
„Besser kann es nicht laufen“, berichtet etwa Weingutbetreiber Martin Heinrich, der sich über sein zweitbestes Ergebnis seit der Jahrtausendwende freut. Manche Stände hätten sogar ein Umsatzplus zu verzeichnen, nur vereinzelt seien Beschicker nicht ganz zufrieden, zieht Bernhard Winkler, Chef der Heilbronn Marketing GmbH (HMG), abschließend Bilanz.
 
Spätsommer

„Der Wettergott hat uns natürlich begünstigt“, frohlockt Winkler. Ein hochsommerlicher Auftakt am ersten Wochenende und laue Spätsommerabende fast bist zum Schluss befördern die Tendenz früherer Jahre: Weißherbst steht mit großem Abstand an erster Stelle. „Manche machen damit bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes, etwa Dürrenzimmern oder Schwaigern“, sagt der HMG-Chef. Grauburgunder gehört ebenso zu den umsatzstarken Sorten. „Rotweine liefen dagegen noch schwächer als sonst.“
 
Rainer Lang, Vorstandsvorsitzender Weingärtner Brackenheim, sieht beim Publikum die Genießer auf dem Vormarsch. Nicht nur, dass sie auf dem Weindorf 80 bis 85 Prozent des Umsatzes mit Prädikatsweinen machen – gegenüber zehn bis zwölf Prozent Anteil beim regulären Verkauf. Er entdeckt immer mehr Besucher, die ganz gezielt kommen, um einen Abend lang nur Lemberger oder Riesling zu probieren. „Hochwertige Weine sind auch auf dem Weindorf stark im Kommen“, glaubt Lang. Am ersten Samstag etwa sei der Signum, mit 3,80 Euro für das Zehntel obere Preisklasse, bis auf drei Flaschen ausgetrunken gewesen.
 
Die Chance, Kundenpflege zu betreiben und Besucher für bestimmte Weine zu begeistern, hält Lang für einmalig: „Deshalb ist auch stets jemand von den Chefs da und zwar nicht hinter, sondern vor dem Stand.“ Wer das beherzige, bei dem stimmen auch die Zahlen, ergänzt Bernhard Winkler.
 
Partyvolk

Sonntag bis Mittwoch sind die Genießertage, Donnerstag bis Samstag ist das Partyvolk unterwegs, dieser Trend habe sich noch weiter verstärkt, heißt es bei der HMG. Zum zweiten Mal dauerte das Weindorf über zwei Wochenenden und endete am Sonntagabend. Dass ausgerechnet der letzte, umstrittene Sonntag diesmal der einzige Schlechtwettertag mit mageren Besucherzahlen ist, davon lassen sich die Befürworter nicht beirren.
 
„Der Tag muss aus Imagegründen sein, auch wenn er aus wirtschaftlichen Gründen verloren ist“, meint Rainer Lang. Seine Idee: Das Weindorf speziell an diesem Sonntag zum Ziel für Busunternehmen zu machen. Winkler weiß die Hoteliers auf seiner Seite. Und: „Wir wollen sonntags kein Geisterweindorf.“

Termine 2011 und 2012
 
Das 42. Heilbronner Weindorf ist für 7. bis 16. September 2012 geplant, Start ist wieder am letzten Freitag der Sommerferien. Die nächsten Weinveranstaltungen in Heilbronn: Weinlesefest am Wartberg am Samstag, 24. September, Landesweinprämierung am 18. November und Gipfeltreffen der Württemberger Weine in der Harmonie am 19. und 20. November. 

 

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