100.000 Besucher auf dem Weindorf (11.09.2010)

Heilbronn - Das 40. Heilbronner Weindorf eröffnete bei bestem Wetter. Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus gab dem Jubiläumsfest die Ehre. Zum Auftakt erlebte das Weindorf einen regelrechten Ansturm: Etwa 100.000 Besucher kamen laut Stadtmarketing am ersten Wochenende.

Von Kilian Krauth
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Heilbronn - Das Heilbronner Weindorf 2010 erlebte zum Auftakt einen regelrechten Besucheransturm. Rund ums Rathaus gab es streckenweise fast kein Durchkommen. An vielen Ständen standen die Besucher Schlange. Parallel zum Fest vergnügten sich viele junge Menschen in der Sülmer City. Am Samstag fand das zehntägige Fest bereits seinen kulturellen Höhepunkt: ab 14 Uhr wurde der 17. Theatermarkt der Region auf der Bühne am Marktplatz veranstaltet.



Jubiläumsfest

Bei spätsommerlichen Temperaturen erlebte das mittlerweile 40. Heilbronner Weindorf am Wochenende einen Auftakt wie aus dem Bilderbuch. Im Lauf des Sonntagabends dürfte nach Angaben der Heilbronn Marketing GmbH (HMG) die Besuchermarke von 100 000 überschritten worden sein. Ein Vergleich mit den Vorjahren müsste laut HMG-Chef Bernhard Winkler hinken. Wegen des Jubiläums wurde das Fest nämlich erst am Freitag, also einen Tag später eröffnet. Es umfasst dafür aber zwei Wochenenden und endet erst am Sonntag, 19. September.
 

Mehr Bahnen und Busse zum Weindorf

Nach lauten Beschwerden über massive Enge in Stadtbahnen beim Heilbronner Weindorf 2009 setzen die Verkehrsbetreiber bei der diesjährigen 40. Auflage deutlich mehr Wagen ein. Gerade in den stark frequentierten Abendstunden werde man zwei Wagen statt einem einsetzen, sagte Markus Weinich, Betriebsplaner der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) auf Anfrage. Dadurch könne man pro Zug rund 190 Menschen mehr transportieren.

Am Wochenende werde abends alles doppelt bestückt. Unter der Woche würden zudem Zusatzzüge eingesetzt, blickte er voraus. Außerdem bietet der HNV bis 19. September neue Sonderbuslinien in die Region an.

Eröffnung am Freitagabend

Tausende Besucher feierten am Freitagabend den viel zitierten „Eintritt ins Schwabenalter“. Selbst der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus gab dem Jubiläumsfest die Ehre. In erster Linie kam der Landesvater ja zum Feiern. Doch dann holten ihn die aktuellen landespolitischen Themen doch ein.



Auftakt mit Protestnote

Zu allgemeinen Überraschung blies ihm mitten in der Eröffnungszeremonie ein Trompeter den Marsch. Und am Kiliansturm enthüllten BUND-Aktivisten ein Banner mit der Aufschrift „Atomkraft – nein danke, kein Stuttgart 21.“ Auch andere zeigten Flagge.

„Wenn’s um die Sache geht“, so Mappus, „freue ich mich über jeden Begleiter aus Stuttgart“. Mit Blick auf die Region meinte er kurz und süffisant: „Reisen bildet.“ Prompt brach er bereits nach knapp einer Stunde Richtung Karlsruhe auf.

 

Forderungen

Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach konnte es sich beim offiziellen Teil nicht verkneifen, seinen politischen Forderungen Ausdruck zu verleihen. Er tat dies in Reimform. „Als OB, der ich mal bin, kann ich leider nicht umhin, die Dinge ihm jetzt zu benennen, die uns so auf den Nägeln brennen: Gemeinsam schaffen wir daran, dass die A6 kommt bald voran, dass die Verbesserung erreicht und sie nicht mehr ’nem Parkplatz gleicht.“ Und weiter: „Wenn wir die Buga dann genießen und vorher Landesmittel fließen, dann greifen wir gern ins Ersparte und schenken ihm ’ne Dauerkarte.“

Mertz neuer Herbstritter

Weniger politisch stellten sich bei strahlendem Spätsommerwetter die Deutsche Weinkönigin Sonja Christ, ihre Württemberger Kollegin Juliane Nägel und drei Käthchen von Heilbronn vor. Fester Bestandteil der Weindorf-Eröffnung ist auch die Kür eines neuen Herbstritters. Verkehrsvereins-Chef Karl Seiter nahm den geschichtsbewussten Unternehmer Dr. Karl Friedrich Mertz in den illustren Honoratiorenkreis auf.

Ein Markenzeichen des Weindorfes sind – neben 300 Weinen und Sekten – auch die stilvoll geschmückten Stände. Einige Dekorateure griffen das Jubiläum auf und gaben der 40 in vielerlei Form Gestalt. Einen neuen Stand stellen heuer nur die Lauffener Weingärtner. Darüber hinaus greifen aber eine ganze Reihe von Neuerungen: von einer neuen Werbelinie bis hin zu größeren Gläsern.

Verlängerte Öffnungszeiten

Als Geschenk an die Besucher gelten verlängerte Öffnungszeiten: Das Fest begann zwar einen Tag später als sonst, es umfasst dafür aber zwei Wochenenden. Bis zum Sonntag, 19. September, werden die Öffnungszeiten zudem werktags um eine halbe Stunde auf 23 Uhr ausgedehnt. Aber nur probehalber.


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