TV-Debatte zur Europawahl: Live mitreden und bewerten

Europawahl  Beim TV-Duell zur Europawahl mit den Spitzenkandidaten Frans Timmermans und Manfred Weber war die Meinung unserer Leser gefragt. Während der Debatte wurden die Kandidaten hier in Echtzeit anhand ihrer Aussagen bewertet.

Von unserer Redaktion

Debat-O-Meter
So funktioniert das Debat-O-Meter. Es können unendlich viele Bewertungen abgegeben werden, pro Sekunde zeichnet das Debat-O-Meter eine Stimme auf.

Die Europawahl steht vor der Tür und mit ihr die Frage, wer EU-Kommissionspräsident werden könnte. Um die weit entfernten Vorgänge in Brüssel in das Wohnzimmer der Wähler zu bringen, stehen sich heute Manfred Weber von der CSU und Frans Timmermans von der Sozialdemokratischen Partei der Niederlande im TV-Duell (jetzt live im ZDF) gegenüber.

Sie sind die zwei Spitzenkandidaten der bisher größten Fraktionen im Europaparlament, beide können sich gute Chancen auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten ausrechnen.

Zuschauer konnten hier mit dem Debat-O-Meter ihre Eindrücke mitteilen

 

Die Universität Freiburg hat ein interaktives Tool entwickelt, das Debat-O-Meter, mit dem Zuschauer bei dem TV-Duell in Echtzeit mitteilen können, was sie von Webers und Timmermans’ Standpunkten halten. Während der Debatte konnten über das Debat-O-Meter Bewertungen abgegeben werden. Von jedem User wurde pro Sekunde eine Bewertung aufgezeichnet. Wurde kein Knopf gedrückt, wurden auch keine Daten aufgezeichnet und das Debat-O-Meter interpretiert die Bewertung als "neutral". Alle Daten werden vertraulich behandelt und anonymisiert ausgewertet. 

Direkt im Anschluss an das TV-Duell ordnet das Team der Universität Freiburg ein, welcher Kandidat bei welchen Themen besonders viel Zustimmung oder Ablehnung erfahren hat. Diese Analyse wird noch am selben Abend auf stimme.de veröffentlicht.

Manfred Weber und Frans Timmermans
Manfred Weber (links), Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei EVP, und Frans Timmermans von der Sozialdemokratischen Partei Europas rechnen sich beide Chancen auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten aus. Foto: dpa

Im TV-Duell wurden viele kontroverse Themen angesprochen

Neben dem Brexit beschäftigen die Menschen in Europa viele Fragen, für die Weber oder Timmermans als Kommissionspräsident in Zukunft die Weichen stellen könnten: Wie kann dem Klimawandel effektiv begegnet werden? Wie lassen sich die Auswirkungen von Flucht und Migration bewältigen? Wie geht es weiter im Handelskonflikt mit den USA? Wie soll das Verhältnis der EU zu Russland aussehen? Hinter all dem steht im Grunde die Frage: Wie soll es weitergehen mit Europa?

„Bisher konnten Zuschauer die Diskussion lediglich daheim im stillen Kämmerlein verfolgen, ohne kommunizieren zu können, ob sie ein Argument wirklich überzeugt oder in ihren Augen nur heiße Luft ist“, erklärt Uwe Wagschal, Professor für Vergleichende Regierungslehre an der Universität Freiburg. Das soll sich mit dem Debat-O-Meter ändern. Das Konzept hat die Universität schon bei Bundestags- und Landtagswahlen sowie bei der Brexit-Debatte und den Präsidentschaftswahlen in Frankreich und den USA ausprobiert – mit Erfolg: „Rund 44.000 Menschen haben allein zur Debatte Merkel/Schulz unsere App aufgerufen und mitgemacht“, sagt Wagschal. 

Bereits das erste Aufeinandertreffen von Weber und Timmermans am 7. Mai hat gezeigt, dass es trotz einiger Gemeinsamkeiten mitunter klare Unterschiede zwischen den beiden Kandidaten gibt. So verspricht zum Beispiel die Debatte zur CO2-Steuer, zum Thema Handel, Wirtschaft und der Sicherung der EU-Außengrenzen spannend zu werden. 

 

 


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