Spitzenkandidat Weber: Interrail-Ticket für junge Europäer

Interview  Manfred Weber, Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) bei den Europawahlen, befindet sich auf der Zielgeraden eines anstrengenden Wahlkampfes. Im Interview mit der "Heilbronner Stimme" erklärt Weber, warum es sich dieses Mal besonders lohnt, zur Wahl zu gehen.

Von Hans-Jürgen Deglow
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Manfred Weber, Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) bei den Europawahlen, befindet sich auf der Zielgeraden eines anstrengenden Wahlkampfes. Vor seinem großen Wahlkampfauftritt in Ulm mit CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer besuchte der 46-jährige CSU-Politiker die Redaktion der „Heilbronner Stimme“. Im Interview erklärt Weber, der EU-Kommissionspräsident werden will, warum es sich dieses Mal besonders lohnt, zur Wahl zu gehen - weil die Menschen „jetzt über die Richtung entscheiden, die Europa in Zukunft nimmt“.

Der Niederbayer erklärt auch seinen Plan, wie er die junge Generation noch mehr für Europa begeistern möchte. So soll jeder EU-Bürger zum 18. Geburtstag ein kostenloses Interrail-Ticket erhalten, um Europa entdecken zu können. Denn wer sich besser kennt, der schätzt auch eher die gemeinsamen Werte der Gemeinschaft, so die Botschaft. 

Abschaffung aller Industriezölle

Interview Manfred Weber

Eine klare Haltung hat Weber zu den von den USA verhängten Strafzöllen gegen China. Der CSU-Mann Weber (CSU) spricht sich gegen jede Art von Zöllen aus. In Anbetracht auch der Drohung mit Strafzöllen gegen Auto-Importe aus Europa sagte er: „Ich bin morgen bereit, mit den USA in Verhandlungen über die Abschaffung aller Industriezölle einzutreten. Ich würde das unterstützen.“

Weber sagte weiter: „Gerade in Baden-Württemberg und Bayern treiben uns mögliche Autozölle um, die vielleicht von den USA kommen. Wir als CDU/CSU und Europäische Volkspartei sind morgen bereit, über vernünftige Handelsverträge sowohl mit China als auch mit den Vereinigten Staaten zu reden.“ Europa dürfe sich nicht von den USA erpressen lassen. 

Kritisch sieht er auch die Rolle Chinas. Weber: „China ist mittlerweile eine starke Industrienation. Deshalb müssen wir endlich zu einem gemeinsamen Verständnis von Handel kommen. Wenn wir genau wissen, dass hinter Firmenübernahmen aus China industriepolitische Interessen stehen und kein marktwirtschaftliches Verhalten, dann muss Europa zukünftig das Recht bekommen, solche Übernahmen im Extremfall zu untersagen. Handel ja, aber naiv dürfen wir Europäer nicht sein.“ 

Den großen Bericht über den Redaktionsbesuch bei der „Heilbronner Stimme“ lesen Sie am kommenden Dienstag. 


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