Lindner beim Wahlcheck: Europawahl nicht zur Protestwahl machen

Heilbronn  FDP-Chef Christian Lindner gibt sich beim Stimme-Wahlcheck unter der Pyramide der Kreissparkasse Heilbronn kämpferisch und schlagfertig. Hier gibt es das komplette Video der Veranstaltung.

Von Hans-Jürgen Deglow

 

 

Auftakt der Wahlcheck-Reihe zur Europawahl unter der Pyramide der Kreissparkasse. Allerdings mit etwas Verspätung. Weil seine Maschine in Berlin nicht rechtzeitig abheben konnte, kam FDP-Chef Christian Lindner 70 Minuten zu spät in Heilbronn an. Doch die Geduld der Besucher wurde belohnt, das 94-minütige Gespräch mit Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer war spannend, unterhaltsam und bot viele Einblicke in die politischen Vorstellungen des Liberalen.

Die Wartezeit überbrückten die Besucher der ausgebuchten Veranstaltung mit regen Gesprächen im Foyer, die Kreissparkasse hatte für das leibliche Wohl gesorgt. Vor dem sehr interessierten Publikum erklärte dann der Liberale, wie seine Partei bei der Wahl am 26. Mai punkten will. Das Thema des Wahlchecks lautete: „Aufbruch 2019. Wohin steuern Deutschland und Europa?“ 

Mehr zum Thema: Lesen Sie hier den ausführlichen Text zum Stimme-Wahlcheck mit Christian Lindner

 

Junge Leute stellen Fragen
 
Moderator Uwe Ralf Heer bat auch drei junge Leute auf die Bühne, Lara Walter (17) aus Erlenbach, Ronja Bunse (19) und Vincent Kaienburg (15) aus Neckarsulm. Vincent wollte von dem 40-jährigen Lindner wissen, wie er es sehe, dass viele junge Menschen derzeit die Grünen favorisierten. Vincent fragte: „Herr Lindner, Sie setzen sehr viel in die Jugend, insbesondere mit dem Thema Bildung. Mir scheint aber, die Jugendlichen interessieren sich weit mehr für Umweltschutz. Ich denke, das zeigt die letzte Juniorwahl in Hessen sehr deutlich, als die Grünen mit knapp 30 Prozent dreimal so stark waren wie die FDP. Viele in meinem Alter sehen Grünen als gesellschaftlichen Hoffnungsträger. Wie wollen Sie die Jugendlichen überzeugen, dass die Zukunft nicht grün, sondern gelb sein muss?“

Lindners Antwort: „Bei den jüngeren Leuten und Frauen hatten wir bei der Bundestagswahl 2017 genauso viele Wähler wie die Grünen.“ Es gehe nicht um Image, sondern um werteorientierte Politik, um praktische Fragen. Die FDP habe die Ökologie natürlich im Blick, zugleich aber auch die Probleme der Menschen, die nicht mehr mit ihren Diesel fahren dürften. Lindner: „Bei den Grünen geht es oft nur um Umerziehung, um den Umbau der Gesellschaft.“ Lara wollte wissen, ob er seine Reden selber schreibe. Ja, entgegnete Lindner, er lasse aber Themen durch Mitarbeiter vorbereiten.

Mehr zum Thema: Von begeistert bis enttäuscht reicht das Spektrum der Reaktionen bei den Besuchern des Stimme-Wahlchecks

 

Europawahl nicht als Protestwahl betrachten

Beim Thema Europawahl mahnte er, die Wahl nicht als Protestwahl zu betrachten, sondern demokratische Parteien zu stärken. Die Landtagswahlen 2019 seien ebenfalls Schlüsselwahlen. Hier sei es auch Aufgabe der FDP dafür zu sorgen, dass tragfähige Regierungen gebildet werden.

Lindner äußerte sich auch zu aktuellen Themen. Klar befürwortete er die Möglichkeit von Home Office für Arbeitnehmer - mit so wenig bürokratischen Schranken wie möglich. 

Zum Schluss langer und starker Applaus für einen sehr interessanten und aufschlussreichen Wahlcheck.
 
Bis zur Europawahl am 26. Mai werden weitere Spitzenpolitiker zum jeweils 90-minütigen Wahlcheck erwartet. So hat Grünen-Chef Robert Habeck sein Kommen zugesagt. Die weiteren Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.  

 

 


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