Fünf kleine Parteien werben um Stimmen

Hohenlohe - Kandidaten im Wahlkreis Hohenlohe hoffen auf Einzug in den Landtag, andere zumindest auf Aufmerksamkeit

Von Matthias Stolla und Hagen Stegmüller

Hohenlohe - Neben den vier im Landtag vertreteten Parteien CDU, SPD, Grüne und FDP treten im Wahlkreis 21 Hohenlohe fünf weitere Parteien an: AUF (Arbeit, Umwelt, Familie), Linke, Republikaner, NPD und Piraten. Nachfolgend die Kurzporträts ihrer Kandidaten in der Reihenfolge, wie sie am 27. März auf dem Stimmzettel stehen werden. Vom Piraten-Kandidat Manuel Weinert liegen keine Informationen vor.

Elisabeth Burr (AUF): Die 51-Jährige ist ganz nah dran an der Parteispitze: Ihr Ehemann Dieter (53) ist Bundesvorsitzender der AUF-Partei. Das Ehepaar lebt im Weissacher Teilort Flacht bei Leonberg. Beide sind evangelisch und treten für eine Politik ein, die sich an christlichen Werten orientiert. Das A im Parteinamen steht für Arbeit. Elisabeth Burr will dafür kämpfen, dass eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit möglich ist. Der letzt Buchstabe im Namen ihrer Partei ist ihr besonders wichtig: F für Familie. "Wenn ich ein Kind will, muss ich schauen, dass ich der Verantwortung dafür gerecht werde", sagt sie. Kinder schon ab dem ersten Lebensjahr in eine Tagesstätte zu geben, findet sie "völlig daneben". Das U steht für Umwelt. Burr fordert verantwortlichen Umgang mit Ressourcen und will das Höfesterben mit mehr Direktvermarktung aufhalten.

Richard Neumann (Linke): Der 51-jährige Maschinenschlossermeister will vor allem eines: Interessen der Arbeitnehmer im Landtag vertreten. Da sieht er Nachholbedarf: "In unserem Ländle haben wir uns in den letzten 57 Jahren immer weiter davon entfernt." Neumann lebt in Neu-Kupfer, arbeitet seit 30 Jahren bei Getrag in Neuenstein, ist Betriebsrat und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats: "Ich habe täglich mit der Thematik zu tun", sagt er. Gerade auch im politisch eher schwarzen Hohenlohe gebe es für ihn als Kandidaten, der für soziale Gerechtigkeit eintritt, viel zu tun: "Hier gibt es Weltmarktführer, die Menschen zu Niedrigstlöhnen in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigen." Die Landesregierung unterstütze das stark, sagt Neumann. Zweiter Schwerpunkt: "Bildung darf keine Ware sein." Sie müsse kostenfrei sein.

Michael Paulwitz (REP): Der 45-jährige Journalist aus Stuttgart will sich für den Mittelstand einsetzen. "Die Mittelschicht muss entlastet werden. Mehr als die Hälfte des Verdienstes landet beim Staat", sagt Paulwitz. Daran schuld sei auch die "aufgeblähte Sozialindustrie". Sie verhindere, dass Steuergeld sinnvoll eingesetzt werde. Der zweifache Familienvater kandiert auch im Wahlkreis Schwäbisch Hall. Hohenlohe kenne er von einigen Geschäftsreisen. Dabei sei ihm auf der A 6 die ungenügende Verkehrsinfrastruktur aufgefallen. Den Ausbau-Plänen des Landes traut der REP-Kandidat nicht: "Vor Wahlen wird viel versprochen." Wichtig sei, auch nach dem 27. März Druck auf die Landesregierung zu machen. 2006 holten die Republikaner im Wahlkreis Hohenlohe 2,8 Prozent. Paulwitz hofft, dieses Ergebnis noch zu übertreffen.

Matthias Brodbeck (NPD): Der 38-jährige Maschinenbediener aus Erlenbach ist seit 1990 Mitglied der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands. Die Partei wird vom Landesamt für Verfassungsschutz als rechtsextremistisch, in Teilen neonazistisch eingestuft. Brodbeck bezeichnet die Familie als "Keimzelle eines jeden Volkes". Sie müsse gefördert werden. Darüber hinaus sei die multikulturelle Gesellschaft gescheitert. Die hier lebenden Ausländer müssten in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden. Bei der Inneren Sicherheit fordert Brodbeck, "Recht und Ordnung" wiederherzustellen. Die nationale Identität Deutschlands müsse gestärkt werden. Brodbeck ist seit 1998 NPD-Kreisvorsitzender für Heilbronn und Hohenlohe. Bei der letzten Landtagswahl holte die NPD in Hohenlohe 1,6 Prozent. Auf dieses Ergebnis will Brodbeck aufbauen.

Fünf kleine Parteien werben um Stimmen

Elisabeth Burr

Foto: Matthias Stolla

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Richard Neumann

Foto: Henry Doll

Fünf kleine Parteien werben um Stimmen

M. Paulwitz

Foto: privat

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M. Brodbeck

Foto: privat