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Neckarsulm


Gesucht: Sparsame Stadtentwickler

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Meilenstein: Die SE-Zentren prägen heute das Stadtbild.Foto: Archiv/Berger
Es gibt Gemeinderäte im Landkreis, die haben mit ihren oft lebhaften Diskussionen einen so hohen Unterhaltungswert, dass die Zuschauerreihen regelmäßig gut gefüllt sind. Das ist in Neckarsulm anders. Spontane Ausbrüche und hitzige Debatten sind im Neckarsulmer Ratssaal die Ausnahme. Sachthemen stehen hier in der Regel im Vordergrund. Das weiß auch Oberbürgermeister Joachim Scholz zu schätzen. Das Verhältnis des Gremiums zur Verwaltung bezeichnet er als "gute Partnerschaft".

Kompromisse 

Wie in einer Ehe üblich, gibt es allerdings auch Meinungsverschiedenheiten. Manchmal zwischen den Fraktionen, manchmal parteiintern. Dass Abweichler von den Fraktionen auch akzeptiert werden, erlebt Scholz ebenfalls als positiv. Für besonders bemerkenswert hält er: "Bei Meinungsverschiedenheiten finden sich in der Regel Kompromisse − zum Wohle der Stadt." An solchen Punkten war man im Laufe der vergangenen fünf Jahre häufig: Hallenbad, Stadtentwicklungsprozess, Kita-Neubauten.

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In den nächsten Wochen öffnet das neue Hallenbad.Visualisierung: Sacker Architekten

Umso auffälliger, wenn die verbale Auseinandersetzung einmal bissiger als sonst geführt wird. Das war beim Streit um einen zusätzlichen Sportplatz für die Kernstadt der Fall, den CDU, Freie Wähler, FDP und Grüne ablehnten. Das war so, als die SPD die Schaffung neuer Stellen im Rathaus kritisierte. Hintergrund im zweiten Fall: Die Personal- und Organisationsuntersuchung, die vor zwei Jahren für viel Wirbel in der Verwaltung gesorgt hatte, wurde von den Stadträten sehr unterschiedlich bewertet. Und plötzlich war das sonst so friedliche Miteinander empfindlich gestört.

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Blick in den Neckarsulmer Ratssaal: Fast alle Gemeinderatsmitglieder treten bei der Wahl am 25. Mai wieder an. Ein konstruktives Miteinander ist bislang die Regel in dem Gremium, das vor großen Herausforderungen steht. Foto: Archiv/Klug
Doch auch in solchen Situationen wird in Neckarsulm bislang mit Bedacht reagiert. Statt mit plumpen Retourkutschen beschäftigt man sich schnell wieder mit der Sache. Denn Aufgaben gibt es genug zu erledigen. Die größte Herausforderung darunter ist der Spagat, der den alten Gemeinderat ebenso beschäftigt hat wie er den neuen beschäftigen wird: Große Zukunftsprojekte auf den Weg bringen, die Stadt weiterentwickeln und dabei gleichzeitig die fortlaufenden Kostensteigerungen eindämmen.

Die Personalkosten der Stadt sind in fünf Jahren um gut acht Millionen Euro gestiegen und liegen bald bei 30 Millionen Euro. Das ist auch mit 80 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen eine nicht zu unterschätzende finanzielle Belastung. Was, wenn die hohen Steuerzahlungen einmal ausbleiben? Dann hilft es auch wenig, dass der Großteil der neuen Stellen mit dem Ausbau der Kinderbetreuung zusammenhing − keine ganz freiwillige Aufgabe, die Neckarsulm dennoch besonders konsequent erfüllt. Schließlich gibt es den Anspruch, familienfreundlichste Stadt der Region zu sein.

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Kein Umbruch

Wer künftig die Interessen der Bürger im Gemeinderat vertritt, darf nicht mit viel Spielraum rechnen. Sparpotenziale zu finden und zu nutzen wird nicht einfach sein. Bei der Verkehrsproblematik ist die Stadt auf Bund und Land angewiesen. Bei anderen Vorhaben wie der Ausweisung neuer Baugebiete ist Widerstand aus Teilen der Bevölkerung absehbar. Als Vorteil oder als Nachteil kann man werten, dass sich fast alle der 29 aktuellen Mitglieder des Gremiums wieder zur Wahl stellen. Nur Silvia Herold (CDU) verzichtet nach 20 Jahren auf eine erneute Kandidatur: "Damit die Jungen auch einmal eine Chance haben", wie sie sagt.

Kommune im Internet

www.neckarsulm.de


 

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