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Kommunalwahl: Der Öhringer Rat wird etwas grüner

Öhringen  Mehr Jugend, mehr Frauen, mehr Grün - und vor allem: mehr Sitze. Das ist das Ergebnis der Öhringer Gemeinderatswahl. Am späten Montagabend waren die Stimmen ausgezählt und die Zahlen ausgewertet.

Der Rat wird etwas grüner

Prozentuale Zugewinne gegenüber 2009 verbuchte lediglich die Liste UNS/Grüne, deren Anteil von 11 auf 14 Prozent kletterte. Die Fraktion wächst um zwei auf sechs Stadträte.

Die CDU verlor fast zwei Prozent und liegt nun knapp unterhalb von 31 Prozent. Die Liberalen, vor fünf Jahren der große Wahlgewinner, haben zwar nur 0,3 Prozent verloren, allerdings verteilen sich die Wählerstimmen auf zwei Listen: LBÖ (17,1 Prozent) und FDP (5,5 Prozent). Die Freien Wähler haben ebenfalls 0,3 Prozent verloren, liegen nun bei 17,2 Prozent, erhalten aber durch die Ausgleichssitze in Folge der unechten Teilortswahl ein Mandat mehr. Knapp 0,4 Prozent beträgt der Verlust bei der SPD, die 15,2 Prozent der Wählerstimmen erhielt.

Einige Aspekte des Wahlergebnisses in Sichworten:

Mandate: Die erneut gestiegene Zahl der Ratssitze ist die Folge der unechten Teilortswahl. Weil die CDU acht von neun Teilortsbezirken gewonnen und überdies fünf Sitze in der Kernstadt errungen hat, erhalten die übrigen Listen insgesamt 15 Ausgleichsmandate, um die Kräfteverhältnisse wieder gerade zu rücken. Lediglich Professor Dr. Otto Weidmann (FWV) hat den Christdemokraten einen Teilort (Büttelbronn) abgenommen. In Cappel hat Dr. Rüdiger Richter (SPD) zwar das mit Abstand beste Ergebnis erzielt. Weil die CDU hier aber zwei Bewerber im Rennen hatte, die zusammen mehr Stimmen bekamen als Richter, ging auch dieser Teilort an die Christdemokraten.

Stimmen: Eine weitere Folge der komplizierten unechten Teilortswahl: Die 40,75 Prozent der 18 311 wahlberechtigten Öhringer, die am Sonntag an die Urnen gingen, hätten insgesamt rund 194 000 Stimmen abgeben können, tatsächlich gingen nur 151 432 Stimmen in die Zählung ein. Der Anteil der ungültigen beziehungsweise Fehlstimmen liegt damit bei 22 Prozent.

Abwahl: Von den 38 Mitgliedern des noch amtierenden Gemeinderates hatten sich 36 zur Wiederwahl gestellt. Nicht geschafft haben es zwei Nachrücker der ablaufenden Wahlperiode, Dr. Torsten Geburtig (CDU) und Wolfgang Braun (SPD), außerdem Siegfried Lauk (LBÖ) und SPD-Urgestein Leni Schwarz.

Prominenz: Das Ausscheiden von Leni Schwarz zeigt: Bekannte Gesichter werden bevorzugt gewählt. Als Mitarbeiterin der Sparkasse war sie stadtbekannt, nun, da sie im Ruhestand ist, ist der Promi-Bonus offenkundig verflogen. Den haben hingegen etliche Ratsneulinge nutzen können: für die CDU Gastwirt Stefo Stefanidis und Modekauffrau Diana Roßmann, für die FWV Metzgermeister Jens Remmlinger, für die LBÖ Buchhändler Markus Hassler und für die SPD Awo-Geschäftsführerin Sevim Sulejmanov. Ein bekanntes Gesicht seit Jahren ist der erfolgreichste Stimmensammler Dr. Thomas Pauli (LBÖ).

Frauen: Bei den Liberalen - sowohl bei LBÖ als auch FDP - bleiben nach wie vor die Männer unter sich. Insgesamt aber sind die Frauen auf dem Vormarsch. Bei der CDU hat sich der Frauenanteil auf zwei verdoppelt und ist dennoch der niedrigste nach den Liberalen. Für die FWV sitzen nach wie vor zwei Frauen in der Ratsrunde, ebenso für die SPD. Den größten Frauenanteil mit 83 Prozent haben UNS/Grüne: Dieter Volkert ist der einzige Mann in der sechsköpfigen Fraktion.

Jugend: Mit Laura Pano, Jasemin Sulejmanov (beide UNS/Grüne) und Patrick Wegener (SPD) haben drei ganz junge Kandidaten der Jahrgänge 1990 beziehungsweise 1994 den Sprung in den Gemeinderat geschafft. Das war vor fünf Jahren lediglich Katharina Kern gelungen. Sie hat sich aber nach gerade einmal zwölf Monaten Amtszeit in ein Auslandsjahr verabschiedet. Nachrückerin in der UNS-Fraktion war ihre Mutter Catherine. Auch im neuen Gemeinderat gibt es eine ganz spezielle Mutter-Tochter-Konstellation: Jasemin Sulejmanovs Mutter Sevim wurde neu in die SPD-Fraktion gewählt. Dass Mutter und Tochter gleichzeitig im Gemeinderat sitzen, ist in einer Stadt von der Größe Öhringens durchaus möglich. In Kommunen mit weniger als 10 000 Einwohnern dürfen laut Gemeindeordnung enge Verwandte nicht miteinander im Rat sitzen.

 

 

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