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Mehrheitssuche wird schwieriger

Heilbronn  Hier Zuversicht, da Skepsis. Freud’ und Leid liegen bei dem Ergebnis der Kommunalwahl in Heilbronn eng beisammen. Die Reaktionen der Kommunalpolitiker auf die Ergebnisse.

Von H. Buchholz und C. Friese

Mehrheitssuche wird schwieriger
Grüne Freude über einen Sitz mehr: Alexander Habermeier und Susanne Bay.

Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD): "Ich hatte ein solches Ergebnis erwartet, auf dieser Basis lässt sich gut weiterarbeiten. Für uns als Verwaltung gibt es keinerlei Berührungsängste. Die Stadt steht vor großen Herausforderungen."

Alexander Throm (CDU): "Wir sind zufrieden. In einem extrem schwierigen Umfeld haben wir es erreicht, trotzdem stärkste Fraktion zu bleiben − mit vier Prozent Abstand zur SPD. Die zwei Sitze weniger kommen durch das neue Auszählverfahren der Stimmen zustande."

Thomas Randecker (CDU): "Wir haben ein tolles Ergebnis, trotz der Umstände nach der verlorenen Oberbürgermeister-Wahl." Susanne Bay (Grüne): "Ich freue mich, dass wir einen Sitz mehr gewonnen haben. Wir hatten da ja in Heilbronn noch ein bisschen Luft nach oben. Dass die AfD zwei Sitze hat, hat mich geschockt. Gestern waren sie noch europakritisch, und jetzt sitzen sie im Gemeinderat in einer Stadt, in der so viele Bürger so vieler Länder leben." Hasso Ehinger (Bunte Liste): "Wir hatten uns mehr erhofft. Die Zeit war zu kurz, um die Bunte Liste bekannt zu machen. Die Wahlbeteiligung ist erschreckend gering. Das zeigt, dass eine Störung zwischen Rathaus und Bürger vorliegt. Alle Parteien sollten sich jetzt Gedanken machen, wie sie die Bürger mehr einbeziehen können."

Alexander Habermeier (Grüne): "Wir sind begeistert, dass wir einen Sitz mehr haben. Dass die Wahlbeteiligung unter 40 Prozent liegt, tja, was soll man da noch sagen..."

Nico Weinmann (FDP): "Wir sind dankbar, dass die Wähler nicht der Großwetterlage gefolgt sind, sondern unsere gute Arbeit honoriert haben. Mit neun Prozent können wir zufrieden sein. Wir haben nun eine Vielzahl von Einzelstadträten im Rat und müssen uns Gedanken machen, ob wir nun die Redezeit im Gemeinderat beschränken, damit jeder drankommt." Wolfgang Hafner (FDP): "Wir sind positiv überrascht. Neun Prozent in Heilbronn: Danach sah es nach dem Bundestrend nicht aus. Bei der Gemeinderatswahl gehen die Uhren anders. Der Tod von Richard Drautz hat uns einen Sitz gekostet."

Rainer Hinderer (SPD): "Wir haben unser Wahlziel, stärkste Fraktion zu werden, nur knapp verfehlt, und sind zufrieden. Mit Linken, Bunter Liste, Pro und AfD an den Rändern hätte ich nicht im Parlament gerechnet. Dass bei uns trotz Quote und Reißverschlussverfahren auf der Liste von insgesamt elf Ratsmitgliedern nur vier Frauen im Gemeinderat sind, ist traurig."

Sibylle Mösse-Hagen (SPD): "Wir werden lernen müssen, mit dem breiteren Spektrum im Gemeinderat umzugehen. Ich bin aber sicher, dass es auch künftig eine gute Zusammenarbeit mit breiten Mehrheiten geben wird. Unser Ziel bleibt, in Heilbronn stärkste Fraktion zu werden. Dass die AfD zwei Sitze erhält, hat mich überrascht. Ihr Demokratieverständnis muss die Partei erst noch beweisen."

Eugen Gall (Freie Wähler): "Es gibt keine Blöcke mit Mehrheiten mehr im Gemeinderat, die Mehrheitsfindung wird schwieriger. Das wird lustig. Mit meinem Ergebnis bin ich persönlich zufrieden. Dass die AfD auch uns Stimmen kosten wird, damit war zu rechnen."

Alfred Dagenbach (Pro): "Der Wähler hat entschieden. Es ist kein Wunschergebnis. Es ist offensichtlich nicht honoriert worden, dass wir uns um Bürgernähe bemühen. Im neuen Gemeinderat gehe ich davon aus, dass sich die Blöcke möglicherweise verhärten."


 

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