Politik soll ehrlicher und gerechter werden

Heilbronn - Der Marathon der Podiumsdiskussionen vor der Bundestagswahl hat begonnen, zwei hat Ulrich Schneider schon hinter sich, 15 stehen bisher in seinem Kalender. Am Samstag startete der Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen eine Radtour durch 32 Gemeinden im Wahlkreis Heilbronn.

Von unserer Redakteurin Gertrud Schubert

Politik soll ehrlicher und gerechter werden
Stehen für die Grünen ein: Silke Krebs und Ulrich Schneider. Foto: Schubert

Heilbronn - Der Marathon der Podiumsdiskussionen vor der Bundestagswahl hat begonnen, zwei hat Ulrich Schneider schon hinter sich, 15 stehen bisher in seinem Kalender. Am Samstag startete der Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen eine Radtour durch 32 Gemeinden im Wahlkreis Heilbronn. Am Vorabend traf man sich zu Wahlkampfauftakt und Sommerfest stilvoll im Schießhaus.

Die Stühle im Rokokosaal sind fast alle besetzt, als "Homentaschen" mit Klezmer auf den Sommerabend einstimmt. Die Anstrengung der kommenden Wahlkampfwochen scheint fürs Erste vertagt.

Energiegeladen

Silke Krebs, Staatsministerin der Grünen, ist zur Unterstützung des Bundestagsabgeordneten aus Stuttgart gekommen und fasst kurz die erste Halbzeit der grün-roten Landesregierung zusammen: "Zwei energiegeladene Jahre liegen hinter uns." Bildungspolitik erlebt sie als einen enormen Nachholbedarf. "Abbau (von Lehrerstellen) und gleichzeitig Umbau (des Systems), das ist schwierig, das knirscht", gesteht Krebs: "Wir wissen, dass das keine einfache Entwicklung ist an den Schulen." Sie ist zuversichtlich: "Wir kriegen das hin."

Gut aufgestellt

Ihre Zuversicht in der Energiewende, bei Kita-Ausbau, bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, überhaupt alles Stuttgarter Regierungsgrün empfindet der Berliner Abgeordnete Ulrich Schneider als Rückenwind. "Wir sind brillant aufgestellt für diesen Wahlkampf", sagt Schneider: thematisch mit neun Schlüsselprojekten von der konsequenten Energiewende bis zur Bürgerversicherung, personell mit den Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin, taktisch mit einer "ehrlicheren und gerechteren Politik".

Zu letzterer gehören für Schneider auch "moderate Steuererhöhungen im oberen Bereich" − um für die junge Generation nicht immer mehr Schulden aufzutürmen. Schneider rechnet vor: Bei 90.000 Euro Einkommen dreht es sich um 700 Euro jährlich: "Das ist zumutbar."


 

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