So lief die letzte Fernsehdebatte vor der Wahl

Bundestagswahl  In der Schlussrunde haben Politiker der sieben größten Parteien noch einmal für ihre Positionen geworben. Mit dem Debat-O-Meter konnten Stimme.de-Leser die Fernsehdebatte bewerten. Weder CDU noch SPD konnten entscheidend punkten.

Von unserer Redaktion und dpa
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Alexander Gauland (AfD, von links nach rechts), Joachim Herrmann (CSU) und Christian Lindner (FDP), Ursula von der Leyen (CDU), die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, Tina Hassel, die Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, Bettina Schausten, Manuela Schwesig (SPD), Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90 / Die Grünen) und Sahra Wagenknecht (die Linke) in der "Schlussrunde" zur Bundestagswahl. Foto: Schnitger/ZDF/dpa

Die Zeit bis zur Bundestagswahl lässt sich jetzt schon gut in Stunden runterzählen. Am Donnerstagabend ist es die letzte Gelegenheit für die Spitzenleute, sich vor großem Fernsehpublikum miteinander zu messen. Die beiden Spitzen der Spitzen allerdings, Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD), sind der Einladung von ARD und ZDF nicht gefolgt und schicken Vertreter in die Sendung „Wahl 2017 - Die Schlussrunde“: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).

Beim letzten TV-Schlagabtausch machten Spitzenpolitiker von Union, SPD, Linkspartei, Grünen und FDP am Donnerstagabend gemeinsam Front gegen die AfD. Die AfD überschreite mit organisierten Störaktionen beim Wahlkampf anderer Parteien vor allem im Osten Grenzen und verbreite dabei Hass und Hetze, kritisierte etwa Grünen-Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt in der Sendung. „Man brüllt sich nur noch gegenseitig nieder.“ Die AfD wolle die Gesellschaft spalten und stelle die Demokratie infrage. 

Mehr Geld für Schulen, mehr Tempo bei der Digitalisierung, mehr Geld und Anerkennung für Pfleger, faire Renten - in vielen Themen war die Runde sich im Grundsatz einig.

Zuschauer sehen Wagenknecht und Linder als Gewinner

Über 5100 Zuschauer nutzten dabei die Möglichkeit mit dem „Debat-O-Meter“, das an der Universität Freiburg entwickelt wurde, die sieben Kandidaten live zu bewerten. Dabei konnten die Zuschauer über das Internet mit Smartphones, Tablets oder PCs die Argumente und Politiker bewerten. Insgesamt gaben sie dabei rund 500.000 Einzelbewertungen ab. 

Grafik: Debat-O-Meter

 

Bei der Frage nach dem Debattensieger gab es am Ende der Debatte mit Sahra Wagenknecht (27,2%) und Christian Lindner (16,2%) zwei Gewinner, wobei jeder Fünfte überhaupt keinen Sieger in der Debatte ausmachen konnte. Am Ende lagen der etwas müde wirkende Gauland sowie Ursula von der Leyen, die nur 3,7 Prozent der Teilnehmer als Siegerin sahen.

Grafik: Debat-O-Meter

Differenziert man die Auswertungen nach dem Sieger der Debatte nach den relevanten Untergruppen: Jung (unter-35-Jährige) und Älter (35 und älter), West- und Ostdeutschland sowie Männer und Frauen ergeben sich für die einzelnen im Debat-O-Meter bewerteten Politiker beachtliche Unterschiede. Göring-Eckardt, Lindner und Schwesig kommen eher bei jüngeren Teilnehmern an, während Wagenknecht, Herrmann und Gauland eher bei den älteren Teilnehmern punkten konnten.


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