Hohenlohe: CDU holt Direktmandat trotz großer Verluste

Hohenlohe  Christian von Stetten vertritt den Wahlkreis Hohenlohe-Schwäbisch Hall auch im neuen Bundestag als Direktkandidat, doch auch hier verliert die CDU. Passend zum Bundestrend legen AfD und FDP deutlich zu. Harald Ebner wird wieder über die Grüne-Landesliste ins Parlament einziehen.

Von unserer Redaktion
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In dieser Grafik finden Sie alle Gemeinde-Ergebnisse aus dem Wahlkreis Hohenlohe-Schwäbisch Hall. Klicken Sie auf den Button links oben, um eine Partei auszuwählen. In allen Gemeinden ist die CDU stärkste Partei. Hinweis: Die Farbgebung bezieht sich nicht auf die Stärke der Parteien untereinander. Sie stellt dar, wo die Parteien ihre besten und ihre schlechtesten Ergebnisse geholt haben. Dunklere Färbungen stehen für bessere Ergebnisse. Dadurch lässt sich nicht auf die Anzahl der Zweitstimmen schließen. Mit einem Klick auf die Gemeinden sehen sie das vorläufige Endergebnis.

 

Christian von Stetten wird den Wahlkreis Hohenlohe-Schwäbisch Hall weiter im Bundestag vertreten. Mit 40,46 Prozent der Erststimmen sicherte er sich das Direktmandat im Wahlkreis. Für von Stetten ist das allerdings ein herber Verlust. Vor fünf Jahren wählten noch 52,3 Prozent der Menschen die CDU.

Christian von Stetten (Zweiter von rechts) nimmt in der Künzelsauer Stadthalle die Glückwünsche von Parteifreunden entgegen. Foto: Thomas Zimmermann

Von Stetten vergleicht sein Ergebnis dagegen mit der Landtagswahl im vergangenen Jahr und sieht daher einen positiven Trend: "Mit dem CDU-Ergebnis im Wahlkreis bin ich zufrieden. Ich habe mein Wahlziel für die Landkreise Schwäbisch Hall und Hohenlohe - 50 Prozent mehr Bürgerinnen und Bürger sollen der CDU ihre Stimme geben als beim letzten Urnengang - klar erreicht."

Sawade schafft es wohl nicht erneut in den Bundestag

„Bundesweit ist das Ergebnis von CDU und CSU eine herbe Niederlage", sagt von Stetten. "Diese hat sich aber schon seit zwei Jahren abgezeichnet, führte in Baden-Württemberg zu einem katastrophalen Landtagsergebnis und jetzt zum schlechtesten CDU-Ergebnis, welches bei einer Bundestagswahl seit 1949 erreicht wurde."

Für Annette Sawade von der SPD wird es wohl eng. Sie holte 18,51 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis. Das schlechte Ergebnis ihrer Partei im Bund dürfte ihr das Bundestagsmandat kosten. „Ich bin zu hundert Prozent enttäuscht“, sagt Sawade über das Bundesergebnis der Sozialdemokraten.
 

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Die Menschen hätten keinen Mehrwert aus der Arbeit in der großen Koalition erkennen können. Mit Landeslistenplatz 19 ist sie im Vergleich zu 2013 um fünf Plätze nach hinten gerutscht. „Es sieht so aus, dass ich es nicht ins Parlament schaffe“, sagt sie am Abend. „Das muss ich respektieren.“ 

Harald Ebner (12,62 Prozent) zog hingegen für die Grünen über die Landesliste wieder ins Parlament ein. „Wir sind besser als die Unkenrufe und Umfragen“, sagt er. Das Ergebnis der Grünen in Schwäbisch Hall-Hohenlohe findet er respektabel, es liege über dem Bundestrend. Gut findet der 53-Jährige, dass grüne Themen Anklang gefunden hätten. „Den Auftrag nehmen wir natürlich gerne an.“ Allerdings sei es „entsetzlich, dass die einfachen, aber auch diffusen Ängste Gehör gefunden haben und die AfD so stark geworden ist“.

AfD mit großen Gewinnen, FDP und Grüne legen ebenfalls zu

Wie im Bund schneiden CDU und SPD auch im Hohenlohekreis schlechter ab. Bei den Zweitstimmen verliert die CDU in Hohenlohe mehr als 12 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Bundestagswahl - von 46,6 Prozent auf 34,3 Prozent laut vorläufigem Ergebnis. Die SPD rutscht von 20 auf 16,2 Prozent ab.

AfD und FDP können dagegen auch im Wahlkreis Hohenlohe-Schwäbisch Hall feiern. Die FDP verdoppelt ihr Ergebnis von der letzten Bundestagswahl nahezu von 6,6 auf 12,8 Prozent. Der jüngste Kandidat im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe ist hochzufrieden mit dem Abschneiden der FDP: „Das war ein starkes Comeback. Wir waren nicht im Bundestag vertreten und haben nun ein zweistelliges Ergebnis“, sagt der Valentin Abel (26) aus Westernhausen. Abel zieht mit Platz 23 der Landesliste nicht in den Bundestag ein – enttäuscht ist er aber nicht

Die AfD holt 14,6 Prozent der Stimmen - fast zehn Prozentpunkte mehr als 2013. „Was wollen wir mehr? Ich bin rundum zufrieden“, sagt AfD-Kandidat Stefan Thien mit Blick auf das Bundesergebnis seiner Partei. „Ich habe vorher eine Schätzung von elf bis zwölf Prozent abgegeben. Das wurde jetzt sogar noch übertroffen.“ Auch das Ergebnis in seinem Wahlkreis freut den 54-Jährigen. „Wir werden Themen wie Volksentscheide und ein Einwanderungsgesetz einbringen. Wir wollen die etablierten Parteien vor uns hertreiben.“

Wahlbeteiligung steigt im Vergleich zu 2013 leicht an

Zugewinne gibt es auch für die Grünen, die im Wahlkreis 12,1 Prozent der Zweitstimmen bekommen - nach 10 Prozent im Jahr 2013. Die Linke steigert ihren Stimmenanteil von 4,8 auf 5,7 Prozent.

Insgesamt gingen im Wahlkreis Hohenlohe-Schwäbisch Hall 171,424 Menschen zur Wahl. Bei 225.601 Wahlberechtigten macht das eine Wahlbeteiligung von 75,99 Prozent.


 

 

 


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