Fachwerkromantik und Natur pur

Region  Baugeschichte, Burgentradition und ganz viel Eindrücke entlang dem Neckar bietet eine Radtour von Bad Friedrichshall nach Mosbach.

Von Andreas Zwingmann
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Die Fahrt hinauf lohnt sich: Vom Schloss Neuburg bei Obrigheim aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Natur im Neckartal.

Foto: Andreas Zwingmann

Schon am Ausgangspunkt der Fahrt in der Salzstadt gäbe es viel zu entdecken. Wo Kocher und Jagst in den Neckar münden, könnte man etwa eines der vier Schlösser vor Ort besichtigen, von denen allein drei im historischen Stadtteil Kochendorf liegen. Doch wir schwingen uns stattdessen am Hauptbahnhof auf das Rad und fahren in westlicher Richtung nach Bad Wimpfen.

Bereits hier nehmen wir die ersten Höhenmeter unter die Reifen und pedalieren hinauf zur historischen Altstadt, um dort mittelalterliches Flair auf uns wirken zu lassen mit engen Gassen und beeindruckendem Fachwerk. Begleitet von den Klängen eines Straßenmusikers sitzen Wimpfener wie auch Touristen draußen, genießen einen Kaffee und die wärmenden Sonnenstrahlen des noch jungen Tages.

Einkehren in der Siegelsbacher Mühle

Weiter geht es nach Norden in Richtung Heinsheim, dabei lassen wir das kleine Kurgebiet im wahrsten Sinne links liegen und fahren erst einmal parallel zum Neckar weiter, bis sich die Straße am Bad Wimpfener Mineralfreibad vorbeischlängelt. Auf einem befestigten Weg radeln wir teilweise schnurgerade den Bad Rappenauer Stadtteil Heinsheim hinein, bis links über uns die Ruine der im 12. Jahrhundert errichteten Burg Ehrenberg auftaucht. Am Naturschutzgebiet Gäßnerklinge vorbei geht es ins Fünfmühlental, wo wir hinter der Sommersmühle Kurs nehmen auf die erste Raststation. Nach knapp der Hälfte der Strecke wird es Zeit für eine kurze Einkehr an der Siegelsbacher Mühle.

Fachwerkromantik und Natur pur
Unter anderem kommt man an der Tour an vier Schlössern vorbei. Foto: HSt-Grafik

Vor Siegelsbach nehmen wir anschließend frisch gestärkt Kurs in nördlicher Richtung auf Hüffenhardt. Hinter Kälbertshausen geht es in den Wald, wo wir angesichts der immer stärker sengenden Sommersonne die sich windende, gut beschattete Strecke in Richtung Obrigheim genießen. Die kleine Abkühlung tut auch Not, denn kurz bevor wir die Stadt erreichen, geht es einen recht knackigen Anstieg hinauf zum Schloss Neuburg, einem kleinen, im gotisierenden Stil erweiterten Schlösschen. Nach äußerst wechselhafter Eigentümergeschichte beherbergt es seit 1960 ein Hotel und Restaurant, dessen Freisitz einen beeindruckenden Blick auf das Neckartal zulässt.

Ziel: Das Palmsche Haus am Mosbacher Marktplatz

Bergab lassen wir es entsprechend laufen und rollen über den Fluss auf die andere Neckarseite nach Diedesheim und weiter nach Neckarelz, wo uns ein eigentümliches Bauwerk auffällt, das wie eine in die Höhe gezogene Kirche aussieht: das Tempelhaus. Das Gebäude, dessen Ursprung bis ins 12. Jahrhundert reicht, ist das zweitälteste in Mosbach und obendrein die einzige in ihrer authentischen Form erhaltene Johanniterburg in Baden-Württemberg.

Der Endspurt geht weiter nach Mosbach hinein, immer das Ziel der Tour vor Augen: die Altstadt. Mit dem Marktplatz, Gebäuden wie dem Palmschen Haus oder der idyllischen Gegend um das Salzhaus bietet es reichlich Fachwerkromantik und schließt damit gewissermaßen die architektonische Klammer, die wir vor etwas mehr als 30 Kilometern in Bad Wimpfen aufgemacht haben. Zur Belohnung gibt es ein Eis, mit dem auch die Kräfte zurückkehren für ein letztes Auspowern. Es geht hinauf zu einem mehr als 100 Jahre alten, von mächtigen Bäumen umrankten Holzpavillon, unter dessen Dach die Tour ihren Abschluss findet, ehe wir zum Bahnhof Neckarelz fahren und uns mit dem Zug auf den Rückweg nach Bad Friedrichshall machen.

 

Sichere Verbindung
Vom Bahnhof Mosbach-Neckarelz aus geht es zurück nach Bad Friedrichshall entweder mit der S41 in Richtung Heilbronn Hauptbahnhof/Willy-Brandt-Platz oder mit dem Regionalexpress des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart in Richtung Heilbronn Hauptbahnhof.


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