Bei einer Radtour im Zabergäu etwas für Körper und Geist tun

Zabergäu  Von Brackenheim zur Ehmetsklinge nach Zaberfeld und zurück: Diese Fahrrad-Tour ist nichts für Anfänger, aber der Ausblick auf den See und die farbenfrohe Natur belohnen alle Strapazen.

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Die Jakobuskirche im Ortskern von Haberschlacht ist ein Blickfang.

Manchmal liegt das Abenteuer nicht in weiter Ferne, sondern nur einen Schwung auf den Fahrradsattel entfernt. Los geht es an der WG Stromberg-Zabergäu in Brackenheim. Wer nicht mit einem E-Bike unterwegs ist, der sollte auf seine Muskelkraft vertrauen, denn angekommen in Haberschlacht gilt es, so manche Steigung zu überwinden. Aber die Strapazen lohnen sich.

Denn spätestens der Ausblick auf das von Weinbergen umgebene 500 Seelen-Dorf macht jede Anstrengung wett. Ein wahrer Blickfang ist die seit dem Mittelalter nachgewiesene Jakobuskirche mit ihrem Turm aus romanischer Zeit.

Nach kurzer Pause und ein paar Schnappschüssen geht es weiter

Ganz in der Nähe vom Schloss Stocksberg zeigt sich die Natur wie so oft an diesem Tag von ihrer schönsten Seite. Ein Sonnenblumenfeld nach dem anderen säumt den Weg. Grüne Wiesen und bunte Heublumen strahlen um die Wette. Auch einige Tiere gibt es zu entdecken: Hier und da tanzen am Fahrrad Schmetterlinge vorbei, auf dem Boden huschen Eidechsen in das hohe Gras am Wegesrand, und am Himmel ziehen Mäusebussarde mit majestätisch großen Flügeln ihre Kreise.

Jetzt gilt es nur noch Michelbach zu durchqueren. Wegen einer Baustelle muss ein kleiner Teil der Strecke entlang der Hauptstraße zurückgelegt werden. 20 Minuten später ist die Ehmetsklinge in Zaberfeld erreicht. Der zwischen Stromberg und Heuchelberg gelegene See ist gut besucht. Hans Wittling und Thomas Zendler sind gerade dabei, ihre E-Bikes am Fahrradständer abzuschließen. "Wir sind von Talheim über Lauffen und Meimsheim gefahren", schildert Hans Wittling ihren just zurückgelegten Weg.

Nach einer Stärkung am Kiosk soll es für die beiden Nachbarn die rund 30 Kilometer lange Strecke wieder zurückgehen. Thomas Zendler schwärmt: "Fahrradfahren an der frischen Luft ist Entspannung pur." Hans Wittling nickt und ergänzt: "Die Bewegung tut gut. So halten wir uns als Rentner fit und rosten nicht ein."

Gemütlich statt sportlich geht es Karin Amancio an. Die 57-Jährige hat es sich mit einem Buch auf der Wiese gemütlich gemacht. "Ich komme gerne her, hauptsächlich zum Entspannen", erklärt sie. Und was ist mit Baden? "Wenn ich eine Abkühlung brauche, springe ich in die Ehmetsklinge, aber nur kurz", sagt sie und lacht.

Viele Badegäste auf Stand Up Paddles

Wer seinen Blick über den See schweifen lässt, der sieht nicht wenige Menschen auf dem Stand Up Paddle balancieren. Sylvia Hohagen aus Bietigheim-Bissingen ist eine von ihnen. "Ich bevorzuge aber lieber Schwimmen", gesteht die 53-Jährige. Ob sie gerne hier ist? "Ja. Bei dem Ausblick fühle ich mich wie im Urlaub. Die Wasserqualität ist toll, und die Bäume auf der Wiese spenden Schatten."

Geist und Körper etwas Gutes tun

Sylvia Hohagen auf ihrem Stand Up Paddle.

Jemand, der sich von den Badegästen abhebt, ist Tobias Fröhlich. Statt Badehose trägt er eine Schutzkleidung von Kopf bis Fuß. "Ich bin mit dem Motorrad hier", erklärt der 23-Jährige aus Bretten. Wegen der kurvenreichen Strecke kommt er im Sommer gerne für einen Zwischenstopp an die Ehmetsklinge. Nach netten Gesprächen und mit neuer Kraft geht es wieder zurück in Richtung Theodor-Heuss-Stadt. Diesmal aber über Pfaffenhofen und Güglingen. Und ganz ohne Anstieg.


Lisa Könnecke

Lisa Könnecke

Volontärin

Lisa Könnecke arbeitet seit Februar 2020 als Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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