An Kocher und Jagst mit dem Rad nach Möckmühl

Region  Vielfältige Landschaften, sehenswerte Bauten sowie gute Einkehrmöglichkeiten gibt es auf dem Weg nach Möckmühl.

Von Linda Saxena
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Oftmals geht es an Aussiedlerhöfen vorbei. Foto: Saxena

Neckar, Kocher und Jagst: Das sind die Wegweiser unserer Drei-Flüsse-Radtour mit Start in Neckarsulm. Das Ziel: das idyllisch im Jagsttal gelegene Möckmühl. Auf der rund 26 Kilometer langen Strecke gibt es einiges zu entdecken. Ob Postkarten-Landschaften, belebte Städte oder verschlungene Flussläufe - alle Geschmäcker werden bei dieser Fahrradtour bedient.

Nach dem Start an der Neckarsulmer Stadtbahnhaltestelle Nord geht es eine Weile am Neckar entlang, inklusive Neckarbrise und Blick auf die Kochendorfer Schleuse. Am Salzbergwerk in Bad Friedrichshall angekommen, trennen sich die Radwege. In das Neckartal geht es weiter entlang am namensgebenden Fluss, während wir den Weg ins Kochertal durch das historische Kochendorf einschlagen. Den alten Friedhof passierend, trifft der Radfahrer nach kurzer Zeit auf den Kocher, parallel dazu verläuft der Salinenkanal.

Gut ausgebauter Radweg

Mit einem Schlenker in das Stadtleben von Bad Friedrichshall beginnt am Rande des Stadtteils Hagenbach ein optimal ausgebauter Radweg. Ein Traum für Fahrradfahrer: Mühelos lässt es sich hier ohne störenden Verkehr fahren. Der kühle Wind entlang dem Kocher und die schattenspendenden Bäume machen die Fahrt an heißen Tagen umso angenehmer. Beim Überqueren der Brücke nahe dem Hagenbacher Wehr präsentiert sich der Kocher von einer imposanten Seite. Inmitten von Grün rauscht das glitzernde Wasser breite Steintreppen hinunter. Auch der Abstecher durch Oedheim zahlt sich aus. Die historische Mühle und das Schloss auf der rechten Kocherseite versprühen ihren ganz eigenen Charme.

Die muntere Fahrt wird jedoch kurzzeitig unterbrochen, da ein Zaun Bauarbeiten auf dem Radweg markiert. Kein Problem, die Fahrt geht nach einem kurzen Seitenwechsel auf der linken Seite des Flusses weiter. Hier radelt auch der ungeübte Fahrer gemütlich und ohne Anstrengung an Schrebergärten, Wiesen und Feldern vorbei.

Segelfliegern zuschauen

Radtour durch Kocher- und Jagsttal
Die Route. Foto: HSt-Grafik

Gemütlich auf der Bank sitzend, beobachten wir während einer kurzen Verschnaufpause zwei Segelflugzeuge am blauen Himmel. Das Segelfluggelände Degmarn scheint ganz in der Nähe zu sein. Allerdings geht es für uns nun ohne Motor- und Windantrieb in die anstrengende Phase über: Um die steilen Hügel zu erklimmen, muss kräftig in die Pedale getreten werden. Da sind die vorbeiziehenden Obstwiesen und Pferdekoppeln nur ein schwacher Trost. In Stein am Kocher angekommen, schlagen wir den Weg entlang dem Harthäuser Wald ein.

Kurz vor Züttlingen taucht die Abendsonne Maisfelder, wilde Blumenwiesen und den Waldrand in goldenes Licht, während dunkle Wolken am Himmel einen farblichen Kontrast bilden. Die Stille wird ab und zu von einem Auto auf der Landstraße unterbrochen. Durch Ernstein gelangen wir in zügiger Abfahrt nach Züttlingen, wo die Verbindung zur Jagst aufgenommen wird. Die letzten Kilometer sind gut zu schaffen. Mit geringer Steigung radeln wir dem Lauf der Jagst folgend auf Möckmühl zu. Schon von weitem ist die Burg der mittelalterlichen Fachwerkstadt zu bestaunen. Da die Dunkelheit über die Stadt hereinbricht, steigen wir in die Regionalbahn in Richtung Neckarsulm Bahnhof, die um diese Uhrzeit fast leer ist. Wir sind uns einig: Auf dem Fahrrad kann die Umgebung viel bewusster wahrgenommen und entdeckt werden.

Rastplätze
Ein kühles Radler am „Schleusen-Treff“ in Kochendorf, ein erfrischendes Eis im „Eiscafé Laguna“ in Bad Friedrichshall oder doch chinesische Spezialitäten mit Blick auf den Kocher im „Rainbow Garden“ in Oedheim? Fündig wird man auch in Möckmühl. Ein Pluspunkt: Wem die Rückfahrt aus Möckmühl zu viel wird, kann in die Regionalbahn in Richtung Heilbronn einsteigen.

 

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