Nach Trolli-Absage befinden sich 8000 Trikots im Zwischenlager

Heilbronn  Was tun mit 8000 Läufer-Trikots und Tausenden Medaillen, die dieses Jahr keiner braucht? Das ist nur eine der Fragen, auf die Organisatoren des Trollinger-Marathons nach der schmerzhaften Absage eine Antwort finden müssen.

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Eine kalte Dusche war die Trolli-Absage für alle Beteiligten. Doch die Vorbereitungen für das größte Lauf-Event der Region im Jahr 2021 laufen bald an.

Foto: Archiv/Veigel

Die Gewissheit, dass es nichts wird mit dem Trolli 2020, gibt es schon ein paar Wochen. Den Phantomschmerz lindert das kaum. "Ein bisschen wie auf einer Beerdigung" fühlt sich Steffen Schoch jedes Mal, wenn wieder eine Großveranstaltung abgesagt werden muss, wie zuletzt das Weindorf. Beim Trolli geht es jetzt darum, "die Marke präsent zu halten", sagt der Geschäftsführer der Heilbronn Marketing GmbH (HMG). "Wir haben verständnisvolle Läufer vorgefunden."

Hunderte Läufer haben Startgeld gespendet

Am 17. März war klar: Das wird diesmal nichts mit dem Trolli. Rund 4500 Anmeldungen für das größte Lauf-Event der Region lagen zu diesem Zeitpunkt schon vor. Rund 2000 Läufer hatten bezahlt. "Wir mussten erstmal die Frage beantworten, wie wir mit den Teilnehmergeldern umgehen", erinnert sich Holger Braun, Projektleiter bei der HMG. Bezahlte Startgelder wurden zurückerstattet, abzüglich einer Bearbeitungsgebühr. Die Sportler aus dem Trolli-Tross hatten aber auch die Möglichkeit, die Hälfte oder das komplette Startgeld zu spenden.

Davon haben 350 Gebrauch gemacht. Das Defizit, das nach der Absage zu erwarten ist, wird das nur ein wenig lindern. Wie dick die rote Zahl ist, die am Ende unter dem Strich steht? "Im Moment können wir das noch nicht absehen", sagt Braun. Allein das Werbebudget für den Trolli liegt bei 15.000 Euro. Viele Dienstleister vom Veranstaltungstechniker bis zum Unternehmen, das Duschkabinen hätte aufstellen sollen, haben schwer am Trolli-Trauma zu knabbern, ihnen brechen die Einnahmen weg.

Suche nach Lösungen mit den Partnern

In vielen Fällen wurde man sich einig. So wurden im Einzelfall zwar Stornokosten fällig, sie werden aber im kommenden Jahr angerechnet, so die Vereinbarung mit manchen Partnern. "Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht", freut sich Holger Braun über ein Gefühl, das die "Trolli-Familie" eint: "Wir sitzen alle im selben Boot." Die 8000 Trolli-Trikots und Medaillen, genug für sechs Euro-Paletten, werden übrigens eingelagert und im kommenden Jahr ausgegeben. Dann sind die Läufer mit dem Aufdruck "17. Mai 2020" unterwegs - jenem Tag, an dem bestimmt kein Startschuss fällt.

Trolli im Autokino am Sonntag

Allenfalls symbolisch im Autokino auf der Heilbronner Theresienwiese, wo am Sonntag ab 17 Uhr ein Trolli-Event steigt. Gezeigt wird der Film "Sein letztes Rennen" mit Dieter Hallervorden. Die HMG hat alle Läufer, die seit 2001 keinen Trolli verpasst haben, eingeladen, erzählt Holger Braun. "Viele haben zugesagt." Wer dabei sein will, bekommt Karten unter popup-autokino.de.


Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist stellvertretender Leiter der Regionalredaktion. Er arbeitet seit 2003 bei der Heilbronner Stimme, berichtet über Verkehrsthemen, über Kommunalpolitik und Heilbronn.

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