Was guckst du? Hilfestellung für alle auf Fußball-Entzug

Sport  Die große Lücke fehlender Fußball-Livespiele lässt sich mit einigen Dokus der Streaming-Portale stopfen: Diese drei Serien sorgen für Abendunterhaltung.

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Was tun in diesen Tagen, in denen sich das Leben vielerorts zwangsläufig in den eigenen vier Wänden abspielt? Kein Live-Fußball, nirgendwo im Fernsehen. Wiederholungen von irgendwelchen Zweitligaspielen aus dieser Saison taugen auf Dauer nicht wirklich als abendfüllendes Programm. Eigentlich hätten ja K.o.-Spiele in der Champions League diese Woche stattgefunden.

Was bleibt dem Fußball-Fan auf kaltem Entzug? Die beiden Streaming-Anbieter Amazon Prime und Netflix haben einige Fußball-Dokumentationen im Angebot. Unsere Tipps, um die Fußball-Zwangs-Ferien zu überbrücken.

Diese Liste ergänzen wir mit den besten Vorschlägen unserer Leser. Schicken Sie uns Ihre Tipps! 

Maradona in Mexiko (Netflix)

Diego Maradona, ehemaliger Fußballstar aus Argentinien, war von 2018 bis 2019 Trainer beim mexikanischen Club Dorados de Sinaloa.

Diego Armando Maradona als Trainer eines mexikanischen Zweitligisten in Sinaloa? Einer Region, die vor allem für ihr Drogen-Kartell weltbekannt ist. Das schreit ja geradezu nach vielen Kameras. Diego, der Heißmacher, der Motivator, der aus dem Zweitligakellerkind Dorados als Erfolgstrainer einen Aufstiegsanwärter formt.

Diego ist bemitleidenswert, wenn er mit seinen arthritischen Knien kaum die Treppe im Stadion hinaufkommt. Dem einst größten Fußballer der Welt im Herbst 2018 nahezukommen, das ist dramatisch, lustig und peinlich zugleich. "Ich frage mich, wie erfolgreich meine Karriere verlaufen wäre, wenn ich auf die Drogen verzichtet hätte", sinniert Diego Maradona in einer der sieben Folgen. Nicht minder spannend ist übrigens der Maradona-Film, der 2019 in den Kinos lief und nun bei Amazon Prime zu sehen ist.

Sunderland ´til I die (Netflix)

David Moyes war von 2016 bis 2017 Trainer beim AFC Sunderland. Am Saisonende folgte der Abstieg aus der Premier League. Die Dokureihe begleitet den weiteren sportlichen Absturz des Traditionsvereins in der nachfolgenden Saison. Fotos: dpa

Das Sehenswerte an dieser Serie: Hier gibt es keine Titel und Triumphe zu bestaunen, sondern Tränen der Trauer. Eigentlich wollten die Macher der acht Episoden den AFC Sunderland nach dem Abstieg aus der Premier League bei seiner Rückkehr genau dorthin begleiten. Es wird allerdings das Protokoll des tiefen Falls in die Drittklassigkeit in der Saison 2017/18. Einer Spielzeit, in der irgendwie alles gegen den Club läuft.

Die Serie zeigt schonungslos die Management-Fehler auf, wie die Fans darunter leiden. Der AFC Sunderland kommt dabei wie der englische Bruder des 1. FC Kaiserslautern daher. Treue Fans, in einer rauen, nicht gerade von wirtschaftlichem Reichtum geprägten Umgebung. Trotzdem pilgern zu jedem Heimspiel 30.000 und mehr Fans. Treu bis zum letzten Atemzug eben.

Die zweite Staffel startet übrigens am 1. April und handelt von der Saison 2018/19. Nur soviel sei verraten, ohne zu spoilern: Es wird nicht weniger dramatisch.

All or nothing: Manchester City (Amazon Prime)

Manchester United - Manchester City
Erfolgstrainer Pep Guardiola bei einer Niederlage seines Clubs Manchester City.

Die Eröffnungssequenz setzt den Ton. Sie zeigt Star-Trainer Pep Guardiola bei der Halbzeitansprache während eines Champions-League-Spiels. Die acht Folgen offenbaren, wie pedantisch der ehemalige Bayern-Trainer arbeitet, akribisch auf jedes Detail achtet. So nahe hat noch kein internationaler Spitzenclub die Kameras an sich herankommen lassen. Sie präsentieren, was Fußball-Fans schon immer sehen wollten, mit viel Pathos, Raffinesse und noch mehr Hochglanz.

Der Blick hinter die Kulissen ist tatsächlich interessant, obwohl natürlich nicht wirklich alles zu sehen ist. Denn gerade Manchester City steht ja wegen seiner intransparenten Finanzstruktur und Verstößen gegen das Financial Fairplay vor dem Champions-League-Ausschluss. Der wahre City-Star ist zudem kein Weltklasse-Kicker, sondern Zeugwart Brandon Ashton.

Eine ähnliche Serie gibt es über Borussia Dortmund, auch Paris St. Germain lässt sich demnächst filmisch in Szene setzen.

 Was ist Ihr Tipp? 

Die besten Leser-Einsendungen ergänzen wir in dieser Liste.

Außerdem Sehenswert

Netflix kostet im Monat mindestens acht Euro, Amazon Prime 69 Euro pro Jahr oder acht Euro pro Monat. Ein Probemonat ist jeweils kostenlos. Voraussetzung ist ein stabiler Internetzugang. Weitere Tipps für Fußball-Dokus: In der ARD-Mediathek lässt sich kostenlos die halbstündige Dokumentation über Bundesliga-Schiedsrichter Deniz Aytekin anschauen. Amazon widmet sich Traditionsverein Leeds United ("Take us home") und seinem charismatischen Trainer Marcelo Bielsa. Dort läuft auch der Film "Kroos" über DFB-Star Toni Kroos.

 

 

Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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