Erste Entwürfe für Stadtteil Neckarbogen

Heilbronn  Am Dienstag stellten Stadt Heilbronn und Buga GmbH die Entwürfe für die Modellbebauung des Stadtteils Neckarbogen vor. Die hochmodernen Häuser sollen noch vor der Buga 2019 fertig sein. Baubeginn soll Frühjahr 2016 sein.

 

Einstimmig hat eine Jury sich auf die besten 22 Entwürfe  zur Neckarbogen-Pilotbebauung festgelegt. Sie sollen noch vor der Bundesgartenschau im Jahr 2019 verwirklicht werden. Der Gemeinderat wird in seiner Sitzung am Mittwoch, 29. Juli, ab 14 Uhr darüber entscheiden, ob er dieser Empfehlung folgt. 

Bei einem Pressetermin an diesem Dienstag lobte Oberbürgermeister Harry Mergel als Aufsichtsratsvorsitzender der BUGA GmbH die hohe Qualität der Arbeiten. „Ich freue mich schon heute auf die Bebauung, denn ich bin sicher, dass der Neckarbogen etwas Besonderes für Heilbronn wird“. Die Stadtausstellung sei der Auftakt für ein lebendiges und innovatives Stadtquartier. 

Auch der Vorsitzende des Bewertungsgremiums, der Vorstandsvorsitzende der Bundesstiftung Baukultur in Potsdam, Reiner Nagel, zollte dem vom Gemeinderat beschlossenen Investorenauswahlverfahren große Anerkennung: „Die Stadtausstellung Neckarbogen mit ihren 22 Grundstücken ist ein einzigartiges Projekt, das es bisher so in Deutschland noch nicht gegeben hat“, sagte er. „Die eingereichten Arbeiten zeugen von hoher Qualität und sie sind ein Beleg dafür, wie städtisches Grün auf der Ebene des Quartiers und des Gebäudes städtisches Wohnen zunehmend attraktiv für alle Bevölkerungsgruppen macht“. 

Anderthalb Tage lange beschäftigte sich das 13-köpfige Bewertungsgremium, dem Oberbürgermeister Harry Mergel, Baubürgermeister Wilfried Hajek, sechs Stadträte und Stadträtinnen aller Fraktionen sowie fünf Fachgutachter angehörten, mit den 85 vorliegenden Arbeiten. Die 22 besten wählten sie für die Empfehlung an den Gemeinderat aus. Dabei war die Qualität der Konzepte für Nutzung, Mobilität und Energie ebenso wichtig wie die Architektur. „Wir haben sehr darauf geachtet, dass Mischung, Vielfalt und technische Innovation entstehen und gleichzeitig ein stimmiges architektonisches Quartiers-Ensemble“, sagte Reiner Nagel. 

Die Empfehlung umfasst Eigentumswohnungen und Mietwohnungen unterschiedlicher Größe, Wohnkonzepte für Studenten und junge Leute ebenso wie für Ältere sowie Inklusionsprojekte. Auch vier Baugemeinschaften überzeugten mit ihren Entwürfen. Die Kirchen haben ein Konzept für eine ökumenische Nutzung inklusive eines Raums der Stille vorgelegt. In einem weiteren Gebäude ist eine Kindertagesstätte mit bis zu 70 Plätzen vorgesehen. Fast alle Arbeiten beziehen die Nutzung der Dachfläche für die Hausgemeinschaft mit ein. Zusätzlich zu modernster Haustechnik sind E-Mobilitätsstationen oder Bike-Sharing-Angebote einbezogen. In den Erdgeschosszonen zum Stadtsee hin sind gewerbliche Nutzungen vorgesehen. 

Architektur

Auch architektonisch überzeugen die Arbeiten in ihrer Vielfalt und Qualität. Ein Gebäude ist als gestapeltes Reihenhaus ausgebildet und so besonders familienfreundlich. Am Haus der Kirchen lassen Kreuze, die durch Anordnung und Form von Fenstern entstehen, seine Bestimmung erkennen. Begrünte Fassaden, Holz- oder Glasfassaden wechseln sich ab. 

Die Grundstücke sollen von Mitte 2016 an bebaut werden, bis zur Bundesgartenschau 2019 sollen die Häuser bezogen sein. „Bisher gab es keine Bundesgartenschau, die ein solches Projekt vergleichbarer Größe gestemmt hat“, sagte BUGA-Geschäftsführer Hanspeter Faas vor der Presse. „Ich freue mich sehr darauf.“ Insgesamt werden nach seiner Schätzung in der Stadtausstellung Neckarbogen und mit dem angrenzenden Gebäude einer Jugendherberge samt Kletterarena und Studentenwohnungen etwa 100 Millionen Euro verbaut. Das stelle eine besondere Herausforderung dar sowohl für die Stadt als auch die Investoren und die Logistik.

„Wir sind aber gut vorbereitet“, sagte Faas und wies darauf hin, dass es auch für die Bewohner der Häuser der Stadtausstellung besondere Rahmenbedingungen seien, auf einer Gartenschau zu wohnen. red/kra

 

 

Die Jury schlägt folgende Investoren für die Modellbebauung von drei Blöcken im neuen Stadtteil Neckarbogen vor.

1. Block H:
a) Für das Grundstück H1 die Baugemeinschaft Baugruppe Plus Energie Generationenhaus.
b) Für das Grundstück H2 die Planquadrat Projekt GmbH.
c) Für das Grundstück H3 die Investorengemeinschaft Grüne Ecke.
d) Für das Grundstück H4 die Weisenburger Projekt GmbH.
e) Für das Grundstück H5 die Stadtsiedlung Heilbronn GmbH.
f) Für das Grundstück H6 die Stadtsiedlung Heilbronn GmbH.

2. Block I:
a) Für das Grundstück I1 die Kruck & Partner GmbH & Co. KG.
b) Für das Grundstück I2 die Kruck & Partner GmbH & Co. KG.
c) Für das Grundstück I3 die Kruck & Partner GmbH & Co. KG.
d) Für das Grundstück I4 die Baugemeinschaft Apollo 19.
e) Für das Grundstück I5 die Kruck & Partner GmbH & Co. KG.
f) Für das Grundstück I6 die Siedlungswerk GmbH.
g) Für das Grundstück I7 die Kruck & Partner GmbH & Co. KG.

3. Block J:
a) Für das Grundstück J1 die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH. Sollte diese Arbeit nicht zur Realisierung kommen, erfolgt die Bebauung erst nach der Bundesgartenschau 2019.
b) Für das Grundstück J2 die Dr. Bolz Immobilien GmbH & Co. KG.
c) Die Entscheidung über die Anhandgabe des Grundstücks J3 wird zurückgestellt.
d) Für das Grundstück J4 die Paulus Wohnungsbau GmbH.
e) Für das Grundstück J5 der Entwurf des Architekturbüros Müller des ökumenischen Projekts.
f) Für das Grundstück J6 die Mörk Projektträger und Immobilien GmbH.
g) Für das Grundstück J7 die Baugemeinschaft Vario Baugruppe.
h) Für das Grundstück J8 die Strenger Bauen und Wohnen GmbH.
i) Keine Bebauung des Grundstücks J9.