Darauf kommt es beim Laufen im Dunklen an

Interview  Blogger Martin Thielmann verrät im Interview, was das Joggen bei Dunkelheit ausmacht, worauf zu achten ist und wo Gefahren lauern.

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Unter dem Pseudonym "der Jogger" betreibt Martin Thielmann seinen Laufblog. Dort gibt er Tipps für die richtige Ausrüstung, interessante Laufstrecken oder zu Trainingsplänen. Im Stimme-Interview verrät der 39-jährige Rostocker wie es sich am besten bei Dunkelheit läuft, worauf zu achten ist und wer einem so begegnet.

Herr Thielmann, bevor ich mich in Unkosten stürze, um in der Dunkelheit laufen gehen zu können - was brauche ich unbedingt, was ist nicht so wichtig?

Martin Thielmann: Es kommt etwas darauf an, wo man laufen geht. Läuft man im Straßenverkehr, ist es das Einfachste schon beim Kauf der Laufbekleidung auf reflektierende Elemente und Farben zu achten. Damit kann man schon mal die Sichtbarkeit gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern deutlich erhöhen. Ich laufe fast ausschließlich durch die Wälder an der Ostseeküste, dort bringt mir eine neonfarbene Laufjacke nicht viel. Umso wichtiger ist für mich ein gutes Lauflicht, welches man mittlerweile auch schon für knapp 30 Euro bekommt.


Was ist besser - eine Stirnlampe, oder eine, die ich um die Brust binde?

Thielmann: Ich habe festgestellt, dass ich persönlich die Brustlampe lieber trage. Ich finde den Tragekomfort einer Lampe am Oberkörper angenehmer, als die bekannte Stirnlampe. Hinzu kommt dass das rote Rücklicht der Lauflampe am Oberkörper sichtbarer ist, als bei den meisten Stirnlampen. Die langen flexiblen Bänder, die die Lampe auf Brusthöhe in Position halten, sind zusätzlich mit Reflexionsstreifen versehen, was sich noch mal die Sichtbarkeit gegenüber einer Stirnlampe erhöht.


Auf was muss ich bei Dunkelheit besonders achten? Wo lauern womöglich Gefahren?

Thielmann: Gefahr geht von anderen Verkehrsteilnehmern aus, insbesondere Autos, oder Hindernissen, die man in der Dunkelheit nicht sieht. Deswegen sollte man darauf achten die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen und die Sicht zu verbessern. Ich laufe deswegen im Dunkeln gerne auf Wegen und Straßen, die ich gut kenne und schon oft gelaufen bin - auf meiner Hausstrecke kenne ich bald jede Wurzel.


Hat das Laufen bei Dunkelheit einen anderen psychologischen Effekt? Inwiefern fühlt es sich anders an, als bei Tageslicht?

Thielmann: Wenn man auf vertrauten Wegen läuft, kann das Laufen im Dunkeln sehr entspannend sein. Man hat keinen visuellen Ablenkungen und konzentriert sich voll auf das, was vor einem liegt. Hin und wieder mache ich das sehr gerne. Im Dunkeln hatte ich aber auch schon Begegnungen mit Rehen, das war ziemlich aufregend und gab mir auf den letzten Metern tatsächlich noch einmal einen Adrenalinstoß. Ich liebe es aber auch beim Laufen Städte und neue Gegenden kennenzulernen, das mache ich natürlich lieber im Hellen.


Gibt es Grenzen? Bei welchen Licht- und Wetterverhältnissen laufen Sie nicht mehr?

Thielmann: Bei Unwettern, also Blitz und Donner, gehe ich nicht laufen. Meistens zieht bei uns ja nur eine Wetter-Front durch, die nach kurzer Zeit ein sicheres Laufen zulässt. Bei Sturm überlege ich mir vorher auch etwas genauer, welche Strecke ich laufen möchte. Ich versuche dann Wälder zu meiden und suche mir baumfreie Wege. Regen oder Schnee halten mich meistens nicht vom Laufen ab, hier ist es nur wichtig Schuhe zu tragen, die mit etwas mehr Profil haben, das Rutschen verhindern und Laufbekleidung zu tragen, die vor Kälte und Nässe schützt.

 

Mittlerweile seit fünf Jahren betreibt Martin Thielmann seinen Laufblog. "Dort kann ich verschiedene Interessen, wie Laufen, Produktneuheiten, Nachhaltigkeit und Reisen verbinden und mich mit Beitragsideen, Fotos und Farben kreativ ausleben", sagt der 39-Jährige. Im Herbst 2019 lief der Rostocker seinen ersten Marathon. Sein großes Ziel für 2021: die Teilnahme am Berlin-Marathon am 26. September.

 

Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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