Achtung vor zu viel Sonne!

Gesundheit  SLK-Klinikdirektor Harald Löffler rät dazu, die Haut langsam an Licht und Sonnenstrahlung zu gewöhnen, sonst drohen akute Schäden wie Sonnenbrand oder eine Mallorca-Akne.

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SLK-Klinikdirektor Harald Löffler rät dazu, die Haut langsam an Licht und Sonnenstrahlung zu gewöhnen. Foto: alinamd/stock.adobe.com

Nach ein paar kühleren, bedeckten Tagen am vergangenen Wochenende hat die Sonne wieder richtig losgelegt. SLK-Hautklinikdirektor Harald Löffler hat gute Laune. "Es ist Frühling, man kann wieder rausgehen, das ist doch wunderbar." Für die Psyche oder auf die Vitamin-D-Produktion habe die Sonne eine positive Wirkung. Gleichzeitig warnt er davor, es in den ersten längeren, sonnigen Perioden zu übertreiben. Die Haut müsse sich langsam gewöhnen, sonst drohten Hautschäden.

Besonders häufig: akuter Sonnenbrand 

Akuter Sonnenbrand: Gerade zu Anfang der warmen Perioden sehen Löffler und seine Kollegen "die meisten Patienten mit durch Licht verursachten Erkrankungen". Besonders häufig: akuter Sonnenbrand. Das Tückische daran sei die Zeitverzögerung, mit der dieser auftrete, sagt Löffler. "Wenn man die ersten Rötungen sieht und dann aus der Sonne rausgeht, ist es im Prinzip schon zu spät."

Das Ausmaß der Schädigung zeige sich in der Regel erst mit ein paar Stunden Verzögerung und könne reichen von leichten oder heftigeren Rötungen bis zu Blasenbildung und nässender Haut. Das sei auch abhängig vom Hauttyp. Gerade hellhäutige Menschen mit Sommersprossen - der sogenannte Typ 1 - sei gefährdet. Löfflers Appell an alle, die sich derzeit viel draußen aufhalten: "Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen und gehen Sie rechtzeitig aus der Sonne raus."

"Sonnenallergie" aka "Mallorca-Agne"

Die gängige Bezeichnung für unterschiedliche Hautreizungen durch den Einfluss von Licht und Sonne ist "Sonnenallergie". "Im Prinzip ein falscher Begriff", sagt Löffler. Denn Sonne sei im eigentlichen Sinne kein Stoff, der allergische Reaktionen auslösen könne. "Der Einfluss von Licht und Sonne führt zu einer Veränderung der Haut, der Körper zeigt darauf Reaktionen." Der medizinische Fachbegriff lautet "polymorphe Lichtdermatose", Laien sagen auch "Mallorca-Akne" dazu.

Das Besondere an dieser Art von Hautreizung: Sie kann verschiedenartig daherkommen. Manche entwickeln an Dekolleté und Armen einen Akne-artigen Ausschlag oder rote Stellen, die nach Ekzemen aussehen. Auch ein Jucken oder Brennen geht manchmal damit einher. "Das kann sehr unangenehm sein", sagt der Dermatologe. Viele Menschen seien von solchen Hautreizungen zu Anfang des Sommers betroffen, andere erst dann, wenn sie ihre Haut im Urlaub starker Sonneneinstrahlung aussetzten.

Löffler weist auf eine weitere Komplikation hin: Gerade die Kombination mit Sonnenschutz mache häufig Probleme. "Der Körper wendet sich dann gegen diese beiden Einflussfaktoren." Wer betroffen ist, solle unterschiedliche Sonnencremes ausprobieren, in Apotheken könne man sich bei Bedarf beraten lassen.

Bestimmte Antibiotika verstärken Lichtsensibilität 

Verschlimmerung von Hauterkrankungen: Sonne kann bei manchen Hautproblemen wie Akne oder Schuppenflechte guttun und Beschwerden lindern. Wer zu Herpesbläschen neigt oder Rosazea hat, muss durch das UV-Licht mit einer Verschlimmerung rechnen. Auch Autoimmunerkrankungen können durch zu viel Sonne begünstigt werden. Vorsicht ist außerdem für Menschen angesagt, die bestimmte Antibiotika nehmen. "Diese verstärken unter Umständen die Lichtsensibilität, genauso wie eine Reihe anderer Medikamente", sagt Löffler.

Sein Fazit: "Genießen Sie die Sonne, aber in Maßen." Die Kombination aus Sonnencreme und Sonnenhut sei wichtig - und um die Mittagszeit solle man auf jeden Fall den Schatten suchen.

Quarkwickel gegen Sonnenbrand?

Hausmittel wie Quarkwickel als erste Hilfe gegen Sonnenbrand und Co.? "Kann man schon machen", sagt SLK-Hautklinikchef Harald Löffler. Aus dermatologischer Sicht rate er jedoch eher zu einer guten After-Sun-Lotion, in der Substanzen seien, die Hautschäden bis zu einem gewissen Grad reparieren könnten. Was definitiv nichts bringt: Vorbräunen mit Selbstbräunungs-Creme. Löffler dazu: "Die schaffen zwar eine Pigmentierung, halten aber kein UV-Licht zurück." vbs


Valerie Blass

Valerie Blass

Autorin

Valerie Blass ist Autorin im Politikressort. Ihr besonderes Interesse gilt Themen aus dem Bereich Gesundheit.

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