Atomkraftgegner spielen Evakuierung

Heilbronn - Es war ein Spiel. Und doch war es bitter ernst gemeint. 30 Atomkraftgegner vom Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn führten vor, wie eine plötzliche Evakuierung vonstatten gehen könnte.

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Im Ernstfall muss Horkheim nach Nürtingen
Vor der Abreise ein Kurzcheck mit dem Geigerzähler.Foto: Guido Sawatzki

Heilbronn - Es war ein Spiel. Und doch war es bitter ernst gemeint. 30 Atomkraftgegner vom Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn führten am Samstag vor Augen, wie eine plötzliche Evakuierung vonstatten gehen könnte.

Horkheim, das steht im Katastrophenplan des Landes, wird im Fall eines Gaus, eines größt anzunehmenden Unfalls im Kernkraftwerk Neckarwestheim, nach Nürtingen evakuiert. Die Lauffener sollen sich auf den Weg nach Schwäbisch Hall machen, Flein fährt nach Künzelsau, Nordheim nach Öhringen.

Hamster muss mit

Die Heilbronner spielten den Fall Horkheim durch und fuhren nach Nürtingen. In Bademantel, mit Wärmflaschen unterm Arm, Kuscheltieren in Tierkäfigen, den Rasierschaum noch im Gesicht trafen sie sich zu ihrer ungewöhnlichen Demonstration auf dem Hauptbahnhof. Unterwegs verteilten sie Flugblätter, die ihren verblüffenden Auftritt erklärten. In Nürtingen überraschten sie mit der Information, dass die Stadt am Fuße der Schwäbischen Alb im Notfall 4100 Horkheimer aufnehmen müsste.

Empfang bei OB

Von Vertretern der Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), BUND und Naturschutzbund empfangen, zogen die illustren Demonstranten zum Rathaus. Dort hieß sie Oberbürgermeister Otmar Heirich mit einer fiktiven Rede willkommen, frei nach dem Motto: Es wäre doch richtig gewesen, 2009 das Atomkraftwerk abzustellen. Der Heilbronner Internist Franz Wagner und der Pfarrer der Nikolaikirche, Ulrich Koring, hielten kurze Reden, bevor es in einem Kunstatelier zum Probeliegen auf Feldbetten ging. Eine Suppe wärmte die "Evakuierten", bevor sie sich wieder auf die Heimreise machten. ger


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