Anti-Atom-Kette vom GKN bis nach Stuttgart

Neckarwestheim/Stuttgart - Zwei Wochen vor der Landtagswahl Ende März steht Baden-Württemberg noch eine Großdemo der Anti-AKW-Bewegung ins Haus. Ein Aktionsbündnis will eine 45 Kilometer lange Menschenkette vom GKN in Neckarwestheim bis zur Stuttgarter Regierungszentrale stellen.

Anti-Atomkraft-Demo vor dem GKN (Bild vom 21.03.2010). Foto: Veigel
Neckarwestheim/Stuttgart - Zwei Wochen vor der Landtagswahl Ende März steht Baden-Württemberg noch eine Großdemonstration der Anti-AKW-Bewegung ins Haus. Ein Aktionsbündnis will am 12. März eine rund 45 Kilometer lange Menschenkette vom Atomkraftwerk Neckarwestheim bis zur Stuttgarter Regierungszentrale stellen, um gegen Atomkraft und für eine neue Energiepolitik zu protestieren. Erwartet werden bis zu 40.000 Menschen.

Gemeinsam werde man knapp 25 Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl „ein unübersehbares Signal gegen Atomkraft setzen“, sagte Berthold Frieß, Geschäftsführer des Naturschutzbundes BUND am Dienstag in Stuttgart.

Veranstalter wollen Zeichen setzen

Während sich die schwarz-gelbe Landesregierung zuletzt intensiv für die Verlängerung der AKW-Laufzeiten eingesetzt habe, forderten immer wieder Zehntausende den Ausstieg aus der riskanten Art der Stromgewinnung. „Die Kette solle symbolisch diese gefährliche Technologie mit den politisch Verantwortlichen verbinden“, sagte Frieß.

Die Menschenkette werde ein weiteres Zeichen dafür, dass die Anti-AKW-Bewegung trotz des Atomdeals auf der Straße bleibe, betonte Jochen Stay, der Sprecher der Anti-Atom-Organisation.ausgestrahlt. Auch Robin Wood und die NaturFreunde rufen zum Protest auf.

Christoph Bautz, Geschäftsführer der Initiative Campact, erwartet tausende Teilnehmer auch aus anderen Bundesländern. „Sie fordern, dass jetzt die Bundesländer den Ausstieg aus der Atomkraft selbst in die Hand nehmen, den die Bundesregierung den Bürgern verweigern.“ Eine neue Landesregierung in Baden-Württemberg könne den Anfang machen, indem sie über die Atomaufsicht so hohe Auflagen für alte Reaktoren festlege, dass sich ihr Weiterbetrieb für die Energiekonzerne irgendwann nicht mehr lohnt.

Kampagne

Der Reaktor Neckarwestheim I liefert seit 35 Jahren Strom und ist damit das zweitälteste deutsche Atomkraftwerk. Unter dem Motto „EnBW ade!“ starteten die NaturFreude am Dienstag eine Kampagne. Jeder Bürger könne den Atomausstieg selber beginnen, indem er der EnBW den Rücken kehre. Der Karlsruher Konzern gewinnt mehr als die Hälfte seines Stroms aus Atommeilern. lsw
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