Die Autostimme wird an diesem Mittwoch 20 Jahre alt

Heilbronn  Autostimme-Chef Alexander Schnell blickt zum runden Geburtstag des Stimme-Projekts zurück und nach vorne. "Das Auto ist Teil der Lösung, nicht des Problems."

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Ressortleiter Alexander Schnell begleitet das Projekt Autostimme seit Beginn. Der 43-Jährige blickt gespannt auf den Wandel der Autobranche. Foto: Emanuele Staino

Als die Autostimme 2001 ins Leben gerufen wurde, war Alexander Schnell bereits mit an Bord. Mittwochs und samstags ist sie inzwischen ein fester Bestandteil der Tageszeitung. Im Interview spricht der Projektverantwortliche über die Faszination Automobil, die Zukunft der Branche und den Austausch mit den Leserinnen und Lesern.

Herr Schnell, warum hat das Medienunternehmen vor 20 Jahren die Autostimme gegründet?

Alexander Schnell: In einer dermaßen vom Automobil geprägten Region wollten wir etwas eigenes machen. Zum einen hat der Markt, sprich die Anzeigenkunden, danach verlangt. Zum anderen arbeiten viele Menschen hier in der Automobilindustrie und interessieren sich somit sehr für das Thema.


Sie haben das Projekt von Anfang an begleitet.

Schnell: Ja, ich hatte gerade mein Volontariat beendet, als der damalige Ressortleiter Stefan Raffai meinte: Da ist eine Autobeilage geplant, das wäre doch was für den Herrn Schnell. Mit viel Aufwand haben wir dann eine Nullnummer produziert, gedruckt und verteilt. Und weil das Feedback sehr gut war, haben wir gesagt: Wir machen das jetzt. Und so ist am 7. April 2001 die erste Ausgabe der Beilage erschienen. Inzwischen ist die Autostimme als fester Bestandteil mittwochs und samstags in die Zeitung integriert.


Was macht für Sie die Faszination Auto aus?

Schnell: Grundsätzlich finde ich die Vielfalt der Modelle faszinierend. Ich kann mich für einen Kleinwagen genauso begeistern wie für ein Familienauto oder einen Sportwagen. Total spannend ist darüber hinaus der Wandel, den wir gerade erleben. Wir stehen am Übergang von der Ära des Verbrennungsmotors ins Elektrozeitalter.


Waren diese Umbrüche vor 20 Jahren schon absehbar?

Schnell: Früher ging es eher darum, beispielsweise die bestehenden Motoren zu optimieren oder Gewicht aus dem Auto zu holen. So einen Technologiesprung gab es in der Form noch nie. Wie geht es mit Audi, Porsche, Mercedes weiter? Was bedeutet das für all die Menschen, die mit einem Auto zu tun haben und deren Job vom Auto abhängt? Das interessiert mich.

Alexander Schnell wurde am 4. November 1977 in Heilbronn geboren. Im Jahr 2001 wurde "aos" nach seinem Volontariat Redakteur bei der Heilbronner Stimme. Seit 2006 ist er Leiter des heutigen Ressorts Leben und Freizeit – und in dieser Funktion für alle Sonderveröffentlichungen verantwortlich. Seit September 2014 gehört der 43-Jährige auch der Chefredaktion an. In den vergangenen Jahren hat Schnell zahlreiche neue Produkte und Magazine eingeführt. Der Heilbronner ist verheiratet und hat einen Sohn.


Sie bekommen immer wieder leidenschaftliche Zuschriften von Leserinnen und Lesern. Das Thema weckt Emotionen, oder?

Schnell: Am Thema Auto kann man sich herrlich reiben. Das Umweltbewusstsein bei den Menschen nimmt zu. Ich tausche mich dazu gerne aus, merke in der Diskussion oft, dass man viel Aufklärungsarbeit leisten muss. Das wollen wir mit der Autostimme tun. Ich bin offen für neue Technologien. E-Autos zu fahren macht viel Spaß. Den Verbrenner jetzt aber grundsätzlich zu verteufeln, davon halte ich garn nichts. Ich glaube, wir werden noch viele Jahre beides nebeneinander erleben.


Interessieren sich junge Menschen überhaupt noch für Autos?

Schnell: Ja und nein. Ich erlebe beides. Wenn ich mitten in Heilbronn wohne, brauche ich vielleicht kein Auto. Die Umgebung ist aber ländlich geprägt, da spielt das Auto eine wichtige Rolle für junge Menschen. Viele sind von dem Thema nach wie vor fasziniert. Wir brauchen grundsätzlich eine viel intelligentere Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel. Und dabei ist das Auto Teil der Lösung, nicht des Problems.

 


Christoph Feil

Christoph Feil

Autor

Seit 2015 ist Christoph Feil bei der Heilbronner Stimme. Er arbeitet im Ressort Leben und Freizeit. Darüber hinaus schreibt er für das Thementeam Wissen, hat den aktuellen Buchmarkt im Blick und stellt für das "Interview der Woche" Menschen gerne Fragen.

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