Dauerbrenner reloaded

Mercedes  Der Stuttgarter Autobauer hat die weltweit erfolgreiche E-Klasse optisch und technisch überarbeitet

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Für Mercedes ist die E-Klasse ein extrem wichtiges Modell, schließlich konnte die Marke mit dem Stern bislang mehr als 14 Millionen Exemplare davon absetzen. Kein anderer Mercedes wurde nach Angaben des Herstellers weltweit öfter verkauft. Damit der als Limousine, Kombi (T-Modell), Offroad Kombi (All Terrain) sowie Coupé und Cabrio erhältliche Dauerbrenner auch weiter bei den Kunden zündet, haben die Schwaben nun eine Auffrischung vorgenommen.

Zweigeteilte Leuchten

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Wie bei einem Facelift allgemein üblich, sind die optischen Änderungen eher behutsamer Natur. Die LED-Frontscheinwerfer befinden sich in flacheren Gehäusen, Powerdomes durchziehen die Motorhaube - und es gibt neu designte Räder. "Die größten Unterschiede sind am Heck zu finden", sagt Pressesprecher Christian Anosowitsch. "Dort kommen nun zweigeteilte Leuchten mit neuer Lichtsignatur zum Einsatz, außerdem wurden Heckdeckel und Stoßfänger überarbeitet. Wir haben die E-Klasse unserer aktuellen Designsprache angepasst."

Im Innenraum schmeißt Mercedes das analoge Cockpit endgültig raus und verbaut ab sofort serienmäßig immer digitale Monitore mit Diagonalen von jeweils 10,25 Zoll. Gegen Aufpreis sind auch zwei Mal 12,3 Zoll möglich. Die Displays sind eine Wucht, überzeugen mit knackscharfer 3D-Darstellung und sorgen in Kombination mit dem farbigen Head-up-Display für die absolute Vollbedienung in Sachen Information. Das (den Fahrer duzende!) Navigationssystem arbeitet dabei mit Augmented Reality - das bedeutet, reale Echtzeit-Bilder vom Straßenverkehr werden mit digitalen Symbolen angereichert und so auf dem Monitor wiedergegeben.

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Ebenfalls komplett neu: das Lenkrad. "Hier gab es einen großen Sprung nach vorne", betont Michael Kelz, Entwicklungsleiter der E-Klasse, im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. "Alle Bedienfelder des Multifunktionslenkrads sind jetzt berührungsintensiv." Heißt: Auf den Lenkradspeichen befinden sich großflächige, fugenlose Steuerungseinheiten - das Lenkrad kommt komplett ohne physische Tasten aus. Daran hat man sich im Handumdrehen gewöhnt.

Daneben lassen sich die vielfältigen Fahrzeugfunktionen in der neuen E-Klasse auch per Sprachbefehl, Druck aufs mittige Display oder über das Laptop-ähnliche Touchpad bedienen. Randnotiz: Wer externe Datenträger anschließt, trifft in der E-Klasse auf mehrere USB-C-Ports - USB-A wird nur noch via Adapter unterstützt.

Neue Motoren

Mit der Überarbeitung hält auch eine neue Motorengeneration Einzug. "Wir bieten den Vierzylinder-Diesel jetzt mit integriertem Startergenerator an", erklärt Michael Kelz. Das sorgt nicht nur für mehr Leistung (plus 15 kW) und Drehmoment (plus 200 Newtonmeter), sondern auch für ein geschmeidigeres und schnelleres Anfahren im Alltagsbetrieb, zum Beispiel nach einem Ampelstopp mit automatisch ausgeschaltetem Motor (finale Werte wurden bis Redaktionsschluss nicht kommuniziert). Auch der Vierzylinder-Benziner im E 350 wird mit ISG der zweiten Generation ausgerüstet und kommt im EQ Boost-Modus auf ähnliche Power-Zuwächse wie der Diesel. Die Verbrauchswerte des neuen, 272 PS starken Benziners liegen laut Mercedes zwischen 7,0 und 7,3 Liter (CO2-Emissionen: 159 bis 167 g/km). Kelz: "Darüber hinaus haben wir für Limousine und T-Modell insgesamt sieben Plug-in-Versionen im Programm, als Diesel und Benziner, mit Heck- und Allradantrieb." Der E 300de zum Beispiel sei mit 1,4 Liter Normverbrauch (38 g/km) die sparsamste E-Klasse aller Zeiten. "Das geht aber natürlich nur, wenn man immer fleißig lädt."

Preise

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Vom Facelift unberührt geblieben sind diverse markentypische Eigenheiten - so befindet sich der Wählhebel für die Neungang-Automatik weiterhin am Lenkrad, die Schalter für die elektrische Sitzverstellung sind in den Türen platziert. Und dass eine E-Klasse nicht zum Schnäppchenpreis zu haben ist, hat sich auch nicht verändert - ab knapp 48.000 Euro geht es bei der Limousine los, ein AMG T-Modell mit 612 PS kostet rund 125.000 Euro.


Alexander Rülke

Alexander Rülke

Stv. Ressortleiter Leben und Freizeit

Alexander Rülke ist im Ressort Leben und Freizeit für die Sonderveröffentlichungen des Medienunternehmens zuständig. Dazu gehören unter anderem das Wochenendmagazin Freizeit sowie die Autostimme. Der gebürtige Heilbronner interessiert sich für alle Neuigkeiten auf vier Rädern und ist in der Redaktion zudem Ansprechpartner für Themen rund um Heavy Metal.

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