Die Seat-Armada wird ausgebaut

Auto  Bei der spanischen VW-Tochter Seat läuft es rund, der Autobauer hat zahlreiche Neuheiten im Köcher.

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Armada wird ausgebaut

Die Neuauflage des Leon ist für den spanischen Hersteller ein extrem wichtiges Modell. Fotos: Seat

Im Jahr 2010 hat Seat nach eigenen Angaben 50.449 Autos in Deutschland neu zulassen können. 2019 waren es fast dreimal so viel, nämlich 138.670 Fahrzeuge. "Und dieses Wachstum ist kontinuierlich", sagt Johannes Fleck, Leiter Produkt, Planung und Strategie. "Wir konnten jedes Jahr zulegen." Damit habe man es mittlerweile auf Platz zwei bei den Importeuren in Deutschland geschafft − man liege hinter Skoda, aber vor Renault.

Was ist der Grund für diesen Aufwärtstrend, schließlich galt die spanische Marke lange als Sorgenkind im Portfolio von VW? "Ohne gute Produkte geht es nicht", betont Fleck im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. Neben den SUVs Ateca, Arona und Tarraco könne man bei Seat auf Ibiza und Leon als verlässliche Säulen bauen. Darüber hinaus verfüge der Autobauer in Deutschland über ein gut aufgestelltes Netz an Händlern, die zudem bereit seien, in ihre Standorte zu investieren, was durch die Hinzunahme der Marke Cupra unumgänglich sei.

Zu guter Letzt spiele auch das Image eine große Rolle, denn Seat habe viele junge, digital affine Kunden aus dem urbanen Bereich. Mit lebensbejahenden, modernen Werbespots, farbenfrohen Anzeigenkampagnen sowie dem Sponsoring von Musikfestivals wie Lollapalooza (nächste Auflage: 5. und 6. September im Berliner Olympiapark) werden potenzielle Neukunden erreicht.

Darüber hinaus setzt man bei Seat auch auf die Präsenz von Markenbotschaftern − ganz aktuell konnten die Verantwortlichen Fußball-Torwart Marc-André ter Stegen für diese Aufgabe verpflichten. In diesem Jahr gibt Seat zudem Vollgas und will zehn neue Produkte auf den Markt bringen. Dazu zählt zum Beispiel der El-Born, ein vollelektrisches Modell, das dem bereits erhältlichen Mii Electric zur Seite gestellt wird. Letzteren gibt es unter Einberechnung der erhöhten Fördersumme nun bereits ab rund 14.000 Euro. Johannes Fleck: "Damit wird Elektromobilität erschwinglich und zugänglich."

Armada wird ausgebaut

Die Neuauflage des Leon ist für den spanischen Hersteller ein extrem wichtiges Modell. Fotos: Seat

Extrem wichtig für die Marke mit Stammsitz im spanischen Martorell nahe Barcelona ist die Neuauflage des Golf-Mitbewerbers Leon, den es wieder als Fünftürer und Kombi (Sportstourer) geben wird. Der Kompaktwagen bietet laut Fleck nicht nur zusätzliche Assistenten und große Displays, sondern auch deutlich mehr Platz als früher. Zudem sei er mit einer breiten Palette an Motoren verfügbar − neben Benzinern und Dieseln stünden auch eine Erdgas-Variante (CNG) sowie ein Plug-in-Hybrid zur Verfügung.

Apropos: Im vierten Quartal rollt Seats SUV-Topmodell Tarraco ebenfalls als Steckdosen-Hybrid-Stromer in die Schauräume. 245 PS und 50 Kilometer elektrische Reichweite sind dann ebenso an Bord wie die betont sportliche Ausstattungslinie FR, die laut Fleck bei Kunden sehr beliebt ist. Und was passiert in Sachen Cupra? "Hier zünden wir die nächste Stufe", schwärmt der Seat-Manager. Cupra Leon und Cupra Leon ST sind gesetzt, zudem liege der Fokus auf der Limited Edition des Cupra Ateca. "Und mit dem Formentor stellen wir das erste Fahrzeug vor, das zu hundert Prozent eine reine Cupra-Eigenentwicklung ist." Diese werde es nicht nur mit sportlichen Motorisierungen geben, sondern auch als Plug-in sowie in leistungstechnisch reduzierten Varianten.

 

Alexander Rülke

Alexander Rülke

Stv. Ressortleiter Leben und Freizeit

Alexander Rülke ist im Ressort Leben und Freizeit für die Sonderveröffentlichungen des Medienunternehmens zuständig. Dazu gehören unter anderem das Wochenendmagazin Freizeit sowie die Autostimme. Der gebürtige Heilbronner interessiert sich für alle Neuigkeiten auf vier Rädern und ist in der Redaktion zudem Ansprechpartner für Themen rund um Heavy Metal.

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