Wie weit ist das autonome Fahren?

Braunschweig (dpa)  Die Vorstellung von autonom fahrenden Autos, Bussen und Taxis fasziniert viele Menschen. Bei Testfahrten ist der Fahrer schon Passagier. Bis wir uns im Auto entspannt zurücklehnen können, wird es aber noch dauern.

Von Christian Brahmann, dpa
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Autonomes Fahren
Autonom fahrende Fahrzeuge sind in Deutschland derzeit noch in der Testphase.

Die Autos der Zukunft sollen nicht nur sauberer

sein, sondern möglichst auch sicherer und effizienter. Dabei spielt

automatisiertes und vernetztes Fahren eine wesentliche Rolle. Das ist

zwar längst keine Utopie mehr. Dass uns autonome Autos, Busse und

Taxis chauffieren, ist aber noch weit entfernt.

Wie weit ist das autonome Fahren?

Es gibt Erfolge bei Forschung und Entwicklung. Selbstfahrende Autos

mit Technik von Bosch und Daimler sind bereits testweise in den USA

unterwegs. Die beiden Unternehmen erproben dort seit Ende des

vergangenen Jahres einen Mitfahrservice. Toyota hat gerade

angekündigt, eine experimentelle Stadt der Zukunft in Japan bauen zu

wollen, um Technologien wie das autonome Fahren verstärkt in realen

Umgebungen zu testen. Der ADAC erwartet aber, dass es erst nach 2040

in größerer Zahl Autos angeboten werden, die völlig autonom von Tür

zu Tür kommen, also auch auf Landstraßen keinen Fahrer mehr

benötigen.

Wo steht die Entwicklung?

Vieles dreht sich derzeit um die Vorstufen zum autonomen Fahren.

Dabei werden die Level oft in der Reihenfolge assistiertes,

teilautomatisiertes, hoch automatisiertes und voll automatisiertes

Fahren beschrieben. In den ersten beiden Stufen beherrscht der Fahrer

sein Auto ständig, erst beim dritten Level darf er sich vorübergehend

von Fahraufgabe und Verkehr abwenden. Erst auf der nächsten Stufe

kann der Fahrer die Fahrzeugführung komplett abgeben und wird zum

Passagier. Laut ADAC sind assistierte Fahrfunktionen derzeit der

Stand der Technik. Das automatisierte Fahren werde sich nur langsam

durchsetzen.

Was passiert auf Teststrecken?

In Deutschland gibt es bereits mehrere Testfelder für vernetzte und

automatisierte Fahrzeuge. Entsprechende Systeme werden etwa auf dem

Digitalen Testfeld Autobahn A9 in Bayern erforscht und entwickelt. In

Hamburg sieht ein Teststrecken-Projekt vor, Ampeln und eine Brücke so

auszustatten, dass sie Informationen an Fahrzeuge senden können. Im

Berliner Stadtverkehr wurde eine 3,6 Kilometer lange Strecke zwischen

Brandenburger Tor und Ernst-Reuter-Platz mit Technik ausgerüstet.

Dort sollen künftig auch Testwagen unterwegs sein, die von Computern

gefahren werden und in denen ein Mensch nur noch zur Kontrolle sitzt.

In Niedersachsen entsteht derzeit ein Testfeld, auf dem

automatisierte und vernetzte Fahrzeuge erprobt, sowie Fahrverhalten

und Verkehrsfluss erfasst und analysiert werden sollen.

Welche Probleme gibt es?

Vor allem rechtliche Aspekte sind zu klären. So fordert etwa der

ADAC, dass die Systeme mindestens so sicher sein müssen wie ein

Durchschnittsfahrer. Debatten unter Autoversicherern und Ethikern,

die Entscheidungen bei Unfällen analysieren, haben aber gerade erst

begonnen. Dazu kommt etwa der Unterschied zwischen Stadt und Land. So

wurde ein Modellprojekt, das gerade in Osnabrück getestet wird, in

Mecklenburg-Vorpommern vorerst gestoppt, weil die Technik auf dem

Land nicht funktioniert. In Osnabrück testen die Stadtwerke einen

kleinen autonom fahrenden Bus namens Hubi, der auf öffentlichen

Straßen mit Fahrgästen unterwegs ist. Das Fahrzeug verwendet eine

Sensorik, die an den Straßenrändern Gebäude «zum Abtasten» braucht.

Damit sei diese Technik nur innerorts in Städten und Dörfern

verwendbar, hieß es zur Begründung des Abbruchs in

Mecklenburg-Vorpommern.


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