Geselligkeit zeichnet die Landfrauen Widdern aus

Widdern  Engagiert in der Stadt: Der Landfrauen-Ortsverein Widdern erfährt eine gute Resonanz auf sein umfassendes Programm.

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Daniela Weihbrecht leitet die Landfrauen Widdern: Der Ortsverein gehört mit 110 Mitgliedern zu den größten Gruppierungen in der Stadt.

Foto: Simon Gajer

Widdern ohne Landfrauen? Die Ortsvereinsvorsitzende Daniela Weihbrecht überlegt, was alles wegfiele. Das gemütliche Zusammensitzen für die Älteren, sagt sie schließlich als Erstes. Denn die Geselligkeit zeichne die Landfrauen aus. In Widdern sind die Landfrauen bedeutend: Der Zusammenschluss zählt zu den größten Klubs in der Stadt, immerhin hat er 110 Mitgliedern. Und denen wird einiges geboten - außerhalb von Corona, versteht sich. Da sind die publikumswirksamen Veranstaltungen wie Pfingstmarkt und Kerwe, an denen die Landfrauen sich beteiligen und einen Kuchenverkauf stemmen. Viel tut die Gruppe für die Menschen vor Ort. Da gibt es die Tages- und Zweitages-Ausflüge, zählt Daniela Weihbrecht auf.

Der Verein will ein kulturelles Leben nach Widdern bringen

Außerdem bietet der 1965 gegründete Ortsverein pro Jahr gut 30 Vorträge an. Die sind offen für alle, sagt die Vereinsvorsitzende - also nicht nur den Mitgliedern. Es ist gerade dieser Aspekt, an den die Vorsitzende derzeit denken muss. Die Landfrauen verstehen sich als eine der Gruppen, die kulturelles Leben nach Widdern bringen. "Wir haben sonst fast gar nichts", sagt Daniela Weihbrecht. Deshalb sind die Corona-Beschränkungen besonders tragisch. "Die Älteren kommen ja gar nicht mehr raus", fühlt Daniela Weihbrecht mit ihnen. "Das ist schade."

Die Mitglieder freuen sich in Corona-Zeiten über einen Anruf

Der Verein sieht sich den Widdernern gegenüber in der Verantwortung - gerade auch in den Corona-Wochen. Als es für Mitglieder Nasen-Mund-Masken zum Schutz gab, erhielten alle einen Anruf. "Die haben sich darüber sehr gefreut", erzählt die Vorsitzende. Viel Zeit stecken die Verantwortlichen auch in die Veranstaltungsreihe. Referenten müssen gesucht, Termine abgesprochen werden. "Das ist viel Arbeit, bis die Hefte geschrieben und gedruckt sind."

Der Ortsverein organisiert eine abwechslungsreiche Vortragsreihe

Im September beginnen die Arbeiten, damit das Programm bis Dezember beim Treffen ausgeteilt werden kann.Die Vorträge sind abwechslungsreich. Dieses Jahr sollte es um Themen wie "Maßnahmen zur Prävention von Schlaganfällen" oder "Mein gesunder Darm" gehen. Es war aber auch ein Abend zu schwäbischer Mundart geplant sowie zur Madeira-Insel. Zum Vereinsangebot gehört aber auch Rückengymnastik für Ältere sowie sportliche Einheiten, die sich an jüngere richten. Der Verein deckt viele Altersgruppen an: Das jüngste Mitglied ist zwölf Jahre alt, das älteste über 90. Das Durchschnittsalter, darüber freut sich Daniela Weihbrecht sehr, liegt gerade einmal bei 62 Jahre. "Das ist gut."

Die Resonanz auf die Vorträge fällt unterschiedlich aus. Je nach Thema kommen bis zu 30 Personen, zum Frauenfrühstück aber auch mal 50. Auf diese Nachfrage ist es auch mit zurückzuführen, dass sich Daniela Weihbrecht an die Spitze gestellt hat. 2014 trat sie dem Ortsverein bei, schon 2018 stellte sich sich zur Wahl. Ihre Überlegungen im Vorfeld des damaligen Votums: "Wenn ich es nicht mache, gibt es den Verein nicht mehr." Sie dachte gerade an die älteren Mitglieder, und dann kandidierte sie. "Jetzt probiere ich es mal."


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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