Fahrbetrieb der Jagsttalbahn ist das große Ziel

Widdern  Gleisreste und Bahnhof erinnern in der Stadt Widdern an die Jagsttalbahn. Der Verein setzt mittlerweile auf anderen Streckenabschnitt im Tal.

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Erinnerungen an die Bahnstrecke durchs Jagsttal: Letzte Gleise befinden sich auch noch in Widdern.

Fotos: SImon Gajer

Widdern mit Zuganschluss: Das ist seit 1988 Geschichte. Damals war das letzte Jahr des Museumsbetriebs auf der Bahnstrecke. Das Jahr bleibt dem Verein Jagsttalbahnfreunde aber in guter Erinnerung.

Damals zählten die Verantwortlichen 44.000 Fahrgäste, das schreibt die Interessengemeinschaft auf Ihrer Internetseite. Der Klub sitzt zwar in Dörzbach, aber ihr Vorsitzender Friedrich Strohm wohnt in Widdern. Dort stoppte ein Bürgerentscheid die Idee, eine Museumsbahn auf die Gleise zu bringen und nach Jagsthausen zu fahren.

Letzte Gleisreste liegen neben dem Radweg

Fahrbetrieb ist das große Ziel

Haltestelle: Im Bahnhof befindet sich das Heimatmuseum der Stadt.

Touristen auf einem der schönsten Abschnitte des Jagsttal-Radwegs staunen immer wieder, dass gleich neben dem asphaltierten Strecke alte Gleise durchschimmern. Wer aus Richtung Möckmühl kommt, dem wird spätestens in Widdern klar, dass hier über viele Jahre tatsächlich Züge fuhren: Dort befindet sich ein noch der ehemalige Bahnhof.

Dass Züge noch einmal in seiner Heimatstadt Widdern anhalten, damit hat Friedrich Strohm abgeschlossen. Er bedauert es zwar, dass der Bahnhof nur noch an die Zug-Geschichte erinnern kann. "Es wäre hier schön gewesen", betont der Vorsitzende. Wehmütig ist er nicht. Er weiß: "Aber der Zug ist abgefahren."

Die Spurweite sorgt überregional für Aufsehen

Die Jagsttalbahn mit ihrer kleinen Spurweite sorgt überregional für Aufsehen. "Das Interesse ist nach wie vor sehr groß", sagt der stellvertretende Vorsitzende Volker Elgner. "Wer an Eisenbahnen interessiert ist, kennt sie." Die Spurweite 750 Millimeter gilt als eine Rarität. "Die Jagsttalbahn hat ein Alleinstellungsmerkmal."

Fahrbetrieb ist das große Ziel

Der Waggon kommt nach Dörzbach: Volker Elgner (links) und Friedrich Strohm.

Der Verein ist dabei, wieder Leben auf die Gleise zu bringen. "Die Aufnahme des Fahrbetriebs ist unser zentrales Thema", sagt Friedrich Strohm. Das große Ziel ist es, die Strecke zwischen Dörzbach und Krautheim befahren zu können. Doch das dauert. Auf eine Jahreszahl will sich die Vereinsführung deshalb nicht festlegen.

"Ohne Unterstützung ist das utopisch", setzt der Vereinsvorsitzende auf finanzielle Zusagen der Politik. Wobei es nicht allein aufs Geld ankommt. Beispielsweise konnte der Verein Gleise, die in Möckmühl nicht mehr benötigt wurden, ausbauen. 1400 Meter Schienen mussten die Mitglieder schleppen. "Ein Meter wiegt 49 Kilogramm", erinnert sich Volker Elgner.

Der große Fahrbetrieb ist für den Verein das erklärte Ziel

Der große Fahrbetrieb liegt noch in ungewisser Zukunft. Viel näher ist es aber, dass wenigstens wieder Lokomotiven am Bahnhof Dörzbach rangieren. Hunderte Meter stehen dort zur Verfügung, Loks und Anhänger ebenfalls. Dieses Jahr soll es endlich so weit sein, hoffen Friedrich Strohm und Volker Elgner. In Corona-Zeiten ist es mit den Planungen aber schwierig. "Wir hoffen, sobald wie möglich", sagt Volker Elgner. Von den Kosten her will der Verein es nicht übertreiben. "Die schwarze Null ist avisiert", sagt der stellvertretende Vorsitzende.

Im Verein ist vieles offen, die Führung gibt nicht auf. Ein Grund dafür ist der Rückhalt der 350 Mitglieder. "Der Zuspruch der Fans ist unser Antrieb", sagt Volker Elgner.

 

Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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