Unterwegs auf dem Pilgerweg zwischen Weißbach und Crispenhofen

Weißbach  Die Stationen auf dem Pilgerweg in Weißbach geben einem Gelegenheit nachzudenken, inne zu halten und die Natur zu genießen. Die Route führt von Weißbach über Halberg nach Crispenhofen.

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Auf dem Weißbacher Pilgerweg kommt kurz vor Crispenhofen Wind auf. Einen Farbtupfer bietet der rote Mohn auf dem Feld.

Fotos: Annika Heffter

"Lebenszeit - Zeit zu leben", steht auf einem Brettchen vor der evangelischen Kirche in Weißbach. Es ist das Motto des Pilgerwegs von Weißbach über Halberg nach Crispenhofen. Schon die erste Station des Wegs, lädt zum Nachdenken ein. Dort findet man eine Sonnenuhr auf weißen Steinen. Dahinter ein Schild: "Alles hat seine Zeit". Von der Kirche aus geht es durch das Dorf und eine Treppe hinauf. Dort genießt man einen schönen Blick auf den Ort.

Taube weist den Weg

Ein Stückchen weiter, lehnt an einem Straßenschild ein Wegweiser mit dem Bild einer fliegenden Taube. Sie weist dem Pilger den Weg in den Wald. An der nächsten Weggabelung befindet sich die zweite Station, eine Hirtengrotte. Hier haben Wanderer Steine zu kleinen Pyramiden aufgeschichtet.

Alles hat seine Zeit

Station drei auf dem Pilgerweg gibt Blick auf das Kochertal frei. Auf der Bank können sich Wanderer ausruhen und die Aussicht wie durch einen Bilderrahmen genießen.

Ein Teelicht und Blumen leisten der Hirtenstatue Gesellschaft. "Bevor Sie den Weg weitergehen, dürfen Sie hier einen Stein des Weges ablegen", schlägt eine Tafel daneben vor. Der Waldweg ist angenehm kühl, besonders an einem schwülen Tag. Insekten schwirren herum, die Bäume spenden Schatten und das Rascheln der Blätter im Wind lässt alle Sorgen verblassen. Die dritte Station naht, mit herrlichem Blick auf das Kochertal. Hier steht ein großer Bildrahmen, durch den man auf das Tal blicken und über das Leben dort unten nachdenken kann. Weiter geht es durch ein kleines Wohngebiet, die Halberger Ebene.

Rast auf dem Halberg

Der Wegweiser führt den Pilger auf weite Getreidefelder, wo die nächste Station dazu aufruft, im Hier und Jetzt zu leben. Noch immer ist es vollkommen ruhig, keine Menschenseele ist unterwegs, nur die zirpenden Grillen liefern die Hintergrundmusik zu den eigenen Gedanken. Auf dem Halberg riecht es nach Bauernhof. "Unser täglich Brot", steht auf einem Schild in der Ortsmitte. Der Pilger wird daran erinnert, dass jedes Korn von Gott kommt und der Mensch das Getreide wachsen und gedeihen lassen soll. "Nehmen Sie sich Zeit, das Wachsen zu sehen. Und dabei selbst zu wachsen", steht auf der Tafel.

Der weitere Weg führt durch Wiesen und Felder, ein Wasserturm taucht auf der rechten Seite auf. Er liefert das Motto für die Station "Quelle des Lebens". Ein hölzernes Kreuz steht neben dem Turm, vor ihm liegen blaue "Wassersteine", die mit Worten wie "Lachen", "Essen" oder "Halt" beschriftet sind. Begriffe, die für das stehen sollen, "was uns Kraft gibt, uns gut tut oder unsere Sehnsüchte weckt." Auf dem letzten Wegstück Richtung Crispenhofen fliegt ein bunter Schmetterling voraus, als würde er den Weg kennen. Die Gräser wiegen sich im immer stärker aufkommenden Wind, der majestätische Windpark im Hintergrund passt ins Bild.

Alles hat seine Zeit

Das Kreuz ist die vorletzte Station auf dem Weg. Im Hintergrund zeigt sich bereits der Ort Crispenhofen.

Kreuz verweist auf eigene Grenzen

Nach dem Anstieg zu Beginn des Pilgerweges geht es abwärts, auf einem etwas engeren, pittoresken Pfad durch ein Wäldchen. Zwischen den Bäumen ist Crispenhofen zu erahnen, eine Schneise ermöglicht einen Blick auf den Ort. Ein großes Kreuz steht auf der vorletzten Station, die dazu auffordert, an die eigenen Grenzen zu denken und vielleicht manche zu überwinden. "Der Weg ist begrenzt. Zäune, Büsche und Gräben engen ihn ein. Dennoch wirken die Grenzen nicht bedrohlich", steht auf dem Schild.

Hinter dem dünnen Zaun am Wegesrand ruhen sich vier Kühe aus und muhen beim Anblick des Wanderers aufgeregt. Nur ein kurzes Stück weiter beginnt auch schon der Ort, die Kirche erscheint im Blickfeld. Sie ist die letzte Station mit dem Motto "Meine Zeit steht in deinen Händen."

"Die Tafeln regen zum Nachdenken an" 

Zum ersten und einzigen Mal tauchen Menschen auf, die auf dem Pilgerweg wandern. Irmgard Sturm-Däuser und ihr Mann ziehen ein positives Zwischenfazit: "Die Tafeln regen zum Nachdenken an und sind sehr schön gemacht. Der Weg ist auch nicht überlaufen, es ist sehr ruhig." Nach einer kurzen Pause machen sie sich auf den Rückweg von der Crispenhofener Kirche nach Weißbach. Langsam verschwinden sie hinter einer Kurve auf dem kleinen Hügel in Richtung Wald.

 


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Annika Heffter

Autorin

Annika Heffter arbeitet seit 2018 bei der Heilbronner Stimme und ist seit 2020 Redakteurin im Stadtkreisressort.

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