Vom E-Carsharing bis zur Leinenpflicht wird alles diskutiert

Untergruppenbach  Viele Untergruppenbacher kommen aus reiner Neugier zu "Stimme vor Ort". Und so geschieht es, dass Bürger ungezwungen mit Redakteuren und dem Bürgermeister über sämtliche Angelegenheiten diskutieren, die im Ort zurzeit Thema sind. Wir fassen zusammen.

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Chefredakteur Uwe Ralf Heer und Bürgermeister Andreas Vierling hakten vor dem Rathaus in Untergruppenbach nach: Was brennt den Einwohnern unter den Nägeln? Viele Themen kamen zur Sprache.

Foto: Möllers

Insgesamt waren sie doch zufrieden, die Besucher, die es gestern trotz Kälte zur Vor-Ort-Aktion von "50 Wochen, 50 Orte" am Untergruppenbacher Rathaus gezogen hatte. Bei einer Tasse Glühwein wurde in den abwechselnden Gesprächen mit Chefredakteur Uwe Ralf Heer, Redakteurin Linda Möllers und Bürgermeister Andreas Vierling klar: Anzukreiden haben die Untergruppenbacher, die gekommen waren, wenig.

Viele hatte reine Neugier zur Veranstaltung gelockt. Letztendlich kam aber doch eine breite Palette an Themen zur Sprache. Die reichte von ordnungswidrigen Parkern an manchen Stellen im Ort über die Erschließung der fünf neuen Baugebiete in der Gemeinde bis hin zum neuen Freibad-Kassensystem und zur Leinenpflicht auf den Waldwanderwegen - an letzteres hielten sich jedoch nicht viele, berichtete Barbara Bender.

Sie fürchte sich darum immer, wenn sie auf unangeleinte Hunde treffe. Günther Hörl gab ihr recht: "Dann heißt es immer nur: Der tut nichts." Mehr, als über das Amtsblatt an die Hundehalter zu appellieren, könne man nicht tun, sagte Andreas Vierling bedauernd.

Übergangssituation am Häckselplatz

Barbara Bender war aber ohnehin vorrangig wegen des elektronischen Carsharing-Autos gekommen. Sie wollte mehr über die Benutzung wissen, "vor allem, wie die Tür aufgeht". Das Angebot in Untergruppenbach, von dem sie und Gabi Thiemann vergangenes Jahr auf der Buga erfuhren, wollen die beiden Frauen gerne öfter nutzen. "Das kommt meinem neuen Lebensabschnitt entgegen", sagte Gabi Thiemann, die seit einem Jahr berentet ist. Nach jahrelangem Pendeln nach Stuttgart könne sie so mehr für die Umwelt tun.

Zeag informiert über E-Carsharing

Seit der Übergabe im Oktober gab es 157 Anmeldungen für die Nutzung des elektrischen Carsharing-Autos in Untergruppenbach. Seitdem ist auch die Kilometerzahl von 1600 auf 6000 gestiegen. Schwierig sei jedoch zu sagen, wann sich die Nutzung des Wagens rentiert, sagt Rahel Brecht. Die Zeag-Projektleiterin für Carsharing war auch vor Ort und hatte gut zu tun: Immer wieder wollten sich Besucher hinters Steuer des Fahrzeugs setzen.

Auch Mario Behnke, Pressebeauftragter beim Freundeskreis Peru Amazonico, kam, weil er mehr über das Elektroauto wissen wollte. Was es in Untergruppenbach zu verbessern gebe? Nicht viel, sagte Behnke, abgesehen davon, dass man sich wegen der ungeteerten Wege am Häckselplatz schnell mit Schlamm beschmutze. Doch Behnke bleibt gelassen. Häckselplatz und Recyclinghof bekommen schließlich am Park and Ride-Parkplatz einen Standort - dadurch werde sich die Situation wieder bessern.

Pächtersituation "Restaurant Stettenfels" in aller Munde

In aller Munde ist die Pächtersituation des beliebten Restaurants Stettenfels in der Obergruppenbacher Straße. Wirt Bernhard Haberzettl hört im Oktober 2021 auf. Das bedauere man sehr im Ort, lautet der Tonus während der Veranstaltung. Barbara Bender und Gabi Thiemann hoffen auf einen guten Ersatz - ihr Wunsch: "Bitte wieder mit deutscher Küche!"

In einem Moment scharen sich die Besucher um Andreas Vierling. Der Bürgermeister hat auf Google Maps das Areal des geplanten Baugebiets "Donnbronn Süd" herangezogen. Wohin der Verkehr abfließe, wollen die Untergruppenbacher wissen - über den Fahrradweg, der am Spielplatz vorbeiführt? Vierling verneint: Der Weg werde explizit nicht zur Durchfahrt zum alten Baugebiet für den Verkehr geplant.

Dass mehrere kleine Baugebiete in Donnbronn, Vorhof und Unterheinriet erschlossen werden, bewertet Gerhard Pfitzer als positiv. "Damit kann ich mich anfreunden - auch ich glaube, dass junge Familien nicht nach Vorhof wollten", sagt der 75-Jährige, der zwei Amtsperioden lang für die SPD im Gemeinderat saß. Es müssten aber auch dringend Baulücken geschlossen werden - etwa in der Zeppelinstraße.

 


Linda Möllers

Linda Möllers

Autorin

Linda Möllers kommt aus Weinheim an der Bergstraße und kam im November 2019 zur Heilbronner Stimme. Jetzt berichtet sie aus dem nördlichen und östlichen Landkreis - am liebsten über kulturelle und gesellschaftliche Themen.

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