Campen vor der Haustür

Pfedelbach  Auf fünf Plätzen nehmen sich Auswärtige und Einheimische in Pfedelbach eine Auszeit vom Alltag. Was schätzen sie am Urlaub im Untersteinbacher Tal oder rund um den Buchhorner See?

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Genießen die angenehmen Temperaturen am Buchhorner See: Nikita, Julia und Emil (von hinten nach vorne).

Fotos: Stefanie Jani

Was zieht Campingfreunde ins Untersteinbacher Tal oder rund um den Buchhorner See? Ganz klar: Augen auf. Das ist die Antwort, die immer wieder zu hören ist. Waren es vor einigen Jahren vorwiegend Gäste aus der Region Stuttgart, kommen nun viele Menschen aus der Region in die Gemeinde Pfedelbach, wo man die Wahl zwischen fünf verschiedenen Plätzen hat.

Der kommunale Platz in Untersteinbach beherbergt seit über 50 Jahren Camper. Platzwart Andreas Kurz sorgt seit 15 Jahren für Ordnung. Er schätzt vor allem die friedliche Atmosphäre und die vielen bekannten Gesichter auf den 150 Jahresstellplätzen und 16 Touristenplätzen.

Dauercamper mit Großfamilie zu Gast

Katharina und Henning Schneider und Anja und Klaus Heinle gehören seit 13 Jahren ohne Pause dazu. Die Familien aus Niedernhall nutzen ihre Zeit in Untersteinbach zum Wandern, Fahrrad fahren oder auch mal morgens zum gemütlichen Gläschen Sekt, abends wird gegrillt oder es geht in eine Besenwirtschaft.

"Früher waren wir noch mehr Leute", erzählt Katharina Schneider. Eine Freundin zeltete nebenan, und die Truppe nahm besonders an Sonntagen ein beachtliche Größe an. "Die ganze Großfamilie saß immer im Vorzelt, Onkel und Oma waren zum Kaffeetrinken da, und jeder war begeistert von der Lage", erinnert sie sich und ergänzt schmunzelnd: "Einmal waren es sogar 48 Leute." Jetzt genießt sie mit ihrer Cousine die Zeit zu viert. Einziges Manko: Das Lädle und der Metzger fehlen der Gruppe.

Von Corona ist in diesen Tagen nicht viel zu spüren. Bis auf die Mundschutzpflicht in den Sanitäranlagen des Campingplatzes habe sich am dortigen Leben nicht viel verändert. An ihrem Urlaubsort schätzen sie, dass es sich wirklich ausspannen lässt. "Daheim hat man halt immer was zu arbeiten", sagt Anja Heinle und ergänzt: "Auch nach über zehn Jahren habe ich das Gefühl, dass wir immer wieder Neues in der Umgebung entdecken."

Wie im Schwarzwald

Campen vor der Haustür

Eingespieltes Team: Anja und Klaus Heinle (li.) sowie Katharina und Henning Schneider genießen mehrere Wochen im Jahr ihre Zeit in Untersteinbach.

Gisela und Wilfried Hermann aus Kirchheim genießen die Ruhe. "Wir können laufen, haben die Berge hier wie im Schwarzwald, was will man mehr", erklärt Hermann. "In der Natur hier schlafe ich besser und man ist schnell fertig mit Aufräumen", sagt Wilfried Hermann. Dennoch gibt er sich Mühe mit seinem zweiten Zuhause. "Ich habe heute noch was zu tun und habe mir schon Geschäft vom Baumarkt geholt", erzählt der 69-Jährige. Und wer es luftig mag, der nimmt noch ein paar Meter höher in Kauf. Auf dem Simonsberg liegt seit über 50 Jahren der FKK Familiensportpark, der mit dem Bikepark, Bouleplatz, Beachvolleyball oder Bogenschießen vor allem bei Familien beliebt ist.

Nur ein paar Kilometer weiter gehört der Buchhorner See zum ältesten Domizil für Urlauber. Es begann mit einem Bauernhof rund um das frühere Gasthaus "Krone". Auf der "Holländerwiese" stellten die ersten Camper ihre Wohnwagen auf. Heute sind es drei Campingplätze rund um den See. "Unser Einzugsgebiet reicht von Backnang, Bietigheim bis zur Schweiz," erklärt Oliver Charrier, der den Platz vor viereinhalb Jahren übernommen hat. Allein 300 Jahresstellplätze, rund 40 Feriencamper und die Zeltwiese gehören zu ihm. In den nächsten Jahren sollen rund 200 Plätze mit feststehenden Tinyhäusern bestückt werden.

Man kennt sich

Beim Campingclub Ludwigsburg indes wird eifrig diskutiert. Fast wie eine zweite Heimat sei der See für sie, sagen Sylvia Linert und Ehemann Jürgen aus Kirchberg. Viele Camper sind schon über 40 Jahre Gäste, aber auch "Frischfleisch" wird herzlich mit einem Gläschen Sekt schnell in die Runde integriert.

Am Sandstrand vorne toben Kinder. Inzwischen punktet der See mit seiner Wasserqualität. Die Stege hat die Gemeinde derzeit abgebaut, weil sie marode sind. Ob sie wieder hingebaut werden, ist fraglich, da noch geprüft wird, ob die Stege suggerieren, dass es sich um ein Badegewässer handelt. Folglich bräuchte man eine Badeaufsicht, erklärt Bürgermeister Torsten Kunkel.

"Seit über zehn Jahren sind die Werte im See top", betont Joachim Leng, der den Campingplatz Anfang der 1990er Jahre von seinen Eltern übernommen hat. Rund 200 Stellplätze gehören zu seinem Anwesen. 40 Familien haben sogar ihren Wohnsitz in Buchhorn angemeldet.


Stefanie Jani

Stefanie Jani

Autorin

Stefanie Jani schnupperte schon zu Schulzeiten in die journalistische Arbeit der Stimme. Nach dem Studium in Regensburg und verschiedenen Praktika kehrte sie zurück in die Heimat und ist seit 2011 Redakteurin in Hohenlohe.

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