Arztpraxen und Wohnungen kommen ins Gasthaus Linde

Niedernhall  Die Pläne für ehemalige Gasthaus Linde in Niedernhall nehmen Form an. Die Raiffeisenbank Hohenloher Land investiert fünf Millionen Euro in Altbau und Neubau, wo medizinische Praxen und Mietwohnungen Platz finden sollen.

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Das Gebäude der "Linde" bleibt bestehen, die Kegelbahn weicht einem Neubau, der mit dem Bestandsgebäude durch einen Zwischenbau verbunden ist.

Foto: Tamara Ludwig

Läuft alles weiter nach Plan, könnte das ehemalige Gasthaus Linde bald der zentrale Anlaufpunkt in Sachen medizinische Versorgung in Niedernhall sein. Bürgermeister Achim Beck sieht die Umnutzung des Gebäudes sogar als "ideal für das gesamte Kochertal" an. Vorwiegend ein Zugewinn an medizinischer Infrastruktur sei zu erwarten. Das heißt, manche bereits vorhandene Niedernhaller Praxis zieht um, die meisten kommen aber neu hinzu.

Das bestätigt auch Andreas Siebert, Vorsitzender der Raiffeisenbank Hohenloher Land. Die Raiba ist inzwischen Eigentümer des Gebäudes, das längere Zeit zum Verkauf gestanden hatte. Fünf Millionen Euro investiert die Bank in das Projekt "Haus an der Linde", wie Siebert im Gespräch mit der HZ erklärt. Das Konzept: Wohnraum und Infrastruktur schaffen.

Gasthaus wird von Grund auf saniert

"Wir warten derzeit noch auf die Baugenehmigung", sagt Siebert. Sobald diese vorliegt, könne es losgehen. "Wir hoffen, noch im Oktober", ergänzt der Bankchef. Das bedeutet, dass das ehemalige Gasthaus von Grund auf saniert wird. Die Fassade bleibt weitgehend erhalten, sie ist denkmalgeschützt. Garage und Kegelbahn werden hingegen abgebrochen, erklärte Architektin Simone Kobel-Richter vor der Sommerpause im Gemeinderat.

Sie machen Platz für einen Neubau, der sich, verbunden durch einen Zwischenbau mit Aufzug, an das Bestandsgebäude in der Neufelser Straße anschließt. Auch optisch soll sich der Neubau am Gasthaus orientieren und diesen harmonisch ergänzen.

Tiefgarage wieder verworfen

Gesundheitszentrum und ein bisschen Wohnen
Der Plan. Foto: HSt-Grafik

Mit Carports, die von der Bahnhofsstraße aus zugänglich sind, sollen die nötigen Stellplätze für die künftigen Mieter geschaffen werden. Auch mit einer Tiefgarage hatte man im Laufe der Planungen einmal geliebäugelt - diese dann aber schnell wieder verworfen.

"Laut Landratsamt ist das ganze Grundstück ein Kulturdenkmal", erklärte Kobel-Richter den Stadträten. Bei Grabungen von sieben bis acht Metern Tiefe seien archäologische Funde, beispielsweise keltische Siedlungsreste, nicht auszuschließen. Aber auch ohne Tiefgarage stelle man sich grundsätzlich dem Thema Archäologie: "Wir machen dennoch eine Bodenuntersuchung", betont Siebert.

Zugewinn an medizinischer Versorgung

Auf insgesamt 1700 Quadratmetern Fläche sollen drei Mietwohnungen entstehen (Neubau) und verschiedene medizinische Praxen, die sich auf beide Gebäude verteilen. Nach derzeitigem Stand handelt es sich um Praxen für Allgemeinmedizin, Kinder- und Jugendmedizin, Geburtshilfe, Logopädie, Physiotherapie und medizinische Fußpflege.

"Das sind alles Leute, die aus der Region kommen, das war uns wichtig", sagt Andreas Siebert. Aber auch wenn alle Parteien zugesagt hätten, sei das natürlich noch nicht in Beton gegossen, stellt er klar. Eine runde Sache solle es am Ende werden, so Siebert weiter.

Sommer 2021 als Ziel

Bezugsfertig könnte das Ganze - kommt nichts Gravierendes dazwischen - schon im Sommer 2021 sein. "Aber alte Gebäude sind natürlich risikobehaftet", sagt Siebert. Das dürfte auch der Grund sein, warum sich für das stattliche Gebäude nicht gleich ein Interessent gefunden hatte. Umso mehr freut sich Bürgermeister Achim Beck nun über das "besondere Projekt" und, dass "die Linde als prägnanter Bau am Rande der Altstadt in guten Händen ist".


Tamara Ludwig

Tamara Ludwig

Autorin

Tamara Ludwig ist seit 2014 Redakteurin der Hohenloher Zeitung. Dabei hat sie vor allem die Ereignisse und Kommunen im Altkreis Künzelsau im Blick.

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