Möckmühler suchen das Gespräch

Möckmühl  Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer hört sich auf dem Möckmühler Wochenmarkt um. Bei einer Telefonaktion spricht der größte Sportverein der Jagsttal-Stadt über die Herausforderungen mit der Corona-Krise.

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Zum Einkaufen auf dem Wochenmarkt Möckmühl: Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer spricht dabei mit Lesern unserer Zeitung.

Foto: Ralf Seidel

Fisch, frisches Obst und Gemüse, Eier: Der Möckmühler Wochenmarkt in der Mitte der Altstadt bietet ein reichhaltiges Angebot. Und er wird rege besucht. Die Menschen wollen raus und - wenn auch nur kurz - Bekannte sehen. Das erlebt Chefredakteur Uwe Ralf Heer, als er im Rahmen der großen Stimme-Aktion "50 Wochen - 50 Orte" in der Innenstadt einkauft und - mit großem Abstand - mit Lesern ins Gespräch kommt.

Auf dem Markt ist mehr los als vor der Corona-Krise

Zurzeit ist auf dem Markt mehr los als sonst: Diesen Eindruck haben Möckmühler. Vom Knurps Puppentheater sind Reinhard Michael Siegl und Isolde Stifter einkaufen. "Ich rechne damit, dass diese Saison für uns gelaufen ist", gibt der Theatergründer zu. Nicht nur die kleine Bühne in der Möckmühler Innenstadt ist von Corona betroffen. Wie geht es mit Jagsthausen, Neuenstadt oder Untergruppenbach weiter? Isolde Stifter denkt an die Profi-Schauspieler: "Hinter den Theatern stehen Menschen."

Von Umstellungen beim Konsumverhalten

Ein Leser unserer Zeitung denkt, dass es durch die Virus-Krise zu einem Umdenken in der Gesellschaft kommt. Die Menschen würden sich wieder mehr darauf besinnen, gesünder einzukaufen. Volker Kern hat sein Konsum-Verhalten umgestellt: Er gehe seltener zum Einkaufen, aber dafür kaufe er dann mehr. "Es klappt soweit ganz gut", berichtet er. "Man muss sich diszipliniert verhalten." Er rechnet damit, dass das öffentliche Leben noch einige Monate eingeschränkt bleibe. Es komme auch die Pflicht, denkt er, dass man eine Schutzmaske tragen müsse.

Das wünschen sich Leserinnen und Leser von ihrer Zeitung

Es geht auf dem Wochenmarkt auch um die Zeitung: Eine Leserin dankt, dass mehr Kreuzworträtsel und eine ganze Kinderseite erscheinen. Die bringe sie ihren Enkeln. Eine andere Leserin wünscht sich, mehr über die örtliche Volkshochschule zu lesen. Gisela Feinle regt an, auf die Befindlichkeiten der Menschen zu achten. "Ich will strahlende Gesichter sehen", wünscht sie sich derzeit positive Nachrichten. "Das tut so gut, die Seele braucht das." Markt-Kunden nutzen den Moment, auch über "50 Wochen - 50 Orte" zu reden. "Die Idee ist gut", lobt Cornelia Kappes.

Das sind Sorgen des größten Sportvereins in der Stadt

Ursprünglich sollte es in der Schwerpunktwoche zu Möckmühl eine Lokaltour mit dem Chefredakteur geben, die aber wegen Corona kurzfristig abgesagt werden musste. Stattdessen boten wir eine Telefonaktion an. In diesem Rahmen hakten wir beim größten Sportverein in der Stadt nach, der Sportvereinigung. Da die Trainer ehrenamtlich tätig sind, sie nur eine Übungsleiterpauschale erhalten, benötigt der Verein nach Angaben des Vorsitzenden Frank Herzberg keine staatliche Unterstützung. Dafür treibt die Verantwortlichen eine Sorge um: Kommen tatsächlich alle Sportler zurück, die jetzt nicht mehr trainieren können? "Ich rechne mit einem gewissen Schwund."

Außerdem rechnet Frank Herzberg mit Diskussionen über den Mitgliedsbeitrag: Es werde Mitglieder geben, die kein Geld zahlen wollen. Er appelliert an die Solidarität. Dem Verein, der mittlerweile schuldenfrei ist, gehört auch eine Sportgaststätte, die verpachtet ist. Wegen Corona ruht dort der Betrieb, die Pacht fällt weg: "Als Verein fehlt uns ein fünfstelliger Betrag im Jahr."


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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