Leingarten ist die jüngste Stadt im Land

Leingarten  Vor 50 Jahren ist Leingarten aus dem Zusammenschluss des württembergischen Großgartach und des badischen Schluchtern entstanden. Heute hat Leingarten 12.000 Einwohner.

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Die Heuchelberger Warte ist das Wahrzeichen der Stadt.

"Kein Acker ohne Archäologie", stellte einst ein Grabungsleiter fest. Und viele Funde beweisen: Bereits in der Jungsteinzeit schätzten die Menschen die Gemarkungen von Großgartach und Schluchtern als Wohnstätte, auch wegen ihrer fruchtbaren Lößerde. Eine dieser Siedlungen lag schon damals im "Kappmannsgrund", für den aktuell der fünfte Bauabschnitt in Planung ist.

12.000 Einwohner leben heute in Leingarten, entstanden 1970 aus dem Zusammenschluss des württembergischen Großgartach und des badischen Schluchtern. 50 Jahre später zur Stadt erhoben. Das Festjahr 2020 fällt wegen Corona ins Wasser.

Wahrzeichen auf dem Heuchelberg

Wahrzeichen von Leingarten ist die weithin sichtbare Heuchelberger Warte. Idyllisch von Wald und Weinbergen umgeben ein beliebtes Ausflugsziel. Erholungspotenzial haben auch die Eichbottseen mitten in Schluchtern. Ansonsten geht es weniger beschaulich zu. Die Stadt boomt. Supermärkte, Discounter, Baumarkt, Holzfachhandel, Möbelhaus und weitere Geschäfte im Gewerbegebiet, aber auch die Einzelhändler und Gastronomie in der Ortsmitte ziehen Kunden an. Und die kommen meistens mit dem Auto. Dazu noch die Pendler, die auf dem Weg ins Zabergäu oder zur Bundesstraße 293 die Stadt durchqueren müssen. Gäbe es die Stadtbahn nicht, wäre die Verkehrsbelastung noch größer.

Die jüngste Stadt im Land

Der Rathausneubau in der Ortsmitte wurde Ende 2011 eingeweiht.

Der Preis für das Wachstum vor allem der vergangenen 20 Jahre. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Im der Fortschreibung des Flächennutzungsplans bis 2035 sind fünf neue Wohn- und drei Gewerbegebiete vorgesehen. Weitere Ackerflächen werden verschwinden. Und wann die Südostumfahrung als Verlängerung der Heilbronner Saarlandstraße kommt, um die Ortsdurchfahrt zu entlasten, ist mehr als fraglich.

Ungewöhnliche Infrastruktur

Dass es so viele Menschen nach Leingarten zieht, hat seinen Grund. Nah an Heilbronn, und doch ländlich, bietet die jüngste Stadt in Baden-Württemberg ihren Bewohnern eine für ihre Größe ungewöhnliche Infrastruktur. Dazu zählen nicht nur die Einkaufsmöglichkeiten. Sieben Kindergärten, eine Grundschule und eine Gemeinschaftsschule stehen für den Nachwuchs bereit. Mit Betreuungszeiten, um die andere Kommunen Leingarten beneiden.

Die jüngste Stadt im Land

Angrenzend an das bestehende Freibad entsteht zurzeit das neue Hallenbad für rund neun Millionen Euro. Das alte Hallenbad soll zur Schulmensa umgebaut werden.

Zusätzliche Kleinkindbetreuung bietet das Familienzentrum Mühle, ebenso wie offene Kinder- und Jugendarbeit oder Angebote für Senioren. Ein Waldkindergarten ist geplant. In der Jugendmusikschule erlernt der Nachwuchs Instrumente.

In ihrer Freizeit haben die Leingartener die Wahl zwischen rund 60 Vereinen. Am Fuße des Heuchelbergs gelegen sind die Anlagen des Sportvereins Leingarten mit drei Sportplätzen, einem neuen Kunstrasenplatz, Leichtathletik-Anlagen, Tennisplätzen und Reitanlage. Auf dem Gelände des Sportvereins Schluchtern befinden sich zwei Rasenspielfelder und ein Multifunktionsfeld. Es gibt zwei Sporthallen, einen Trimm-Dich-Pfad, einen Bike-Park, einen Hundeübungsplatz und eine Schießanlage.

Große Investitionen

Die Bücherei im Eichbottzentrum ist beliebt. Gegenüber liegt das Freibad. Ein neues Hallenbad als Ersatz für das alte wird gerade gebaut. Fast neun Millionen Euro werden dafür investiert. Ein weiterer Millionenbetrag muss für die neue Mensa der Eichbottschule eingesetzt werden.

Ein neues Feuerwehrhaus für 7,4 Millionen Euro ist am Ortsausgang Richtung Nordheim in Planung. 1,4 Millionen Euro wurden jüngst in den Anbau und die Sanierung des Museums Altes Rathaus in Schluchtern gesteckt. "Die Finanzausstattung muss die nächsten Jahre stabil bleiben, das ist wichtig", hofft Bürgermeister Ralf Steinbrenner darauf, dass die Kommune Corona gut übersteht.

Auch die medizinische Versorgung ist außergewöhnlich: Am Bahnhof entsteht gerade ein neues Gesundheitszentrum und damit das dritte Ärztehaus in der Stadt.

 


Claudia Kostner

Claudia Kostner

Autorin

Claudia Kostner ist seit 1996 Redakteurin der Heilbronner Stimme. Der gebürtigen Heilbronnerin liegt die Region am Herzen. Sie berichtet hauptsächlich aus Zabergäu und Leintal, aber auch über die Volkshochschule Unterland.

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