Ein Heilbronner sorgt für Ordnung in Leingarten

Leingarten  Sven Panhans muss als Vollzugsbediensteter in Leingarten viel Unmut von verärgerten Autofahrern über sich ergehen lassen.

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Das unberechtigte Parken auf Behindertenparkplätzen stellt Sven Panhans häufiger fest. In diesem Fall ist aber alles in Ordnung.

Foto: Friedhelm Römer

Das ist keine beliebte Stelle für Ortsansässige", sagt Sven Panhans. Diese Aussage kommt nicht völlig überraschend, denn der 50-Jährige muss seit vier Jahren in Leingarten darauf achten, dass Autofahrer dort parken, wo sie parken sollen. Da das nicht immer alle machen, kommt es stets zu Konflikten. Fast jeder Autofahrer hat da seine eigenen Erfahrungen gemacht. Und weil er nicht auch noch in seiner Freizeit von verärgerten Strafzettelempfängern angemault werden will, wohnt Sven Panhans lieber in Heilbronn.

Die Überwachung des ruhenden Verkehrs ist seine Hauptaufgabe. 70 Prozent seiner Arbeitszeit nimmt dies in Anspruch. In der restlichen Zeit geht er "wilden Müllablagerungen nach" und überprüft, ob Baustellen im Ort rechtmäßig eingerichtet sind, oder ob Handwerker ihre Baufahrzeuge ohne Erlaubnis auf die Straße gestellt haben und den Verkehrsfluss behindern.

Viele Autofahrer sind einsichtig

"Rund 80 Prozent der Autofahrer sind einsichtig", erzählt er. "Sie erkennen ihren Fehler und kommen dann eventuell mit einer mündlichen Verwarnung davon." Wenn es keine Einsicht gibt oder jemand bereits zum fünften Mal erwischt worden ist, wird ein Ordnungsgeld fällig. Das Parken auf dem Gehweg hat er als Hauptkonflikt ausgemacht. Dass dort auch Mütter mit Kinderwagen passieren können müssen, darüber machten sich Falschparker keine Gedanken. Etwa vier bis sechs Verwarnungen stellt der Vollzugsbedienstete pro Tag aus. Was er sich dafür anhören muss, reicht von Wegelagerer und Abzocker und dem unfeinen A-Wort bis zur Gewaltandrohung. "Ich versuche es trotzdem zunächst in freundlichem Ton. Und ich bin hart im Nehmen."

Körperliche Gewalt musste er bisher nicht anwenden. "Wenn es sich zuspitzen sollte, würde ich die Polizei holen." Dies war bisher aber erst einmal der Fall. Jemand hatte Hausverbot im Rathaus, tauchte trotzdem auf, und Panhans musste ihn aufhalten. Dann kam die Polizei ins Spiel. Damit kann der 50-jährige frühere Bauhofmitarbeiter recht gut umgehen: "Man muss sich an einen raueren Ton gewöhnen. Wenn man nicht alles in sich hineinfrisst, klappt das ganz gut."

Grundsätzlich teilt er sich seine Arbeitszeit selbst ein. Allerdings geben die Leingartener einen Teil vor. Etwa aufgrund von Veranstaltungen wie bei Fußballspielen am Wochenende. Vor allem, wenn der SV Leingarten spielt, parkten Menschen oft regelwidrig in der Heuchelbergstraße, obwohl es inzwischen einen weiteren Parkplatz direkt jenseits des Spielfeldes gibt. Für ein solches Verhalten hat Panhans kein Verständnis. "Das ist oft Bequemlichkeit."

Eichbottzentrum und Heuchelberg

Dieses Verhalten stellt er auch im Eichbottzentrum bei Schulende fest. Dort seien ausreichend Parkplätze vorhanden. "Das wird jetzt sicherlich wieder ein Thema, da die Schule gerade begonnen hat." Denn neue Eltern rücken nun mit ihren Kindern nach. Das ist die Zeit, in der er diesbezüglich wieder mit Schulleitern und Lehrern spricht. "Ich muss oft vermitteln." Ein größeres Thema ist für ihn auch das Parken auf dem Heuchelberg, an der Heuchelberger Warte. Da schreibt er am Tag schon mal 40 Strafzettel. "Ich würde mir wünschen, dass man da oben Parkplätze schafft." Allerdings gibt es wenige Hundert Meter unterhalb der Warte einen Parkplatz.

Die Zeit im Büro ist überschaubar. Meistens ist er unterwegs. Genau das ist es auch, was ihn an dem Beruf reizt. "Man lernt viele verschiedene Menschen kennen." Und er mache auch positive Erfahrungen. An der Schule achteten einige Eltern inzwischen darauf, dass Autofahrer nicht in Halteverboten stehen, während sie auf ihre Kinder warten. Auch an der Eppinger Straße steht der Vollzugsbedienstete immer mal wieder und achtet darauf, dass das Linksabbiegeverbot für Autofahrer aus Richtung Kirchhausen eingehalten wird. "Wenn nicht, dann kommt meine Hauptwaffe zum Einsatz: Das ist meine Kamera."

Radfahrer halten sich an Regeln

Sven Panhans hat festgestellt, dass es mit Radfahrern in Leingarten keine Probleme gebe. "Sie fahren nicht auf Gehwegen, und sie nehmen Autofahrern selten die Vorfahrt." Außerdem habe der neue, inzwischen zurückgenommene Bußgeldkatalog große Wirkung gehabt. "Da war Ruhe." Für das Falschparken waren zwischen 50 und 100 Euro fällig.

 

Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Zaberfeld. Darüber hinaus ist er Mitglied des lokalen Bildungsteams.

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