Wie kommt die WG Lauffen durch die Corona-Krise?

Lauffen  Auf die Frage, wie die Lauffener Weingärtnergenossenschaft durch die Corona-Krise kommt, gibt es differenzierte Antworten. Denn die WG verzeichnet Einbußen in Gastronomie und Fachhandel, dafür aber steigenden Umsatz im Lebensmittelhandel.

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Hoffen auf einen guten Jahrgang: WG-Geschäftsführer Marian Kopp (links) und der Vorstandsvorsitzende Dietrich Rembold.

Foto: Andreas Veigel

"Wir verzeichnen einen deutlichen Rückgang in Gastronomie und im Fachhandel", sagt der geschäftsführende Vorstand Marian Kopp und schiebt nach: "Auf der anderen Seite wird Wein nun verstärkt im Lebensmittelhandel gekauft." Marian Kopp rechnet daher am Ende mit einem kleinen, einstelligen Minus: "Wir kommen wohl mit einem blauen Auge davon und können froh sein, weil sich der Weinmarkt verlagert hat." Die coronabedingte Absage vieler Veranstaltungen und Weinfeste, unter anderem der Weintage, will Kopp nicht überbewerten. Er geht davon aus, dass dies keine negativen Folgen haben wird. "Zwar sind unsere Weintage im April mit bis zu 6000 Besuchern eine große Probiertheke, aber ich hoffe, dass das Interesse im nächsten Jahr umso größer sein wird."

Die Lauffener Weingärtnergenossenschaft gilt seit der Fusion mit der WG Mundelsheim im Jahr 2012 als größte Einzelgenossenschaft im Weinbau in Württemberg. Sie vertritt 1200 Mitglieder, die eine Rebfläche von rund 900 Hektar bewirtschaften. Hinzu kommt laut Marian Kopp, "dass ein großer Teil der Lauffener Bevölkerung irgendetwas mit Weinbau zu tun hat". Daher sei die Verbundenheit ziemlich groß.

Starkes Wachstum im Online-Handel

Außerdem zeichnet sich inzwischen bei der WG ein starkes Wachstum im Online-Handel ab. Der Geschäftsführer ist überzeugt, dass das auch so bleiben wird. Was den Weinmarkt betrifft, fokussieren sich die Lauffener auf zwei zentrale Entwicklungen. Kopp: "Der Trend geht mehr und mehr zu den Weißweinen." Neben dem Riesling gehören unter anderem Sauvignon Blanc und Chardonnay zu den neueren Sorten.

Die zweite Entwicklung ist eine neue Innovation, auf die die Lauffener stolz sind. "Whyne" heißt das Produkt und stellt eine Kombination aus Wein und Whisky dar. Dabei handelt es sich um einen in einem schottischen Whiskyfass nachgereiften Rotwein. "Unser Fokus bleibt weiter auf dem Wein, wir wollen die handwerkliche Weintradition betonen und hier nur den etwas rauchigen Geschmack mit hineinbringen", so Geschäftsführer Kopp.

Auch mit dem Wetter habe man bisher Glück gehabt. Im Gegensatz zum Zabergäu, wo es kürzlich einige Frostschäden gab, mussten die Lauffener Weingärtner an den Trauben bisher keine Einbußen hinnehmen. Nun hoffen sie, dass der weitere Wetterverlauf dem Wachstum auch in den kommenden Monaten bis zur Ernte entgegenkommt.

 

Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Zaberfeld. Darüber hinaus ist er Mitglied des lokalen Bildungsteams.

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