Künzelsau investiert viel in Bildung

Künzelsau  Rund 7000 Schüler besuchen täglich eine der 17 Schulen in der Kreisstadt. Mehr als 1500 Studenten sind zudem am Campus der Reinhold Würth-Schule immatrikuliert. Dass es die Hochschule gibt, hat mit einem nicht unwichtigen Telefonat zu tun.

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Die Stadt investierte in den vergangene Jahren kräftig in ihre Schulen. Das Gebäude der Georg-Wagner-Realschule (hier bei der Einweihungsfeier) wurde für rund acht Millionen Euro generalsaniert.

Foto: Archiv/Zimmermann

Bildung und Erziehung sind der Stadt Künzelsau viel wert. Dafür gibt die Stadtverwaltung auch viel Geld aus. Insgesamt floss in den vergangenen zehn Jahren die stolze Summe von 30,9 Millionen Euro in die Schulen der Stadt. Grund- und Werkrealschule, Georg-Wagner-Schule am Berg, das Ganerben-Gymnasium und die Brüder Grimm Schule wurden generalsaniert, genauso wie die Mehrzweckhalle auf den Taläckern.

"Ich bin froh, dass wir unsere Schulen in den vergangenen Jahren so konsequent saniert haben, das hat uns gerade bei der Digitalisierung in diesen Wochen unheimlich geholfen", betont Bürgermeister Stefan Neumann.

Rund 7000 Schüler besuchen täglich eine der 17 Schulen in der Kreisstadt. Mehr als 1500 Studenten sind zudem am Campus der Reinhold Würth-Schule immatrikuliert, in wenigen Jahren sollen es 2000 sein.

Auch in den kommenden Jahren sind im Haushalt weitere Mittel für die Bildungseinrichtungen eingeplant. Mit rund 12,5 Millionen sollen nun vor allem die Sporthallen auf den neuesten Stand gebracht werden. Und die Stadt reagiert auf die schwierige Situation in der Corona-Krise.

"Wir haben beschlossen, dass wir in diesem Jahr drei Wochen Sommerschule und drei Wochen Ferienbetreuung anbieten. Damit wollen wir ein besonderes Angebot für die Eltern machen", sagt Hauptamtsleiterin Carmen Class. Auf jeden Fall halten wir an dem Ziel kinderfreundliches Künzelsau fest", ergänzt Class.

Gründung des Campus als Glücksfall

Ein regelrechter Glücksfall für die Bildungsstadt Künzelsau war die Gründung einer Außenstelle der Hochschule Heilbronn an der ehemaligen Hofratsmühle vor über 30 Jahren. "Ministerpräsident Lothar Späth rief mich damals an und sagte: Würth, wenn Du 500.000 Mark gibst, mach ich in Künzelsau eine Hochschule auf", erinnert sich der Unternehmer Reinhold Würth an das richtungsweisende Telefongespräch.

Am 3. Oktober 1988 nimmt die Fachhochschule ihren Betrieb mit gerade mal 53 Studenten im Studiengang Elektrotechnik auf. Die Entwicklung der neuen Hochschule, die seit 2005 den Namen von Reinhold Würth trägt, ist rasant. Heute ist sie der zweitgrößte Standort der Hochschule Heilbronn.

An die regionale Wirtschaft angebunden

Mit dem neuen Forschungsinstitut, das im September 2019 eingeweiht wurde, steigert der Campus seine Bedeutung, wächst weiter und bindet sich enger an die Unternehmen der Region. Würth, EBM-Papst und Ziehl-Abegg sagen für die kommenden fünf Jahre jährliche Forschungsaufträge in Höhe von 200.000 Euro zu. Auch die Zahl der Studenten soll weiter steigen und macht den Campus zu einem großen Standortvorteil für die kleine Stadt.

 

 

 

Thomas Zimmermann

Thomas Zimmermann

Autor

Thomas Zimmermann ist seit Februar 2016 bei der Stimme. Zuvor war der ehemalige Fußballer als Radioreporter und Magazinmacher unterwegs. Für die HZ berichtet er überwiegend über Künzelsau und Umgebung.  

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