Umgehungsstraße ist und bleibt ein Wunsch

Ilsfeld  Interessierte Bürger diskutieren beim Stimme-Vor-Ort-Termin in Ilsfeld mit Chefredakteur Uwe Ralf Heer.

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Was brennt den Ilsfeldern auf den Nägeln? Das wollte Chefredakteur Uwe Ralf Heer (links) am Dienstagvormittag beim Vor-Ort-Termin wissen.

Foto: Mario Berger

Was treibt euch um in Ilsfeld?" Uwe Ralf Heer musste laut sprechen, als er sich an die Ilsfelder richtete, die am Dienstag zum Vor-Ort-Termin der Heilbronner Stimme im Rahmen der Aktion "50 Wochen - 50 Orte" auf den Parkplatz an der Kreissparkasse gekommen waren. Denn da war zum einen der Lärm auf der benachbarten Baustelle am Kreisverkehr, wo das Wohn- und Geschäftshaus der Rewied GmbH entsteht.

Und zum anderen der Lärm, den der Durchfahrtsverkehr auf der Hauptstraße verursachte: Im Minutentakt fuhren Schwerlaster und Motorräder vorbei, ein Poser ließ den Motor aufheulen. Anschaulicher konnte der Rahmen nicht sein.

Denn die Antwort auf die Frage, was die Ilsfelder umtreibt, kam von ihnen einhellig im Chor: der Verkehr. Nach Jahrzehnten des Wartens und Hoffens ist der große Wunsch nach der Umgehungsstraße nach wie vor brandaktuell. Er bleibt jedoch bis auf weiteres unerfüllt. "Hier fahren Autos mit ganz viel PS durch", klagt Irma Wurst.

Der Tenor: Die Umgehungsstraße wurde verschlafen

Als Anwohner kennen sie und ihr Mann Hermann die Situation in der König-Wilhelm-Straße. Selbst Tempo 30 bringe da wenig, beteuern die Ilsfelder Bürger auf Nachfrage von Uwe Ralf Heer. "Vor Jahren wurde die Umgehungsstraße für Ilsfeld verschlafen. Als Auenstein die Umgehungsstraße bekommen hat, hätte man das gleich durchziehen müssen", findet Wolfgang Luithle.

Für Klaus Mezger mahlen die Mühlen der Bürokratie zu langsam, auch wenn es um das Thema Erweiterung der Raststätte Wunnenstein an der A81 geht. Der gebürtige Ilsfelder ist erleichtert, dass das Ilsfelder Freibad wieder geöffnet wurde: "Wäre es zu geblieben, hätte es erhebliche Proteste gegeben", ist sich Klaus Mezger sicher.

Am Tag der Öffnung sei er unter den ersten zwölf Besuchern gewesen. Die Beschränkungen wegen der Corona-Auflagen akzeptiert er gezwungenermaßen. Im Rahmen dessen, was möglich ist, sei es gut gelöst worden, sagt Mezger. Die Konzeption sei nur etwas eng gestrickt und die Preise sind nun wesentlich teurer. "Wenn man einfach nur schwimmen gehen will, sind 3,50 Euro viel."

Leerstände in Lokalen und Geschäften

Klaus Mezger bedauert auch, dass keine Dauerkarten verkauft werden. Irma Wurst machen hingegen die Leerstände in den Lokalen und Geschäften Angst. Es würde auch immer weniger Restaurants mit gutbürgerlicher Küche in Ilsfeld geben. "Und der Lidl fehlt uns arg", bedauert sie, dass der Standort geschlossen und durch Parkplätze ersetzt wurde.

Mit Spannung wird die Markthalle erwartet, zu der die historische Alte Kelter derzeit umgebaut wird - "die Ilsfelder Philharmonie", sagt Klaus Mezger im Scherz. Wo die ganzen Besucher parken sollen? Viele Teilnehmer der Vor-Ort-Aktion sind skeptisch, ob der Zulauf bewältigt werden kann.

Er begrüße die Stimme-Aktion "50 Wochen-50 Orte" sehr, lobte ein Teilnehmer bei der Vor-Ort-Aktion in Ilsfeld. Die Halbzeit ist mittlerweile geschafft. Nächste Woche steht die Fachwerkstadt Eppingen im Fokus der Berichterstattung. Der Vor-Ort-Aktion ist am Mittwoch, 15. Juli.

 

Linda Möllers

Linda Möllers

Autorin

Linda Möllers kommt aus Weinheim an der Bergstraße und kam im November 2019 zur Heilbronner Stimme. Jetzt berichtet sie aus dem nördlichen und östlichen Landkreis - am liebsten über kulturelle und gesellschaftliche Themen.

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