Ländliche Idylle und wirtschaftliche Dynamik

Ilsfeld  Ilsfeld liegt verkehrsgünstig im Schozachtal, hat aber auch mit den Nachteilen durch den Verkehr zu kämpfen. Vereine und Feste spielen in der Kommune eine große Rolle.

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Ilsfeld wirbt mit "Tradition und Weitsicht". Die Landwirtschaft in der Schozachtalgemeinde ist flächenmäßig jedoch rückläufig.

Fotos: Ralf Seidel

In Ilsfeld treffen ländliche Idylle und wirtschaftliche Dynamik aufeinander: Die Gemeinde mit ihren rund 9600 Einwohnern liegt zwischen den Löwensteiner Bergen und dem Neckartal, inmitten von Weinbergen und Feldern. Die einst dominierende Landwirtschaft ist flächenmäßig jedoch rückläufig und musste Industriegebieten weichen. Im Gewerbegebiet Bustadt haben sich Unternehmen mit überregionaler Bedeutung angesiedelt.

Ländliche Idylle und wirtschaftliche Dynamik

Das Rathaus in Auenstein, das mundartlich "Auschde" genannt wird.

Wenige Fahrtminuten trennt die Kerngemeinde von ihren Teilorten. Schozach und Wüstenhausen gehören seit 1971 zu Ilsfeld. Die A81 trennt den Teilort Auenstein nicht nur straßenbaulich von Ilsfeld - die Beziehungen zwischen den Orten war lange von Rivalitäten geprägt. 1974 wurden Auenstein, Helfenberg und Abstetterhof nach Ilsfeld eingegliedert.

Aktivitäten von Vereinen locken die Menschen an

Die Gemeinde verfügt heute über ein reges Vereinsleben: Musik- und Sportverein haben viele aktive Mitglieder und betreiben erfolgreiche Jugendarbeit. Der SSV Auenstein bekommt mit der Volksbank-Arena neue Trainingsmöglichkeiten neben der Tiefenbachhalle. Der Verein Kult-Urzeit stemmt jedes Jahr das Ochsenweg-Festival. Das alljährliche Reitturnier ist weit über die Landesgrenzen hinaus in der Reitsportszene bekannt. Die Radsporttage locken internationale Teilnehmer nach Auenstein.

Mit den Autobahnzubringern in Richtung Stuttgart und Würzburg und der Nähe zu Heilbronn liegt Ilsfeld verkehrsgünstig. Nachteil ist jedoch das hohe Verkehrsaufkommen, vorwiegend durch Lkw und Pendler, die sich durch die Ortsdurchfahrten schieben. Die 2008 eingeführte Umweltzone wurde 2013 verschärft. Ilsfeld hofft seit Jahrzehnten auf die Umgehungsstraße, während Wüstenhausen nach jahrelanger Planung 2015 die Umgehungsstraße und eine neue Ortsdurchfahrt bekam.

Die Gemeinde wächst weiter

Umweltschutz wird in der Gemeinde groß geschrieben: 2015 wurde Ilsfeld mit dem European Energie Award zertifiziert. 2019 wurde das Nahwärmenetz eingeweiht, das ständig weiter ausgebaut wird. Mit den Neubaugebieten "Hühnlesäcker-Mühlrain" und "Gässlesfeld" in Auenstein wächst die Gemeinde weiter. Der Ort ist für Familien mit Kindern und Jugendlichen attraktiv. Im Steinbeis-Schulzentrum lernen Grund-, Gemeinschafts- und Realschüler unter einem Dach. Es gibt zehn Kitas im Ort und ein Freibad. Mit der Ortskernsanierung soll die Gemeinde schöner werden. In der König-Wilhelm-Straße wird die Alte Kelter zu einer Markthalle umgebaut, gegenüber entsteht das Ärztehaus.

Ländliche Idylle und wirtschaftliche Dynamik

Ein beliebter Höhepunkt im Ort ist der Holzmarkt.

Foto: Archiv/Mugler

Wer auf historische Spurensuche geht, kommt um die evangelische Bartholomäuskirche nicht herum. Ilsfeld war einst Zentrum im Schozachtal, auf der erhöhten Lage oberhalb der Stützmauer in der König-Wilhelm-Straße befand sich der fränkische Königshof. Aus der kirchlichen Weihe am Bartholomäustag entwickelte sich der Ilsfelder Holzmarkt am letzten Wochenende im August. Erwähnt wurde der Holzmarkt erstmals 1521. Das Fest ist ein Höhepunkt im Ort, tausende Besucher strömen von überall her.

Verheerender Brand von Kirche und weiteren Gebäuden

Vom großen Brand am 4. August 1904 wird noch heute oft erzählt. Verursacht hatten ihn drei Kinder, die beim Äpfelbraten einen Spirituskocher umwarfen. Der starke Ostwind fachte den Brand an: Unter anderem brannten Kirche, Rathaus und 130 Häuser ab. Hunderte Bürger waren nunmehr obdachlos. Aus ganz Deutschland reisten Schaulustige an, um die verheerenden Folgen des Brands zu sehen. Am 6. Dezember 1906 weihte dann König Wilhelm II. von Württemberg die wiederaufgebaute Kirche ein.

 

Linda Möllers

Linda Möllers

Autorin

Linda Möllers kommt aus Weinheim an der Bergstraße und kam im November 2019 zur Heilbronner Stimme. Jetzt berichtet sie aus dem nördlichen und östlichen Landkreis - am liebsten über kulturelle und gesellschaftliche Themen.

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