In der Zwangspause der Kitas ist in Ilsfeld viel passiert

Ilsfeld  Die Gemeinde Ilsfeld regelt Schulkindbetreuung und Mittagsversorgung neu. Bereits während des Corona-Lockdowns hatte sich in Kindergärten, Schulen und Hort einiges getan.

Von Barbara Barth
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Im Kinderhort Pusteblume auf dem Gelände des Ilsfelder Schulzentrums werden die Kinder an fünf Tagen entweder acht oder zehn Stunden betreut.

Foto: Barbara Barth

Auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung in der Ilsfelder Gemeindehalle stand nur eins: Kindergartenangelegenheiten. Gesamtleiterin Nicole Friedrich gab einen Überblick über die vergangenen Wochen des Lockdowns. Außerdem wurden die Öffnungszeiten der Schulkindbetreuung in Kerni und Hort neu geregelt sowie für Auenstein die Anstellung einer Hauswirtschafterin beschlossen.

Die Betreuung in Kindergärten, Schulen und Hort hat Nicole Friedrich unter ihren Fittichen. Sie schilderte die Herausforderungen, die die Corona-Pandemie allen Beteiligten abverlangt. "Es ist richtig viel passiert", sagte die Fachfrau. Vom Bau einer Außenküche, Wände streichen, Videos drehen bis zum Ausmisten hätten sich alle konstruktiv und engagiert eingebracht. Die Notgruppen à fünf Kinder seien gut angenommen worden. Anfangs kamen 40 bis 50 Kinder, aktuell sind es rund 100.

Positive Rückmeldungen der Eltern

Mittlerfunktion hätten die Elternbeiräte eingenommen, indem sie fleißig Briefe per Mail oder Whatsapp verteilten. Die Leitungen der einzelnen Einrichtungen haben, laut Friedrich, fast täglich sich ändernde Vorgaben umsetzen müssen. "In dem ganzen Trubel waren die Rückmeldungen der Eltern aber positiv."

Jetzt läuft wieder der Regelbetrieb, "aber unter Pandemiebedingungen". Coronabedingt fehlen einige Erzieherinnen, so dass zum Beispiel die Ganztagsbetreuung im Schnakennest nur bis 15 Uhr und in der Sternschnuppe nur bis 16 Uhr angeboten werden kann. Eine Elternbefragung diente der Ilsfelder Verwaltung als Grundlage für neue Öffnungszeiten bei der Schulkindbetreuung (Kerni). Die Auswertung von 94 Fragebögen (dies entspricht 46 Prozent der Nutzer) habe gezeigt, dass die geäußerten Wünsche nicht immer mit den tatsächlichen Nutzungen übereinstimmen. Die Frühbetreuung wird tendenziell weniger genutzt, während im Hort eine deutlich höhere Nutzungsfrequenz festzustellen ist.

In einem "tollen Prozess", so Nicole Friedrich, hätten die Mitarbeiterinnen ein Konzept mit einheitlichen Öffnungen erarbeitet.

Längere und flexiblere Betreuungszeiten

Ab Februar 2021 wird es in der Frühbetreuung von 7 bis 8.30 Uhr nur noch eine Gruppe geben. Die Zusammenlegung in einer Einrichtung, entweder Hort oder Kerni, macht Personalkapazitäten für längere Betreuungszeiten an anderer Stelle frei. Die Kernzeitbetreuung ist in Ilsfeld und Auenstein einheitlich von 11.55 bis 14 Uhr. Da Auenstein keinen Hort hat, ist hier dienstags und donnerstags außerdem von 14 bis 17 Uhr offen. Eltern sollen flexibler buchen können. Zwei, drei oder fünf Tage sind für ein Halbjahr verbindlich zu vereinbaren. Auch einzelne Tage sind bei Bedarf zusätzlich möglich. Die Gruppengröße wird auf maximal 35 Kinder angehoben.

Im Kinderhort Pusteblume müssen fünf Tage fest gebucht werden. Zur Auswahl stehen eine achtstündige Betreuung bis 15 Uhr und eine zehnstündige Betreuung bis 17 Uhr. Mischmodelle sind möglich.

Künftig werden im August keine Gebühren erhoben. Dafür müssen Ferienwochen extra gebucht werden, was kostenmäßig teurer wird. Die Eltern wünschen sich warmes Essen an fünf Tagen für alle Kernzeitkinder. Um dieses Angebot zu offerieren, soll ab 1. Februar 2021 eine Hauswirtschafterin mit einem Arbeitsumfang von 38 Prozent eingestellt werden, maximal drei Stunden am Tag. Die jährliche Mehrbelastung für den Ilsfelder Haushalt beläuft sich auf etwa 15.000 Euro. Der Gemeinderat hat die neuen Öffnungszeiten und die Anstellung einstimmig beschlossen.


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