Eppinger Bürgerbus ist auf dem Weg zur Erfolgsgeschichte

Eppingen  Nach sechs Wochen Fahrt hat der Eppinger Bürgerbus bereits die 500. Mitfahrerin begrüßt. Zum Mini-Jubiläum gab es Blumen für die Jubilarin - und lobende Worte von Oberbürgermeister Klaus Holaschke für die Verantwortlichen des Bürgerbusvereins.

Von Nicole Theuer
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Auch in die historische Altstadt fährt der Bürgerbus.

Fotos: Franz Theuer

Seit sechs Wochen gehört der Bürgerbus zum Stadtbild in Eppingen. 26 Fahrer bedienen im Wechsel zwei Routen, im Schnitt nutzen zehn bis 15 Fahrgäste den Service. "Nach sechs Wochen im Regelbetrieb kann ich sagen, dass wir noch Luft nach oben haben", findet der Geschäftsführer des Vereins, Lothar Schlesinger, bevor er mit sichtlicher Freude den 500. Fahrgast begrüßt.

Renate Stephan heißt die Glückliche. Sie nutzt den Service regelmäßig, wenngleich, "ich im vergangenen Vierteljahr nicht so viel gefahren bin, denn ich gehöre zur Hochrisikogruppe und soll auch wieder gehen lernen." Für die rüstige Rentnerin ist der Bürgerbus eine Alternative, um mobil zu bleiben. Zugute kommt ihr, "dass ich die Haltestelle quasi vor der Haustür habe". Neben Lothar Schlesinger und dem Vorsitzenden des Bürgerbusvereins Reinhard Ihle gratulierte auch Oberbürgermeister Klaus Holaschke der Jubiläums-Passagierin. "Angesichts des 500. Fahrgasts kann man den Verantwortlichen des Bürgerbusvereins nur gratulieren", unterstrich Holaschke. Das Angebot spreche die Bürger an und stehe unter dem Motto "Bürger für Bürger".

Die Anbindung der Teilorte klappt noch nicht, ist aber ein großes Ziel

Den noch jungen Verein verglich Holaschke mit einem Baby, das von den Verantwortlichen liebevoll großgezogen werde. Einen Wunsch hat er: "Vielleicht lassen sich die Verantwortlichen auch mal erweichen, die Stadtteile einzubinden."

Das Stadtoberhaupt strich vor allem die Leistungen von Schlesinger heraus. "Er hat die gesamte strategische Arbeit gemacht und hat auch ausgefeilte Fahrpläne ausgearbeitet", würdigt Holaschke dessen Arbeit. Der OB bekannte: "Ich bin stolz auf meine Eppinger, denn ich weiß, dass viele Kommunen seit Jahren über einen Bürgerbus diskutieren und dann die Finger davon lassen." Anders in der Fachwerkstadt, wie der Rathauschef in Erinnerung rief. "Wir haben im Gemeinderat diskutiert. Kontrovers wurde es nur, als es um die Frage ging, warum man die Stadtteile nicht gleich einbezieht." Das sei ein großer Aufwand.

Auch für Lothar Schlesinger ist das eine knifflige Frage: "Da rauchen bei uns die Köpfe. Es gab auch schon Probefahrten, allerdings haben wir festgestellt, dass es nicht im Linienbetrieb funktionieren kann, sondern nur in einer Art Rufbussystem - wenn wir genügend Fahrer aus den Teilorten haben." Denn die 26 aktuellen Fahrer, die derzeit den Linienverkehr an sechs Tagen in der Woche durchführen und im Schnitt jeweils an zwei halben Tagen im Monat auf Tour sind, können die Anbindung der Teilorte nicht stemmen.

Werbeaktionen sollen weitere Mitfahrer anlocken - und noch mehr ehrenamtliche Helfer

Eppinger Bürgerbus ist auf dem Weg zur Erfolgsgeschichte

Fahrerin Sandy Dörr (v.l.), Vorsitzender Reinhard Ihle, OB Klaus Holaschke und Geschäftsführer Lothar Schlesinger gratulieren Renate Stephan. Sie ist der 500. Fahrgast.

Bei den Fahrgastzahlen sieht Schlesinger noch Luft nach oben . "Es ist ein Angebot an die Bürger und es ist an den Bürgern zu sagen, ich nehme das Angebot an", empfiehlt er. Werbeaktionen solllen helfen, neue Mitglieder zu gewinnen und neue Fahrer zu rekrutieren, eben auch in den Teilorten.

Und natürlich auch, um das Angebot noch bekannter zu machen: "Wir stellen immer wieder fest, dass es viele Eppinger gibt, die den Bürgerbus nicht kennen, die nicht wissen, dass es ein solches Angebot gibt und nicht wissen, wo die Haltestellen sind." Schlesinger wünscht sich, dass sich noch mehr Menschen mit dem Thema auseinandersetzen und ihren Stadt- oder Marktbesuch so planen, dass sie mit dem Bürgerbus fahren können.

Das klappt nämlich, davon ist Schlesinger überzeugt. Mit seinen Mitstreitern hat er schon mal einen Selbstversuch gestartet. "Wir sind vom Hellberg die paar Minuten zur Haltestelle beim Edeka gelaufen, eingestiegen, zum Marktplatz gefahren, haben eingekauft und sind mit dem nächsten Bus zurückgefahren - und das ohne Zeitverlust."

Ein Motorschaden zwingt den Bürgerbus in die Werkstatt

Eppinger Bürgerbus ist auf dem Weg zur Erfolgsgeschichte

Da der inzwischen zum Stadtbild gehörende weiße Bus mit einem Motorschaden in der Werkstatt steht, werden die Fahrgäste zurzeit mit diesem Bus befördert.

Aktuell werden die beiden Routen des Eppinger Bürgerbusses mit einem Leihfahrzeug bedient, denn der eigentliche Bürgerbus hat einen Motorschaden. Der Motor ist irreparabel beschädigt, so dass der Bürgerbus einen neuen Motor braucht, auf den er nun wartet. "Das lohnt sich auf jeden Fall", macht Lothar Schlesinger deutlich. Das Fahrzeug sei zum einen erst zehn Jahre alt, zum anderen sei der Innenausbau derart aufwendig und teuer, dass man lieber in einen neuen Motor investiert.

Im kommenden Frühjahr, vielleicht noch vor Beginn der Gartenschau, soll außerdem ein zweites Fahrzeug dazukommen. Aktuell bringen Verein und Verwaltung die Ausschreibung für ein neues Fahrzeug auf den Weg, möglicherweise in der Oktobersitzung des Gemeinderats kann der Auftrag erteilt werden.

 

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