Cleebronn: Ein kleiner Ort mit vielen Aushängeschildern

Cleebronn  Tripsdrill, Michaelsberg, Feuerwerk und Wein machen die 3100-Einwohner-Gemeinde Cleebronn über die Region hinaus bekannt.

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Eines der Wahrzeichen des Ortes: Schloss Magenheim, eine der letzten authentischen staufischen Burganlagen in Süddeutschland und in Privatbesitz.

Tripsdrill und der Michaelsberg: Diese beiden Ausflugsziele sind es, mit denen Cleebronn am häufigsten assoziiert wird. Doch darauf lässt sich die 3100-Einwohner-Gemeinde nicht reduzieren. Sie ist auch eine beliebte Wohn- und Weinbaugemeinde.

"Schnäppchen gibt es in Cleebronn nicht", kommentiert Bürgermeister Thomas Vogl die Grundstückspreise. Die 230 bis 300 Euro für den Quadratmeter sind auch der Tatsache geschuldet, dass viele Menschen aus dem Nachbarlandkreis Ludwigsburg und aus dem Großraum Stuttgart die Zabergäukommune für sich entdeckt haben. Nach der Bebauung des Gebiets "Unter dem Schloss" gibt es aktuell keine Bauplätze mehr. Im "Lindenhof", für das ein beschleunigtes Bebauungsplanverfahren läuft, sollen aber 40 bis 50 neue entstehen.

Zwei Großprojekte stehen an: Kita-Neubau und Erweiterung des Feuerwehrhauses

Weil viele junge Familien im Ort leben und Drei-Kind-Familien in Cleebronn nichts ungewöhnliches sind, sind Krippen- und Kindergartenplätze knapp. Bis die geplante, dreigruppige Kita für vier Millionen Euro gebaut ist, muss sich die Kommune mit Übergangsgruppen und Tagesmüttern behelfen. Außer der Kita steht eine weitere große Investition an: Die Erweiterung des Feuerwehrhauses.

Mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde beim Bau des Sonne-Post-Areals ist es gelungen, weiterhin Hausarzt-Standort zu bleiben. Aber die Infrastruktur könnte besser sein. Die einzige Sport- und Veranstaltungshalle, die auch die Gemeinde nutzt, gehört dem TSV Cleebronn, dem größten Verein im Ort. Seit 30 Jahren ist ihre Sanierung Thema. Es gibt noch einen kleinen Lebensmittelladen, eine Bäckerei und einen Getränkemarkt. Für andere Einkäufe müssen die Einwohner in die Nachbarorte Brackenheim, Güglingen oder Bönnigheim fahren.

Der Wächter des Zabergäu

Kleiner Ort mit vielen Aushängeschildern

Die Nachfrage nach Wohnraum ist groß. Viele Neubürger sind aus dem Nachbarlandkreis Ludwigsburg und dem Großraum Stuttgart in die Zabergäukommune gezogen.

Fotos: Ralf Seidel

Ein Pfund, mit dem Cleebronn wuchern kann, ist seine Landschaft. Über allem thront das Wahrzeichen und der Wächter des Zabergäus: der Michaelsberg. Nicht nur für Spaziergänger ein lohnendes Ziel. Dank Jugend- und Tagungshaus, Jugendspirituellem Zentrum und St. Michaelskapelle finden sich dort oben, 394 Meter über dem Meeresspiegel, ganz unterschiedliche Menschen ein. Ein Hingucker ist auch Schloss Magenheim, eine der letzten authentischen staufischen Burganlagen in Süddeutschland, erbaut zwischen 1230 und 1250. Das in Privatbesitz befindliche Bauwerk bietet den Rahmen für Konzerte, Vorträge, Lesungen und standesamtliche Trauungen. "Im Alltag der Gemeinde spielt das Schloss keine große Rolle. Es ist eher ein optisches Wahrzeichen mit dem sich die Cleebronner aber durchaus identifizieren", sagt Vogl.

Golfspieler schätzen die familiäre Atmosphäre des Neun-Loch-Platzes, umgeben von Weinbergen. Weithin bekannt ist die Kommune aber vor allem als Standort von Tripsdrill. Rund 780.000 Besucher aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich kamen vor der Coronakrise jedes Jahr in den Erlebnispark und das Wildparadies. "Etwas Besseres kann ein kleiner Ort wie Cleebronn gar nicht haben. Als Aushängeschild und Gewerbesteuerzahler", so der Bürgermeister.

 

 

Weit über die Grenzen der Region und des Landes Baden-Württemberg hinaus tragen auch die Feuerwerke des Familienbetriebs Zink den Namen Cleebronn. Die größeren Firmen sind im gemeinsamen Zabergäuer Industriegebiet Langwiesen angesiedelt, das sich über Güglinger und Cleebronner Gemarkung erstreckt.

Große Bedeutung hat in der Gemeinde der Weinbau. Die preisgekrönten Tropfen der Weingärtner Cleebronn-Güglingen sind ebenso in aller Munde wie die der Weingüter Storz und Ranspacher Hof.

 

Claudia Kostner

Claudia Kostner

Autorin

Claudia Kostner ist seit 1996 Redakteurin der Heilbronner Stimme. Der gebürtigen Heilbronnerin liegt die Region am Herzen. Sie berichtet hauptsächlich aus Zabergäu und Leintal, aber auch über die Volkshochschule Unterland.

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