Spenden per Katalog statt auf dem Weihnachtsmarkt

Bad Friedrichshall  Normalerweise verkauft der gemeinnützige Verein P.U.M.A. auf dem Weihnachtsmarkt Bastelarbeiten für den guten Zweck. So kamen in 24 Jahren 133.000 Euro für Projekte in Südafrika zusammen. In Zeiten von Corona ist aber alles anders.

Von Ute Plückthun
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Machen sich seit vielen Jahren für die gemeinnützige Spendenarbeit des Vereins P.U.M.A. stark: (von links) Ilse Eschelwek, Alois Hetzler, Josef Englert und Stefanie Remmlinger.

Foto: Ute Plückthun

Auf dem Tisch von Stefanie Remmlinger sieht es aus, als ob unzählige Nikolause ihre Schlitten zur Parade abgestellt hätten: Die glitzernden Ladeflächen auf je zwei gebogenen Zuckerstangen sind mit leckeren Süßigkeiten bestückt, die nur darauf warten, rechtzeitig zum Fest als Mitbringsel bei besten Freundinnen oder Patenkindern vorfahren zu dürfen.

Das ist nur eine der Neuigkeiten beim Verein P.U.M.A. aus Hagenbach. Mini-Geschenkboxen in Rot, Grün und Braun, Himbeeressig, gebastelte Weidensterne und in Anbetracht der ausfallenden Weihnachtsmärkte gebrannte Mandeln zum Selbermachen zählen zum neuen Sortiment, das wie Kränze und Gestecke, Teetannenbäume, Wichtel im Naturlook, moderne Engel, Kaffeelikör oder Bratapfelpunsch liebevoll von Hand hergestellt ist.

Viele Projekte angestoßen

Anlass der Vereinsgründung mit gemeinnützig anerkannter Ausrichtung war Paula Eschelweks 90. Geburtstag 1996. Seit Jahrzehnten war die Tante von Franz-Josef, Wolfgang und Markus Eschelwek als Marienschwester Maria Theresia in der Mission tätig. Vor dem Geburtstagsbesuch in Südafrika war klar: Ein ordentliches Geschenk musste her. "1995 haben wir zum ersten Mal beim Weihnachtsmarkt in Kochendorf als Privatinitiative mitgemacht", erinnert sich Ilse Eschelwek. Der Erfolg war beachtlich: 600 Mark kamen zusammen, die das "Projekt zur Unterstützung der Missionsarbeit in Afrika", kurz P.U.M.A., überbringen konnte.

"Keine Riesensumme, aber ein Anfang", sagt die Vereinsvorsitzende. Dem auch nach dem Tod der Tante viele weitere Spenden folgten. 13 000 Euro wurden beigesteuert, um die Arbeit der Missionsschwestern in Südafrika, die sich um Randgruppen, sozial Benachteiligte, Waisen, Jugendliche, Straßenkinder und Aidskranke kümmern, finanziell zu unterstützten. So hat das Sozialzentrum Maryland im Nordwesten von Kapstadt etwa Matratzen, Schultische für das angeschlossene Internat, Kochgeschirr, Wassertanks und Sanitäreinrichtungen erhalten.

Alle Helfer haben ein gemeinsames Ziel

Zuletzt sind die Projekte "Learn to live" der Ordensgemeinschaft der Salasianer Don Boscos, die Jugendlichen neben einem Erziehungs- auch ein Ausbildungsprogramm bietet, sowie die ehrenamtliche Initiative "Saint Kizito Children"s Programme" mit je 5000 Euro bedacht worden. Die Weihnachtsgabe von 2019 in Höhe von 6000 Euro wurde unter anderem für die Armenversorgung oder Workshops verwendet.

Corona ist für den Verein mit 20 Mitgliedern ein schwerer Schlag. Kein Café im Frühjahr und zu Kirchweih, kein Schachtseefest, kein Kochendorfer Weihnachtsmarkt. Bisher sichere Möglichkeiten, Geld zu erwirtschaften, sind oder werden entfallen. Die 50 Helfer sind trotzdem in die Produktion gestartet. "Wir haben treue Unterstützer", versichert Ilse Eschelwek.

Der Verkauf findet 2020 über den Katalog statt. So wird gebastelt, gebunden und auf Vorbestellung Weihnachtsplätzchen gebacken. Für Sägearbeiten legen Josef Englert (86) und Alois Hetzler (94) als älteste Mitstreiter und fachkundige Schreiner Hand an. Marlies Eschelwek hat sich auf Adventskränze und -gestecke spezialisiert. "Das Ziel verbindet", sagt Ilse Eschelwek. Denn die Projekte in Südafrika sollen gerade im Jahr der Pandemie nicht leer ausgehen.

Kontakt

Weitere Auskünfte erteilt Ilse Eschelwek, Telefon 07136 22958.

 

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