Schwarz-Gruppe startet 2021 mit dem Campus-Bau in Bad Friedrichshall

Bad Friedrichshall  Nachdem die Hürde der Verkehrsplanung genommen ist, gibt die Schwarz-Gruppe den weiteren Zeitplan für den Bau des Projekt-Campus in Bad Friedrichshall bekannt. Noch dieses Jahr findet eine Info-Veranstaltung statt.

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Vier Gebäude, die zum Schwarz-Projektcampus gehören, werden im ersten Bauabschnitt errichtet.

Visualisierung: Schwarz-Gruppe

Viel Erde ist in den vergangenen Wochen im Gebiet "Obere Fundel" in Bad Friedrichshall bewegt worden, auch eine provisorische Baustraße ist entstanden. Vom größten Gebäudekomplex, der auf dem Areal entstehen soll, dem Schwarz-Projekt-Campus, ist noch nichts zu erahnen. Nun ist allerdings klar, dass der Bau wie geplant 2021 starten wird, teilt eine Unternehmenssprecherin mit. Zuvor galt es noch, mit Bund und Land zu klären, wie ein Verkehrschaos rund um das Gebiet verhindert werden kann, wenn künftig Tausende Mitarbeiter im Campus ein- und ausgehen. Hierzu liegen inzwischen konkrete Lösungsansätze vor. Wie berichtet, soll unter anderem ein Umbau der B27 erfolgen und ein zusätzlicher Stadtbahnhaltepunkt eingerichtet werden.

Keine Präsenzveranstaltung

So steht dem Bau des Campus", in dem hauptsächlich IT-Arbeitsplätze entstehen, vonseiten der Verkehrsplanung nichts mehr im Weg. Um auch die Bevölkerung mit einzubeziehen, plant die Schwarz-Gruppe in Zusammenarbeit mit der Stadt noch in diesem Jahr eine Informationsveranstaltung. Aufgrund der Corona-Pandemie sei zwar keine Präsenzveranstaltung möglich, man arbeite aber an einem "guten digitalen Konzept", berichtet eine Sprecherin der Schwarz-Gruppe.

Zuvor beschäftigt sich der Gemeinderat im November noch einmal mit dem Bebauungsplan "Obere Fundel", so dass die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen kann, erläutert Bürgermeister Timo Frey das weitere Vorgehen der Stadt. Dass die Schwarz-Gruppe den Baustart des Campus nun für kommendes Jahr bekannt gibt, freue ihn. "Das heißt, die Vorleistungen haben sich gelohnt." Im Auftrag der Stadt begannen bereits vor Wochen die Erschließungsarbeiten und der Bau einer provisorischen Baustraße.

Satzungsbeschluss vor der Sommerpause 2021

Obere Fundel: Campus-Bau startet 2021

Die Erschließungsarbeiten im Baugebiet "Obere Fundel" sind seit Wochen in vollem Gang. Im November starten weitere Rettungsgrabungen.

Foto: Ralf Seidel

Als nächstes stehen weitere archäologische Rettungsgrabungen auf dem Plan, die im November starten. Diese werden einige Monate dauern, sagt Frey. Parallel dazu treibe die Stadt das Bebauungsplanverfahren weiter, so dass der Gemeinderat noch vor der Sommerpause 2021 den Satzungsbeschluss fassen kann. Baugenehmigungen könnten bereits vorher erteilt werden, was nicht nur für die Schwarz-Gruppe, sondern auch für private Bauherren wichtig sei. Denn in der "Oberen Fundel" entsteht auch ein Wohnbaugebiet.

Der Bau des IT-Projekt-Campus startet nach Angaben der Unternehmensgruppe zunächst mit einem ersten Abschnitt, in dem vier Gebäude entstehen. Die weiteren werden später errichtet. Ziel ist es, den ersten Bauabschnitt 2025 in Betrieb zu nehmen. Daran habe auch die Corona-Krise nichts geändert, teilt eine Sprecherin mit.

Bürgermeister Frey erhofft sich von der Ansiedlung des Campus" die Stärkung von Bad Friedrichshall als Arbeitsort. "Wir haben dadurch die Möglichkeit, das Job-Angebot im Bereich der hochqualifizierten Arbeitsplätze deutlich zu erhöhen." Wenn der Campus im Vollbetrieb sei, gebe es rund 5000 zusätzliche Arbeitsplätze in den Bereichen IT und Digitalisierung.

Archäologische Funde aus der Jungsteinzeit 

Voruntersuchungen des Landesdenkmalamtes haben 2019/2020 ergeben, dass im Gebiet "Obere Fundel" Funde aus verschiedenen Epochen von der Jungsteinzeit (6. Jahrtausend vor Christus) bis in die Eisenzeit (5. Jahrhundert vor Christus) zu erwarten sind. Nahezu überall waren Spuren von Bodendenkmalen vorhanden. Das komme bei der Untersuchung von Baugebieten im Landkreis Heilbronn nicht selten vor, erläuterte Dr. Andrea Neth vom Landesdenkmalamt. Aufgrund der guten Bodenqualität, des milden Klimas und der Wasservorkommen hätten sich hier schon immer viele Menschen angesiedelt.

 

Katharina Müller

Katharina Müller

Autorin

Katharina Müller arbeitet seit Januar 2019 bei der Heilbronner Stimme und kümmert sich in der Regionalredaktion um Themen aus dem nördlichen Landkreis. Zuständig ist sie für Bad Friedrichshall, Neckarsulm, Neuenstadt, Langenbrettach, Hardthausen und Jagsthausen.

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