Bad Friedrichshall: Wo drei Flüsse sich treffen

Bad Friedrichshall  Wasser und Salz spielen in der Stadt Bad Friedrichshall eine historische Rolle. Die Stadt liegt an einem Verkehrsknotenpunkt und besitzt einen See, der erst durch eine Zerstörung entstehen konnte.

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Salz, Flüsse und Schlösser gehören seit jeher zu Bad Friedrichshall und machen die Stadt über die Gemarkungsgrenzen hinaus bekannt. In der einzigen Drei-Flüsse-Salzstadt in Deutschland, wie sich Bad Friedrichshall auch nennt, münden der Kocher und die Jagst in den Neckar. Rad- und Wanderwege sorgen in dieser Landschaft für einen hohen Freizeitwert. Doch Bad Friedrichshall hat noch eine weitere Rarität zu bieten: Das Besucher-Salzbergwerk ist das einzige in Baden-Württemberg.

Das Unterzentrum ist aber nicht nur bei Ausflüglern beliebt, auch als Wohn- und Industriestandort ist es gefragt und wächst stetig. Wohnraum ist allerdings knapp. Einige Bauprojekte werden in den kommenden Jahren teils Abhilfe schaffen und dafür sorgen, dass die Einwohnerzahl die 20.000er-Marke überschreiten wird.

In Bad Friedrichshall fließen die Flüsse Kocher und Jagst in den Neckar. Links im Bild ist der Teilort Jagstfeld zu sehen.

Fotos: Ralf Seidel

Lage an wichtigen Verkehrsknotenpunkten

Bad Friedrichshalls großer Vorteil ist die Lage an wichtigen Verkehrsknotenpunkten wie der B27, der A6 und der A81. Die Schattenseite: Die Stadt hat mit viel Verkehr zu kämpfen. Großes Thema ist aktuell die Straßensituation rund um das Gebiet "Obere Fundel". Dort entsteht der Schwarz-Projekt-Campus, in dem einmal 5000 Mitarbeiter ein- und ausgehen - und fahren - werden. Um die Straßen zu entlasten, ist unter anderem ein neuer Stadtbahn-Haltepunkt geplant. Generell ist die Anbindung per Zug und Stadtbahn gut in der Stadt.

Bad Friedrichshall entstand 1933/35 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Kochendorf, Jagstfeld und Hagenbach. Der Ortsname "Friedrichshall" geht auf den ersten württembergischen König Friedrich I. zurück, der 1812 bis 1816 nach Salz bohren ließ. Die 1818 in Betrieb gegangene Saline wurde von seinem Sohn König Wilhelm I. "Friedrichshall" genannt. Die Bezeichnung "Bad" kam hinzu, weil Jagstfeld früher ein bekanntes Solbad war. Heute gibt es zwar noch das Kindersolbad und ein Solefreibad, ein Kurort ist Bad Friedrichshall aber nicht.

Die sechs Stadtteile

Im Zuge der Gemeindereform kamen 1972 Duttenberg und 1975 Untergriesheim dazu. Der jüngste der sechs Stadtteile ist Plattenwald, der 1992 bis 1998 im Rahmen eines Wohnungsbauprogramms des Landes Baden-Württemberg entstand. Mit Fördermitteln wurden Wohnungen für Aus- und Übersiedler gebaut. Im Teilort Plattenwald befindet sich mit der gleichnamigen SLK-Klinik der größte Arbeitgeber der Stadt. In unmittelbarer Nähe wird bald der Schwarz-Projekt-Campus gebaut.

Wo drei Flüsse sich treffen

Nachdem in Alt-Kochendorf einige Gebäude abgebrochen wurden, bietet sich ein ganz anderer Blick auf die Sebastianskirche und das Greckenschloss.

Der größte Stadtteil ist Kochendorf mit einem einzigartigen historischen Ortskern. Hier befindet sich ein Großteil der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt: die Sebastianskirche, das Greckenschloss, das Sankt-André'sche-Schlösschen sowie das ehemalige Wasserschloss Lehen, das heute ein privat geführtes Hotel und Restaurant ist. Sehenswert ist auch das Alte Rathaus Kochendorf, das zu den schönsten Fachwerkhäusern Baden-Württembergs gehört.

In Kochendorf läuft derzeit auch das Sanierungsprogramm "Hauptstraße Kochendorf", durch das sich das Gesicht des Stadtteils nachhaltig verändern wird. Einige Gebäude wurden bereits abgerissen.

Am Rande der Kernstat befindet sich der Stadtteil Hagenbach, der hauptsächlich Wohngebiet ist. Seinen Namen trägt er der Überlieferung nach aufgrund der Umzäunung (Hag) einer Rodungsfläche mit Hainbuchen (Hagebuchen). Einfacher herzuleiten ist der Name Jagstfeld. Er liegt an der Jagst und ist ein ehemaliges Salz- und Fischerdorf. Ab 1812 wurde auf der Gemarkung erfolgreich nach Sole gebohrt, ab 1831 erlangte der Ort als Solbad Bedeutung.

Wie der See entstand

Wo drei Flüsse sich treffen

Der Schachtsee ist ein beliebtes Ausflugsziel. Mit Kocherwald und Plattenwald hat die Stadt weitere grüne Oasen zu bieten.

1859 begann die Förderung von Steinsalz. Die unterirdischen Anlagen wurden 1895 durch einen Wassereinbruch zerstört. Das Gelände sackte oberhalb des einstigen Schachts ab. So entstand der heutige Schachtsee, an dem jedes Jahr das beliebte Schachtseefest gefeiert wird. Die Salzförderung wurde ab 1899 in Kochendorf weitergeführt.

Der kleinste Bad Friedrichshaller Stadtteil ist Duttenberg. Trotz seiner geringen Größe ist er auch außerhalb der Stadt bekannt. Nicht zuletzt durch die ehemalige Burg Duttenberg und das Deutschordensschloss Heuchlingen. Duttenberg ist außerdem bis heute stark landwirtschaftlich geprägt. Ein Teil des Werksgeländes der Offenauer Südzucker-Fabrik befindet sich im Stadtteil.

Perle im Jagsttal

Als "Perle im Jagsttal" wird der Ortsteil Untergriesheim aufgrund seiner idyllischen Lage bezeichnet.

Was alle Stadtteile gemeinsam haben, ist ein aktives Vereinsleben. Mehr als 100 Vereine gestalten das Ortsgeschehen mit vielfältigen Angeboten unter anderem in den Bereichen Sport, Kultur, Naturschutz.

 

Katharina Müller

Katharina Müller

Autorin

Katharina Müller arbeitet seit Januar 2019 bei der Heilbronner Stimme und kümmert sich in der Regionalredaktion um Themen aus dem nördlichen Landkreis. Zuständig ist sie für Bad Friedrichshall, Neckarsulm, Neuenstadt, Langenbrettach, Hardthausen und Jagsthausen.

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