Klaus Zenth fühlt sich in Abstatt immer wohler

Interview  Der Bürgermeister spricht über die Neue Ortsmitte, Urlaubspläne in Corona-Zeiten und weitere Projekte in der Gemeinde.

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Abstatts Bürgermeister Klaus Zenth liegt die Neue Ortsmitte persönlich am Herzen − deshalb wählte er die Baustelle als Hintergrundmotiv.

Foto: Christiana Kunz

Nicht etwa im Bürgerpark oder an seinem Schreibtisch im Rathaus will sich Abstatts Bürgermeister Klaus Zenth für dieses Interview fotografieren lassen, sondern die Baustelle an der Ecke Beilsteiner Straße/Untere Drittelgasse - dort, wo in der Gemeinde der neue Treffpunkt entsteht: betreutes Wohnen, Metzgerei, Ärztehaus, Postfiliale, Lebensmittelmarkt. Ende 2021 soll das Projekt fertig sein.

 

Herr Zenth, liegt Ihnen die Neue Ortsmitte persönlich am Herzen?

Klaus Zenth: Ja, und für Abstatt ist sie ein sehr wichtiges Projekt. Wir wollen wieder Leben ins Zentrum bekommen und einen neuen Mittelpunkt schaffen, was geografisch nicht einfach ist. Wir haben für das Projekt viel Energie aufgewendet und sind stolz darauf.

 

Es sind Sommerferien. Zieht es Sie von Abstatt weg?

Zenth: Wir hatten vor, in die Bretagne zu fahren und Freunde in unserer französische Partnergemeinde Léhon zu besuchen. Noch haben wir aber nichts gebucht und planen erstmal, zu Hause Urlaub zu machen.

 

Was würden Sie dann unternehmen?

Zenth: Tagesausflüge in den Schwarzwald und viel im Garten arbeiten. Meiner Tochter habe ich versprochen, einen Pool zu kaufen (lacht).

 

Was sagen Sie: Welche Vorzüge hat Abstatt?

Zenth: Was ich an der Gemeinde sehr schätze, ist das rege Vereinsleben und die Offenheit der Menschen. Sie sind am gesellschaftlichen Leben sehr interessiert. Wir wohnen seit acht Jahren hier und fühlen uns immer wohler. Mit der Anbindung an die Region Heilbronn, den Großraum Stuttgart und an die Autobahn haben wir eine gute geografische Lage und Infrastruktur, aber auch die Natur im Rücken. Ich denke, das macht uns besonders attraktiv.

 

Stichwort Verkehr: Wo stehen die Planung für Tempo 30 in Happenbach und den Blitzer?

Zenth: Wir sind dabei, die Stellungnahmen für das Lärmgutachten zu sichten. Im September wollen wir den Beschluss fassen und Tempo 30 fordern. Das Landratsamt Heilbronn ist zuständig. Wir hoffen, dass die Begrenzung zeitnah kommt. Die Blitzersäule in Happenbach steht seit dieser Woche. In der Kerngemeinde wollen wir Tempo 30 im Zuge der Umgestaltung der Ortsmitte erreichen. Die Planungen sind in vollem Gange.

 

Der Verkehr nimmt zu, neue Formen der Mobilität sind gefragt. Wie geht die Gemeinde Abstatt mit diesem Thema um?

Zenth: Wir haben mit der Firma Bosch und der Gemeinde Untergruppenbach viele Gespräche geführt und eine Mobilitätskommission gegründet. Wegen Corona konnten aber keine Sitzungen stattfinden. Wir erwarten außerdem bei der Zusammenarbeit mit dem Mobilitätsmanager der Gemeinde Untergruppenbach neue Ansätze.

 

Mehr zur Person

Klaus Zenth war Ordnungsamtsleiter in Weinsberg, bis er 2011 zum Bürgermeister von Abstatt gewählt wurde. Im Juni 2019 wählten ihn die Abstatter in seine zweite Amtszeit. Der Diplom-Verwaltungswirt setzte sich mit 83,3 Prozent der gültigen Stimmen gegen einen Mitbewerber durch. Seit acht Jahren wohnt der 53-Jährige mit seiner Frau Susanne und seinen beiden Töchtern Lilli und Greta in Abstatt.

Von der Zukunft in die Gegenwart: Wie hat die Gemeinde die Vereine in der Corona-Zeit unterstützt?

Zenth: Veranstaltungen wie das Bürgerparkfest fallen aus, das trifft die Vereine sehr. Da fehlen ein paar hundert Euro. Die Gemeinde konnte zumindest die Trainingshallen wieder zügig freigeben und bei Hygienekonzepten Unterstützung anbieten. Im Herbst wollen wir entscheiden, ob und wie das Adventsständle stattfinden kann.

 

Bei welchen Projekten hat Corona der Verwaltung einen Strich durch die Rechnung gemacht?

Zenth: Viele Investitionen mussten wir auf 2021 legen, etwa die Sanierung des Kindergartens "Hinter der Kirche". Eigentlich wollten wir die Schotterrinne vor der Bühne im Bürgerpark richten lassen. Das Angebot und die Planung für 90.000 Euro müssen wir wegen den Haushaltsausfällen schieben. Wir sich die Sanierung der verschiedenen Straßenzüge entwickelt, bleibt abzuwarten. Wir haben die ersten Signale erhalten, dass die Tiefbaukosten bereits gefallen sind.

 

Welche Summen fehlen der Gemeinde wegen der Corona-Krise?

Zenth: Die Gewerbesteuerausfälle belaufen sich auf 1,8 Millionen Euro. 207.000 Euro fehlen, weil die Kita-Beiträge ausgesetzt wurden - die 87.000 Euro Ausgleich vom Land nicht einberechnet.


Linda Möllers

Linda Möllers

Autorin

Linda Möllers kommt aus Weinheim an der Bergstraße und kam im November 2019 zur Heilbronner Stimme. Jetzt berichtet sie aus dem nördlichen und östlichen Landkreis - am liebsten über kulturelle und gesellschaftliche Themen.

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