Saisonstart mit Weltneuheit im Freizeitpark Tripsdrill

Cleebronn  Die aktuelle 360-Grad-Folge wurde diesmal im Freizeitpark Tripsdrill gedreht, der mit Einschränkungen endlich wieder öffnen darf. Vor den Toren von Cleebronn wartet man mit der Weltneuheit von zwei ineinander verschlungenen Achterbahnen auf.

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Außerdem geht es in der Videokolumne um Lockerungen und zaudernde Verantwortliche, um mangelnde Perspektiven für die kommunalen Bäder, um anhaltende Kritik am Schulunterricht, um Nachbarn, die es besser machen sowie um willkommene Freizeitangebote an Pfingsten.

 

 

Bäder

Immer schön locker bleiben. Wenn das so einfach wäre in diesen Zeiten. Das wird gerade vor dem jetzt anstehenden, sonnigen Pfingstwochenende deutlich. Wer darf was - und vor allem: Wer darf was nicht? Menschenleere Freibäder, obwohl die Schwimmbecken frisch gefüllt sind, machen das ganze Dilemma in Baden-Württemberg deutlich. Während andere Bundesländer mit durchdachten Konzepten, Online-Zugangsregeln und reduzierten Besucherzahlen ihre Bäder öffnen, herrscht bei uns kollektive Ratlosigkeit. Warum sollte ein Freibadbesuch in Baden-Württemberg gefährlicher sein als in Hamburg, Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz? Das Krisenmanagement der Landesregierung wirkt immer hilfloser. Ewig getrieben, unausgegoren und mit höchst unterschiedlicher Herangehensweise aller Beteiligten. Da kann kein Ministerium und schon gar nicht der Landesvater ausgenommen werden. Man muss weder Verschwörungstheoretiker noch Corona-Leugner sein, wenn man feststellt: Unser Gesundheitssystem funktioniert, die Corona-Katastrophe ist ausgeblieben - es ist Zeit für größere Schritte zu mehr eigener Freiheit und zur Öffnung der gesperrten Einrichtungen.

Schulen

Auf vieles verzichten müssen auch die Schüler im Land. Wir haben schon mehrfach ausführlich darüber berichtet, was derzeit alles im Bildungsbereich schief läuft - aber auch darüber, wo sich etwas Positives tut. Doch die frustrierten Reaktionen reißen nicht ab. Entnervte Eltern, enttäuschte Schüler - alles in allem ein uneinheitliches Bild. Lehrer, die sich nicht an Weisungen von Rektoren halten müssen, Schulleiter, die für sich selbst entscheiden können, wie sie den Unterricht organisieren, und ein Kultusministerium, das dem Treiben keinen Rahmen verpasst. Manche Schüler haben bis September gerade mal noch zwei Schultage. Andere in sechs Monaten zehn. Dazu kommt, dass sich für einige Lehrer digitaler Heimunterricht darin erschöpft, dass man einem Schüler mal eine Mail schreibt. Wieder andere treiben das Homeschooling so weit, dass Eltern verzweifeln. Und dann gibt es die Erkenntnis, dass wohl die meisten Lehrer zur Risikogruppe gehören und gar nicht mehr live unterrichten. Kurzum: Das Thema bleibt akut. Wir werden daher nach den Pfingstferien eine Telefonaktion mit Betroffenen durchführen und dann die Zuständigen in der Region und in Stuttgart mit den Vorwürfen konfrontieren.

Angebote

Nachholbedarf in Sachen Umsätze haben viele Freizeit-Anbieter. Jetzt an Pfingsten hoffen sie auf die Rückkehr der Kunden. An frischer Luft geht ja vieles wieder - auf dem Neckar hat beispielsweise die Personenschifffahrt den Betrieb aufgenommen, in Weinsberg wurde der Klettergarten eröffnet und in den zahlreichen Biergärten im Kraichgau, in Hohenlohe und im Unterland lassen sich Abstandsregeln problemlos einhalten. Mal ganz abgesehen davon, dass die Regeln mit Personen aus nur zwei Haushalten an einem Tisch nicht mehr ganz so streng gesehen werden. Sie machen auch ehrlich gesagt keinen Sinn mehr. Aber wahrscheinlich ist so eine Aussage in Corona-Zeiten mittlerweile auch strafbar.

Tripsdrill

Viel Neues umsetzen musste der Freizeitpark Tripsdrill, der reichlich verspätet öffnen darf. Wie alle anderen auch - wir bringen dazu am Samstag im Magazin eine Übersichtsseite. Es gilt in Tripsdrill einiges aufzuholen, nachdem 55 sonnige Tage seit April nicht genutzt werden konnten. Auch vor den Toren von Cleebronn waren organisatorische Veränderungen nötig - von der Online-Ticketbuchung bis zu den Abstands- und Hygieneregelungen. Kosten: 50 000 Euro. Mehr als eine schwarze Null dürfte diese Saison nicht drin sein. Immerhin wartet man mit einer Weltneuheit auf, die wir im aktuellen 360-Grad-Video präsentieren. Gleich zwei ineinander verschlungene Achterbahnen wurden gebaut. "Hals-über-Kopf" und "Volldampf" sollen nach der Fertigstellung in einigen Wochen die Attraktivität weiter erhöhen. Noch ein Lichtblick - es muss ja weiter gehen. Nicht nur in Tripsdrill.


Uwe Ralf Heer

Uwe Ralf Heer

Chefredakteur

Uwe Ralf Heer ist seit 1991 bei der Heilbronner Stimme. Nach dem Volontariat war er Sportredakteur, stv. Ressortleiter Sport sowie ab 2001 Redaktionsleiter der Kraichgau Stimme in Eppingen und ab 2002 Redaktionsleiter der Hohenloher Zeitung in Öhringen. Seit 2006 ist er Chefredakteur und damit verantwortlich für alle journalistischen Angebote in Print, online und bei Stimme.TV

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